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Beim zähen Pokalspiel bei der Spvgg Neckarelz war KSC-Spieler Marc Lorenz das entscheidende 2:1 zu verdanken.
Beim zähen Pokalspiel bei der Spvgg Neckarelz war KSC-Spieler Marc Lorenz das entscheidende 2:1 zu verdanken. © Ripberger/PZ-Archiv
10.08.2017

KSC-Akteur Marc Lorenz: „Ich weiß, was im Pokal möglich ist“

Verpflichtet hat ihn der KSC, weil Marc Lorenz vergangene Saison, einer der besten Torvorbereiter in Liga drei war. 15 Scorer Punkte erhielt er beim SV Wehen-Wiesbaden, weil er so viele Treffer per Flanke, Pass, Eckball oder Freistoß vorbereitete. Daran will der offensive Mittelfeldspieler, der auch schon 25 Spiele in der zweiten Bundesliga absolvierte, beim KSC anknüpfen, wie er im PZ-Interview erklärte.

PZ: Herr Lorenz, man kennt Sie im Badischen noch nicht. Beschreiben Sie sich doch bitte selbst.

Marc Lorenz: Als Fußballspieler bin ich sehr zielstrebig, bin einer der den unbedingten Willen hat, erfolgreich zu sein. Ich versuche, die Mannschaft mitzureißen, bin auf dem Platz sehr emotional. Auf dem Spielfeld bin ich ein anderer Typ wie privat. Da bin ich eher ruhig und gelassen. Auf dem Spielfeld will ich auch den Ton mit angeben. Ich bin in einem Alter, in dem ich den jungen Spielern helfen kann.

PZ: Was machen Sie gerne, außer Fußball zu spielen?

Marc Lorenz: Ich spiele sehr gerne eine Runde Golf. Nicht leistungsmäßig, sondern alleine vier Stunden auf dem Golfplatz zu stehen, die Ruhe zu erleben – das tut mir sehr gut als Ausgleich.

PZ: Was rechnen Sie sich mit dem KSC in der ersten Pokalrunde gegen Erstligist Bayer Leverkusen aus?

Marc Lorenz: Ich sehe die Partie als Bonusspiel für uns. Ich habe mit Bielefeld im Pokal gute Erfahrungen gemacht, habe damals das Halbfinale erreicht. Ich weiß, was da auch für Drittligisten möglich ist. Die Bundesligisten haben noch kein Pflichtspiel absolviert, wir schon vier. Wir sind nicht chancenlos. Wir müssen in der Defensive sicher stehen – ein Tor können wir immer machen. Zudem können uns unsere Fans zum Pokaltriumph gegen Leverkusen treiben.  

PZ: Der KSC ist erstmals in dieser Saison in einem Pflichtspiel nicht Favorit. Ist das ein Vorteil?

Marc Lorenz: Gegen diese Leverkusener sind wir ganz sicher nicht Favorit. Wir haben da nichts zu verlieren, können befreit aufspielen. Wir werden alles versuchen, im Pokal die zweite Runde zu erreichen. Da kann man wieder gegen einen tollen Club antreten. Leverkusen ist ein attraktiver und guter Gegner. Da muss bei uns alles stimmen, dann haben wir eine Chance. 

PZ: Ihnen gelangen drei Torvorbereitungen in vier Spielen – das passt, oder?

Marc Lorenz: Finde ich auch. Es war mein Ziel, dass ich das, was ich in Wiesbaden angefangen habe, hier weitermache. Ich bin auf einem ganz guten Weg und versuche der Mannschaft mit meinen Vorlagen zu helfen. 

PZ: Gegen Ihren Ex-Club Wehen Wiesbaden bereiteten Sie beide KSC-Treffer vor.

Marc Lorenz: Das war sehr schön. Trotzdem steht über persönlichen Dingen der Sieg. Den wollten wir unbedingt, er hatte oberste Priorität.

PZ: Sie gelten als Passgeber, Topvorbereiter – nicht als Toptorjäger. Reicht Ihnen das?

Marc Lorenz: Natürlich schieße ich gerne Tore. Wer nicht? Aber ich bereite auch sehr gerne vor, auch weil ich die Standards gerne übernehme. Mein Spiel ist „außenlastig“, ich gebe Flanken, halte mich weniger im Zentrum auf. Natürlich würde ich gerne ein paar Tore mehr machen, vor allem um so der Mannschaft zu helfen. So fünf, sechs Tore sollten es schon sein. Und bei den Vorlagen sind die 15, die ich vergangene Saison vorbereitete, mein Ziel – mindestens. In Bielefeld wollte Trainer Norbert Meier aus mir einen Spieler machen, der viel dribbelt, nach innen zieht, sich mehr im Zentrum aufhält, das ist nicht meine Art zu spielen. Daher haben sich eben die Wege nach dem Bielefelder Aufstieg getrennt.

PZ: Hat sich das KSC-Team inzwischen gefunden?

Marc Lorenz: Wir haben den ersten Sieg, das war sehr wichtig. Aber wie wissen alle, dass wir noch sehr viel Arbeit haben. Die zwei Wochen ohne Ligaspiel nutzen wir, um weiter an der Abstimmung zu feilen, Abläufe noch besser reinzukriegen. Nach dem Sieg gegen Wehen hat man in der Kabine schon gemerkt, ja fast gehört, dass vielen von uns ein Stein vom Herzen gefallen ist. Der erste Dreier hat gut getan, denn jeder war mit dem Start, den wir hinlegten, unzufrieden.

PZ: Ist die Verunsicherung nun weg und kommt der KSC ab jetzt mit breiter Brust aufs Spielfeld?

Marc Lorenz: Wir sind trotz des schlechten Starts mit breiter Brust aufgetreten. Wir haben gegen Wiesbaden wenig zugelassen, ziehen daraus Selbstvertrauen.

Ohne den gesperrten Daniel Gordon, aber mit der richtigen Einstellung will Fußball-Drittligist Karlsruher SC ein möglichst unangenehmer Widersacher für Bundesligist Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal sein. Ein Flutlichtspiel gegen einen Erstligisten zuhause – das ist genau das, was man sich wünscht“, meint Martin Stoll, der Gordon in der Innenverteidigung ersetzen könnte. „Wir wollen versuchen, dass unser Gegner von Anfang an denkt, dass vielleicht ein anderes Los doch cooler gewesen wäre“, sagt KSC-Trainer Marc-Patrick Meister. Gegenüber dem Heimsieg im Punktspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:1) seien am Freitag (20.45 Uhr/Sky) „keine großen Änderungen“ zu erwarten.

Vor allem wegen der finanziellen Aussichten im Erfolgsfall hat die Partie für den KSC große Bedeutung. Meister setzte am Donnerstagvormittag ein Geheimtraining an, das wegen starker Regenfälle aber eher kurz ausfiel.

Mögliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Camoglu, Pisot, Stoll, Siebeck – Bülow, Wanitzek – Muslija, Lorenz, Fink, Zawada.