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Karlsruher SC

Hofft auf mehr Torgefahr beim KSC: Trainer Alois Schwartz. Foto: dpa
Hofft auf mehr Torgefahr beim KSC: Trainer Alois Schwartz. Foto: dpa
25.06.2018

KSC-Coach Alois Schwartz: „Haben charakterstarke Spieler geholt“

Karlsruhe. Nach dem knapp verpassten Aufstieg startet Alois Schwartz mit dem Karlsruher SC in die neue Drittliga-Spielzeit. Im PZ-Interview zeigt sich der Trainer zufrieden mit den Transfers und warnt vor einer schweren Saison – auch weil die beiden Absteiger erstmals Hilfe aus Frankfurt bekommen.

PZ: Herr Schwartz, schon zu Beginn der Vorbereitung ist der KSC recht weit mit der Kaderplanung für die kommende Saison. Ist das auch die Lehre aus der vergangenen Saison, als das Team in den ersten Spielen nicht eingespielt wirkte?

Alois Schwartz: Es stimmt, bis auf ein, zwei Positionen haben wir den Kader schon beisammen. Unabhängig von dem, was in der vergangenen Saison war, ist unser Ziel, eine möglichst gute Vorbereitung hinzubekommen. Das geht natürlich umso besser, je mehr der neuen Spieler schon früh daran teilnehmen können.

PZ: Haben Sie sich in der Sommerpause beim Gedanken ertappt, ob Sie heute einen Zweitligisten trainieren würden, wenn man Sie nicht erst nach dem 5. Spieltag geholt hätte?

Nein, das wären ja auch müßige Gedanken. Fakt ist, dass uns selbst 69 Punkte, also eine richtig gute Punktausbeute, nicht gereicht haben, weil die ersten beiden, Paderborn und Magdeburg, so überzeugend vorneweg marschiert sind. Die Relegation ist dann auch immer ein bisschen Glücksache.

PZ: Wobei sich einige Beobachter fragen, ob man das Hinspiel mit etwas mehr Mut vielleicht hätte gewinnen können.

Schauen Sie sich das Mexiko-Spiel bei der WM an, da spielt Deutschland offensiv und mutig und läuft in einen Konter nach dem nächsten. Auch da gibt es dann lautstarke Kritik. Es geht gerade aus Sicht des Trainers immer um die Balance zwischen Defensive und Offensive. Und die Stärke des KSC war es, dass wir 22 Mal ohne Gegentor geblieben sind.

PZ: Lag deshalb das Augenmerk in dieser Transferperiode auf der Offensive? Mit Justin Möbius, Kyoung-Rok Choi und Martin Röser kamen drei offensivstarke Mittelfeldspieler.

Wir wollen im Angriff variabler agieren, mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld entwickeln und noch mehr Optionen haben, Torgefahr einzuwechseln. Wobei es wieder so sein kann wie in der vergangenen Saison, dass sich der ein oder andere erst nach einer Anlaufzeit als Verstärkung erweist.

PZ: Sie spielen auf Marvin Pourié an, der erst einige Wochen seine Konditionsrückstände aufarbeiten musste, ehe er in den letzten Spielen zur Stammkraft wurde.

Manchmal muss man einfach etwas Geduld mitbringen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir charakterstarke Spieler geholt haben, denen ich einiges zutraue.

PZ: Sie haben es erwähnt: Paderborn und Magdeburg waren die beiden Übermannschaften der vergangenen Saison und sind zurecht aufgestiegen. Wird die kommende dadurch nicht automatisch leichter?

Nein, denn zum einen haben die beiden Absteiger aus Braunschweig und Kaiserslautern nicht nur einen großen Namen, sondern sicher auch große Ziele. Und zum zweiten haben auch die Aufsteiger beachtliche Mittel: Nicht nur Cottbus, die immer gute Mannschaften haben – auch bei 1860 München und vor allem beim KFC Uerdingen wird gerade viel Geld investiert.

PZ: Braunschweig und Kaiserslautern kommen zusätzlich in den Genuss des DFL-Rettungsschirmes und des Solidaritätsgeldes der Zweitligisten – und bekommen so über eine Million Euro zusätzlich.

Dazu und zu der Frage, ob das nicht eine ziemliche Wettbewerbsverzerrung ist, haben schon viele Leute kluge Dinge gesagt. Ich sage hier nur so viel, dass der KSC dieses Geld letztes Jahr auch gerne genommen hätte, als er aus der Zweiten Liga abgestiegen ist. Aber damals gab es diese Zahlung so halt noch nicht.

Zur Person:

Alois Schwartz wurde 1967 in Nürtingen geboren. Als Fußballer war er lange bei den Stuttgarter Kickers, danach unter anderem beim MSV Duisburg, RW Essen und Waldhof Mannheim. Seine Trainer-Laufbahn begann er bei Rot-Weiß Erfurt, danach ging es zum 1. FC Kaiserslautern II, wo er als Interimscoach zeitweise auch die Profimannschaft betreute. Danach ging es wieder nach Erfurt, ehe der Weg über Sandhausen und Nürnberg nach Karlsruhe führte. ok