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Benjamin Goller schoss den einzigen KSC-Treffer im Testspiel gegen den Erstligisten FC Augsburg.  Foto: Swen Pförtner/dpa 

KSC verliert das Testspiel, Trainer Eichner gewinnt Erkenntnisse

Augsburg/Karlsruhe. Eigentlich wären es noch 15 Sekunden bis zum Ende der regulären Spielzeit gewesen, als der Schiedsrichter das Karlsruher Testspiel beim FC Augsburg abpfiff. Doch das war nach dem Spiel allen Beteiligten herzlich egal. 1:4 verloren die Badener auf einem Nebenplatz in Sichtweite der Bundesliga-Arena, ein gerechtes Ergebnis einer Partie, in der der Bundesligist wie erwartet überlegen agierte. Die Gäste waren staubedingt verspätet angekommen.

Schon nach 26 Minuten stand es 3:0 für den FCA, innerhalb von sieben Minuten fielen die Tore. Marco Richter (19.), Daniel Caligiuri (24.) und Florian Niederlechner (26.) trafen, wobei das 0:2 durch gnädige Mithilfe von Keeper Markus Kuster zustande kam, der einen fahrlässigen Rückpass von Philip Heise mittels einer Kerze in eine Kopfballvorlage für Augsburgs Caligiuri verwandelte. Bevor Richter den 4:1-Endstand erzielte (84.), hatte Benjamin Goller den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:3 für den KSC beigesteuert (71.).

„Wir haben den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga gesehen“, bilanzierte KSC-Trainer Christian Eichner. „Das betrifft sowohl die Art und Weise wie die Fehler passieren als auch die Offensive. So wie Augsburg die Räume bespielt – das ist einfach Bundesliga.“

Die Tatsache, dass die Badener ein Vollzugsproblem haben, wenn Philipp Hofmann fehlt, wird auch nicht von heute auf morgen zu beheben sein. Das zeigte sich auch in Augsburg, wo Babacar Gueye einen Foul-Elfmeter vergab (75.) – das gleiche Missgeschick war Philipp Hofmann beim 0:1 in Regensburg passiert. Und zum anderen nutzte Kyong-Rok Choi (89.) eine Riesenchance nicht, als er in der 89. Minute frei auf Benjamin Leneis zulief, dem FCA-Keeper aber die Chance zu einer Fußabwehr bot.

Eichner hatte vielen Spielern eine Chance gegeben, sich zu zeigen, die im Liga-Alltag selten zum Zuge kommen. So standen David Pisot, Alexander Groiß, Gueye und Malik Batmaz in der Anfangsformation, Youngster Jannis Rabold (ab 46.) spielte eine Hälfte, Bastian Allgeier, Tim Rossmann und Marlon Dinger (ab 75.) kamen zu Kurzeinsätzen.

KSC-Trainer zufrieden

„Bei dem Ergebnis klingt es vielleicht ein bisschen grotesk, aber ich bin zufrieden“, bilanzierte Eichner nach dem Spiel. „Am Schluss hatten wir drei U19-Spieler auf dem Platz, die ihre Sache gutgemacht haben. Und auch für Alex Groiß war es wichtig, mal über 90 Minuten zu gehen.“ Die wichtigste Erkenntnis des Donnerstags betrifft allerdings vielleicht die rechte Außenbahn. Dort spielte der Ex-Wolfsburger Sebastian Jung erstmals über 70 Minuten und tat das nach Auskunft des Trainers „so, wie ich das sehen will.“ Noch fehle dem 155-maligen Bundesliga-Fußballler nach seiner langen Verletzungshistorie etwas „Zutrauen“, so Eichner. „Aber er ist auf einem guten Weg.“

Klar sei aber auch, dass Jung einen „starken Konkurrenten“ habe. Gemeint war Marco Thiede, der am Sonntag beim 3:0 gegen St. Pauli eines seiner raren Tore erzielt hatte. Der gebürtige Augsburger durfte in seiner Heimstadt übrigens pausieren.