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KSC wohl finanziell gerettet - Milchraum 6. Neuer.
KSC wohl finanziell gerettet - Milchraum 6. Neuer © dpa
01.06.2011

KSC wohl finanziell gerettet - Patrick Milchraum 6. Neuer

Gute Nachrichten beim Karlsruher SC: Der angeschlagene Fußball-Traditionsverein ist offenbar finanziell gerettet und kann mit der Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison rechnen. Zudem präsentierten die Badener beim Trainingsauftakt am Mittwochvormittag in Verteidiger Patrick Milchraum vom Ligakokurrenten Erzgebirge Aue sogleich einen weiteren Neuzugang. «Es war ein Kraftakt. Und es war ein großes Vertrauen von den Banken und Unternehmen notwendig», sagte Präsident Ingo Wellenreuther zum Lizenzierungsverfahren. Mit Vermarkter Sportfive habe der KSC zudem einen neuen Vertrag ausgehandelt. Der 51-Jährige wollte die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) geforderten Liquiditätsnachweise noch am Nachmittag per Bote in Frankfurt abgeben lassen. «Wir haben alles getan, um die Unterlagen zusammenzubekommen. Die Chance auf die Lizenz besteht und wir sehen dem optimistisch entgehen», erklärte Wellenreuther. «Aber den Sekt gibt es erst dann, wenn es durch ist.» Mit einer Entscheidung der DFL rechnet der CDU-Bundestagsabgeordnete spätestens in der kommenden Woche. Zudem hofft der KSC dank der Verpflichtung von Milchraum auf eine bessere Defensive. Zwar spielte der gebürtige Stuttgarter zuletzt im Mittelfeld, beim KSC soll er jedoch die linke Abwehrseite stärken. «Ich denke, dass ich das kann. Zu Beginn meiner Karriere habe ich auch links hinten gespielt», erklärte der 27-Jährige. Er ist nach Moses Lamidi (Rot-Weiß Oberhausen), Bogdan Müller (Schalke 04), Dennis Kempe (VfR Aalen), Marcus Piossek (Rot Weiss Ahlen) und Torwart Dirk Orlishausen (Rot-Weiß Erfurt) der sechste Neuzugang. Dagegen wurde der bis 30. Juni 2012 laufende Vertrag mit dem Ersatz-Keeper Kristian Nicht vorzeitig aufgelöst. Damit hat sich der KSC schon von mehr als einem Dutzend Profis der vergangenen Saison getrennt. Auch mit den Routiniers Marco Engelhardt und Christian Timm ist aus finanziellen Gründen über ein vorzeitiges Ende der noch ein Jahr laufenden Kontrakte am Mittwoch gesprochen worden. Sie gehören nicht mehr zum Kader. «Das hat nichts mehr der Leistung zu tun, das war eine Entscheidung des Vereins», sagte Trainer Rainer Scharinger. Beim ersten Training fehlten in Piossek (Schulter), Lamidi (Muskelprobleme) und Andrei Cristea (Zerrung) drei verletzte Spieler. Kapitän Alexander Iaschwilli spielt noch mit der Nationalelf Georgiens in der EM-Qualifikation und steigt in Karlsruhe am 8. Juni wieder ein. Der von Bundesligist Borussia Mönchengladbach umworbene Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann weilt beim U-19-Nationalteam. Mit zum Kader gehört auch wieder der zuletzt an den Drittligisten VfR Aalen ausgeliehene Stürmer Anton Fink. «Wir haben eine sehr junge Mannschaft, da braucht man Geduld», betonte Scharinger.