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© Wertz
21.07.2012

KSC verspielt zum Drittligaauftakt 2:0-Führung

Am Ende gab es lange Gesichter: Trotz einer 2:0-Führung ist der Drittliganeuling aus Karlsruhe nur mit einem Unentschieden in die Saison gestartet. Hakan Calhanoglu hatte das Team mit zwei Freistoßtoren in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Marc Schnatterer und Dennis Malura schossen die Heidenheimer in den letzten zehn Minuten jedoch noch zu einem Unentschieden.

Der KSC begann wie erwartet mit derselben Aufstellung wie im letzten Testspiel gegen AB Kopenhagen. Trainer Markus Kauczinski bot hierbei sechs der 13 Neuzugänge des Teams von Anfang an auf, während sein Gegenüber Frank Schmidt auf eine eingespielte Elf setzen konnte. Jeder Spieler der Heidenheimer Startaufstellung hatte bereits in der letzten Spielzeit im Kader der Schwaben gestanden, darunter auch die ehemaligen Karlsruher Marc Schnatterer und Florian Krebs.

Vor 10000 Zuschauer in der Heidenheimer Voith-Arena gehörten die ersten Minuten den Gastgebern, die sich feldüberlegen zeigten. Der in gelb-rot gekleidete KSC kam in der zehnte Minute mit einem allerdings harmlosen Fernschuss von Sebastian Schiek erstmals in die Nähe des Tors von Heimtorhüter Frank Lehmann.

Der zweite Torschuss in der 13. Minute sollte jedoch bereits die Führung für den Absteiger bedeuten: Hakan Calhanoglu trat zu einem Freistoß aus gut 25 Metern an – und setze ihn ansatzlos ins linke obere Toreck. Ein Traumtor des 18-Jährigen, dessen Verbleib beim KSC weiterhin ungewiss ist.

Die Heidenheimer reagierten prompt: Nach einer der unzähligen gefährlichen Flanken setzt Rechtsverteidiger Dennis Malura einen Kopfball in der 17. Minute an die Latte – Glück für die unsicher wirkende Abwehr des KSC. Selbiger Malura zwang in der 21. Minuten den Karlsruher Keeper Orlishausen zu einer weiteren Parade. Karlsruhe fand in dabei kein Mittel gegen das gefährliche Flankenspiel der Heidenheimer.

Eine weitere begeisternde Aktion Calhangolus bescherte dem KSC die 2:0-Führung. Aus einer nahezu identischen Freistoßsituation wie beim Führungstreffer trat der Türke in der 25. Minute erneut an. Mit demselben Resultat – nur dass der Ball nun im anderen Toreck einschlug. Eine fast unglaubliche Doppelung der Ereignisse.

Dass auch Heidenheimer Freistöße schießen können, bewies Schnatterer, der Orlishausen in der 33. Minute in arge Bedrängnis brachte. Der FCH verpasste es jedoch, aus der folgenden und anderen unübersichtlichen Situationen im Karlsruher Strafraum Kapital zu schlagen.

Richard Weil riss die Zuschauer in der 39. Minute wieder einmal von den Sitzen, nachdem das Spiel zuvor auf schlechtem Niveau dahinplätscherte. Sein Fernschuss prallte von der Latte knapp vor die Linie des Karlsruher Tores. Ein weiteres Mal Glück für den KSC, dem außer seiner zwei Freistoßtore offensiv wie defensiv kaum etwas gelang. Dementsprechend zufrieden konnte das Team mit dem Pausenstand von 2:0 aus Sicht der Gäste sein.

Hiedenheims Trainer Schmidt reagierte und brachte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Sirigu sowie dem bundesligaerfahrenen Thurk zwei neue Kräfte und richtete sein Team offensiver aus. Am unausgereiften Spiel seiner Elf änderte sich jedoch nichts – viel mehr fand der Gast aus Karlsruhe zunehmend eine bessere Organisation.

Der 1. FC Heidenheim fand in der Folge nahezu kein Mittel mehr gegen nun stabiler Karlsruher, deren über 1000 mitgereiste Fans durchgehend die Heidenheimer Anhänger überstimmten.

So wäre die Partie wohl ohne nennenswerte Szene geendet – hätte sich Dirk Orlishausen nicht zu einem Bock hinreißen lassen. Eine Freistoßflanke von Marc Schnatterer drehte sich auf das Karlsruher Tor zu und senkte sich in der 82. Minute unmittelbar hinter dem konsternierten Torwart ins Tor.

Die Partie geriet nun erwartungsgemäß unruhig. Der sichere Schiedsrichter Tobias Stielert bliebt von den nun häufig reklamierenden Heidenheimern jedoch unbeeindruckt und behielt sein klare und nahezu fehlerfreie Linie bei.

Es lief die dritte Minute der Nachspielzeit, als Heidenheim zu seiner letzten Chance kam: Die Direktabnahme von Dennis Malura konnte von Orlishausen nicht pariert werden – 2:2. Ein äußerst unglückliches Ende für die Karlsruher, die die zweite Halbzeit zuvor kontrolliert hatten.

Bei den Gästen, die sichtlich noch mit Abstimmungsproblemen in der Offensive zu kämpfen hatten, gefiel wegen seiner Traumtore vor allem Hakan Calhanoglu, der jedoch mit einem unnötigen Ballverlust das 2:2 eingeleitet hatte. Ansätze zeigten auch Neuzugang Elia Soriano und Gaetan Krebs, denen das Bemühen nicht abzusprechen war. Auf der Gegenseite wusste der agile Marc Schnatterer zu gefallen, ohne dabei allerdings zu glänzen.

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