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Als würde er an seinem Stürmer kleben: KSC-Trainer Markus Kauczinski (rechts) und Torschütze Erwin Hoffer. Foto: Deck
Als würde er an seinem Stürmer kleben: KSC-Trainer Markus Kauczinski (rechts) und Torschütze Erwin Hoffer. Foto: Deck
23.09.2015

KSC-Coach Kauczinski: „Es geht nur über die einfachen Dinge“

Nach drei Niederlagen hintereinander – mit insgesamt 0:11 Toren – konnte der Karlsruher SC am Dienstagabend gegen Fortuna Düsseldorf wenigstens einen Teilerfolg verbuchen und nach 385 torlosen Minuten wieder einen Treffer erzielen. Erwin Hoffer stellte zehn Minuten nach der Führung der Gäste durch Kerem Demirbay (70.) den 1:1-Ausgleich und den Endstand gegen seinen vorherigen Arbeitgeber (2013 bis 2015) her und bewahrte die Wildparkprofis vor einer vierten Nullrunde. Bis zu seinem dritten Saisontor jedoch war der österreichischen Ex-Nationalspieler in diesem Kellerduell nicht gerade vom Spielglück begünstigt.

Mit der ersten großen Chance für den Fußball-Zweitligisten scheiterte er aus spitzem Winkel von links an Michael Rensing (13.). Etwas mehr als zwanzig Minuten später fand „Jimmy“ erneut im Schlussmann der Fortuna seinen Meister (34.). Und als der in der zweiten Halbzeit einen satten Schuss von Dimitrij Nazarov nur nach vorne abklatschen konnte, brachte Hoffer den Ball nicht unter Kontrolle (61.). Hat sein Trainer nicht daran gedacht, ihn auszuwechseln? „Überhaupt nicht“, sagt Markus Kauczinski. „Er kommt in solche Situationen. Haben wir jemand anderen? Nein. Jimmy hat in jedem Spiel seine Chancen. Und irgendwann macht er auch mal zwei oder drei Tore.“

Dass der KSC-Coach keine Zweifel an den Fähigkeiten seines Goalgetters hatte und hat, zahlte sich zehn Minuten vor dem Abpfiff aus. Hoffer erlief eine zu kurze Rückgabe von Christian Strohdiek, umkurvte Rensing und brachte das Wildparkstadion zum Jubeln. „Wir haben jetzt gesehen, welchen Weg wir gehen müssen“, fasste Markus Kauczinski die Erkenntnisse der letzten Wochen und aus den jüngsten 90 Minuten zusammen. „Es geht primär über den Kampf, über die einfachen Dinge. Einen Schönheitspreis gibt es nicht zu gewinnen.“

Im Umfeld des KSC aufgekommene Spekulationen, dass der Trainer seine Spieler nicht mehr erreiche, oder die Mannschaft in sich zerstritten sei, sieht Kapitän Dirk Orlishausen klar widerlegt: „Wir ziehen alle am gleichen Strang. Das hat man heute gesehen.“ Nur der jetzt eingeschlagene Weg, gepflastert mit Leidenschaft und Zusammenhalt, führe aus der Gefahrenzone heraus. „Und diesen Weg“, so Orlishausen, „dürfen wir nicht mehr verlassen – auch wenn wir mal stolpern.“