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Frust: Die KSC-Spieler Steffen Haas (links) und Timo Staffeldt nach der deprimierenden 0:2-Niederlage in Cottbus.
KSC von Cottbus schon früh ausgeknockt © dpa
22.08.2011

KSC von Cottbus schon früh ausgeknockt

COTTBUS/KARSLRUHE. Es waren nicht nur einzelne Situationen, derentwegen der KSC zuhause gegen Braunschweig (1:3) und neun Tage später auch in Cottbus (0:2) verloren hat. Es waren ganze Spielphasen, in denen die Wildparkprofis nicht zweitligatauglich agierten. Gegen die Eintracht – trotz einer 1:0-Führung – zwischen der 15. und 45. Minute. Und am Sonntag, im Stadion der Freundschaft, war die Mannschaft von Trainer Rainer Scharinger in den ersten 25 Minuten nur so etwas wie ein Sparringspartner für ihre Gastgeber.

Dabei musste sich der FC Energie gar nicht groß anstrengen, um den KSC erst an- (14.) und dann schon früh auszuknocken (22.). Cottbus‘ Torjäger Dimitar Rangelov profitierte zweimal vom misslungenen Debüt des Giuseppe Aquaro (28).

Der gelernte Innenverteidiger war – wie Stefan Müller gegen Braunschweig – an Stelle des immer noch verletzten Florian Lechner (Sehnenentzündung am Schienbein) als rechter Verteidiger in die ansonsten unveränderte Startelf gerückt und bei beiden Toren das jeweils letzte Glied in einer Kette von amateurhaften Fehlern.

In der Entstehung des 0:1 z.B. ließ sich Steffen Haas schulbubenhaft ausspielen. Und vor dem Elfmeter zum 0:2 kam ein Cottbuser an der Strafraumgrenze zwischen zwei Karlsruhern unbedrängt zum Kopfball ehe Aquaro Uwe Hünemeier – bleiben wir im Bild – wie beim Pausengerangel auf einem Schulhof mit beiden Händen umschubste. Sofern man – beschränkt auf die erste Halbzeit – überhaupt von Zweikampfverhalten sprechen konnte, so war es als „naiv“ zu bezeichnen, was die KSCler diesbezüglich offensiv und defensiv ablieferten. Niklas Hoheneder (1.) und Dennis Kempe (21.) sind wegen ihrer haarsträubenden Ballverluste deshalb stellvertretend zu kritisieren.

Kein Wunder also, dass sich Cottbus‘ Trainer Claus-Dieter Wollitz („Ich will mehr“) darüber ärgerte, dass seine Mannschaft nur 2:0 gewann und dem KSC nicht eine Packung verpasste.

Mit einem Durchschnitt von 1,8 Gegentoren pro Spiel ist der KSC schon nach fünf Spieltagen wieder nahe am letztjährigen Schnitt (2,1), mit dem das KSC-Tor zur „Schießbude“ der Liga wurde. Trotzdem sieht Oliver Kreuzer, der sportliche Leiter des KSC, in der Abwehr kein Qualitätsproblem. „Ich weiß, was die Jungs können. Das habe ich im Training gesehen und in unseren ersten Pflichtspielen.“ Der frühere Manndecker attestiert den Wildparkprofis momentan nur ein „mentales“ Problem. „Ich bin lange genug dabei. Wenn ich in die Kabine komme, dann spüre ich, ob die Einstellung stimmt. In Cottbus haben ein paar Prozent gefehlt.“