760_0900_94136_KSC_Wildparkstadion.jpg
 

KSC will wieder in Fahrt kommen - Ex-Pressesprecher Jörg Bock hat einen neuen Job

Karlsruhe. Es ist Brauch im deutschen Profi-Fußball, den nächsten Gegner über den grünen Klee zu loben. Das gebieten die Höflichkeit und die Sorge, andernfalls im Falle vorgehalten zu bekommen, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Alois Schwartz, Trainer des Drittliga-Zweiten Karlsruher SC, ist schon lange im Geschäft und hat vom kommenden Gegner, der Kölner Fortuna, regelrecht geschwärmt.

„Spielstark“ sei das Team, es spiele „einen guten Ball, wenn man es gewähren lässt.“ Keine Floskel, wie Schwartz nach dem offiziellen Teil der Pressekonferenz nachschiebt. Besonders das Mittelfeld um Okan Kurz, Michael Eberwein und Abu Hanna sei fußballerisch gut ausgebildet.

Das ändert allerdings nichts an den Zielen der KSC-Mannschaft, die mit den Hufen scharrt, nachdem das Spiel beim FSV Zwickau vor einer Woche ausgefallen ist. „Jetzt sind wir umso heißer“, betont Verteidiger Damian Roßbach: „Wir wollen unbedingt mit einem Sieg an die Hinrunde anknüpfen.“

Startelf sicherlich ohne Sararer

Nichts deutet derweil darauf hin, dass Schwartz am heutigen Samstag (14 Uhr/SWR) seine Stammelf verändert. Verletzungsbedingt fehlen Alexander Groiß und Malik Batmaz (Magen-Darm-Infekt). Der ehemalige Fürther Sercan Sararer scheint die verlängerte Winterpause hingegen weiter genutzt zu haben, um an seinem „Fitnesszustand“ zu arbeiten, wie Schwartz berichtet. Was in diesem Fall eine nette Umschreibung des bösen Wortes „Übergewicht“ ist.

So oder so, Schwartz hat die Erfahrung gemacht, dass sich Fußballspieler unabhängig von ihrem Alter immer für fitter halten, als es ihre Trainer tun. „Das ist auch klar. Die wollen alle spielen.“

Knapp 8750 Eintrittskarten waren Donnerstagmittag verkauft, das lässt auf eine überschaubare Kulisse in der Baustelle Wildpark schließen. Nicht zuletzt hält sich die Reisefreudigkeit der Anhängerschaft des Nischenclubs aus dem Kölner Süden offenbar in Grenzen. Dabei geht es für die Fortuna in der Rückrunde um die Existenz, wie Geschäftsführer Michael W. Schwetje, betont: „Das sportliche Überleben hat höchste Priorität.“

Gefährdetes „Vereinsche“

Das „Vereinsche“, wie der längst verstorbene langjährige Mäzen, Jean „Schäng“ Löring, seinen Club nannte, steht derzeit nur einen Zähler vor einem Abstiegsrang und hat mit minus 16 zusammen mit Eintracht Braunschweig das schlechteste Torverhältnis. Nachdem Vereinsikone Uwe Koschinat die Fortuna Mitte Oktober Richtung SV Sandhausen verlassen hat, setzte es unter Nachfolger Tomasz Kaczmarek erst einmal 0:6- und 0:7-Niederlagen gegen die Spielvereinigung Unterhaching und den SV WehenWiesbaden. Auch deshalb wurden im Winter mit Torhüter Florian Kraft, Abwehrspieler Alwin Komolong und Stürmer Anatole Ngamukole drei Spieler nachverpflichtet.

Dass der Trainerwechsel die Rheinländer nachhaltig aus dem Gleichgewicht gebracht haben könnte, glaubt Schwartz nicht: „Sie haben sich längst gefangen und am vergangenen Wochenende nur unglücklich gegen Halle verloren. Da wartet jede Menge Arbeit auf uns.“

Jörg Bock nach Wehen

Fünf Monate nachdem seine 15-jährige Tätigkeit als Pressesprecher des Karlsruher SC abrupt endete, hat Jörg Bock bei einem neuen Arbeitgeber angefangen. Beim KSC-Drittliga-Konkurrenten SV Wehen Wiesbaden ist Bock nun Leiter für Presse und Kommunikation. Der 45-jährige gebürtige Karlsruher ersetzt Daniel Mucha, der zu Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld gewechselt ist.