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Bedankt sich bei den KSC-Fans: Markus Kauczinski nach dem letzten Heimspiel als Karlsruher Trainer. Foto: dpa
Bedankt sich bei den KSC-Fans: Markus Kauczinski nach dem letzten Heimspiel als Karlsruher Trainer. Foto: dpa
18.05.2016

KSC-Coach Markus Kauczinski: „Natürlich werde ich einige vermissen“

Nach 15 Jahren verlässt Markus Kauczinski den Karlsruher SC. Bevor er den Bundesligisten FC Ingolstadt übernimmt, erholt er sich im Süden Europas von den Anstrengungen der vergangenen Monate und von den Abschiedsfeierlichkeiten. Der gebürtige Gelsenkirchner kam 2001 als Coach der U17 zum Karlsruher SC. Ehe er 2012 die nötige Lizenz erlangte und kurz darauf KSC-Cheftrainer wurde, war Kauczinski dreimal interimsmäßig für die erste Mannschaft verantwortlich. Vor vier Jahren musste Kauczinski mit Karlsruhe nach dem Scheitern in der Relegation in die 3. Liga, in der der Club im Jahr darauf Meister wurde. Seither spielt der KSC in der 2. Fußball-Bundesliga eine gute Rolle.

PZ: Herr Kauczinski, was bleibt Ihnen aus der langen Zeit beim KSC im Gedächtnis?

Markus Kauczinski: Viele, viele positive Dinge, viele Freunde. Alles und alle aufzuzählen würde wohl hier den Rahmen sprengen.

PZ: Befürchten Sie, dass Sie nach dem Wechsel zumindest etwas Heimweh nach Karlsruhe und dem KSC bekommen?

Markus Kauczinski: Man wird sehen. Natürlich werde ich einige Leute vermissen, die mich über die 15 Jahre hinweg begleitet haben. Ich bin aber nicht ewig weit weg – sondern nur woanders. Natürlich freue ich mich auch, einen neuen Weg gehen zu können.

PZ: Was sprach für den Wechsel nach Ingolstadt?

Markus Kauczinski: Die Gespräche verliefen sehr positiv. Die Argumente und Pläne der Ingolstädter Verantwortlichen waren sehr überzeugend. Ich habe das Gefühl, dass ich dahin passe. Es ist schon gegenseitiges Vertrauen entstanden – all das sprach für Ingolstadt.

PZ: Freuen Sie sich auf die tolle Atmosphäre in Liga eins?

Markus Kauczinski: Aber sicher, das ist für jeden, der im Fußball tätig ist, etwas Tolles.

PZ: Sie stehen in der ersten Liga noch mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Ist das keine Belastung?

Markus Kauczinski: Nein, null Belastung. Auch wenn Karlsruhe „nur“ in Liga zwei spielt, man wird auch hier immer wieder angesprochen, steht immer wieder im Fokus. Das gehört dazu, das belastet mich nicht. Ich werde weiter ein ganz normales Leben führen.

PZ: Werden Sie Spieler vom KSC mitnehmen?

Markus Kauczinski: Da ist nichts geplant.

PZ: Beim FCI treffen Sie auf einige alte Bekannte: auf Pascal Groß und den Pforzheimer Spieler Robert Bauer und auf den Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Roland Reichel, der einst Verbandstrainer in Nordbaden war. War das mitentscheidend nach Ingolstadt zu gehen?

Markus Kauczinski: Das hatte keinen Einfluss auf meine Entscheidung. Natürlich ist es schön, wenn man jemand kennt - aber nicht entscheidend. Es gilt, sich auf eine neue Situation einzustellen.

PZ: Gibt es Zielvereinbarungen mit Ihrem neuen Arbeitgeber?

Markus Kauczinski: Die Saison ist kaum vorüber, ich arbeite noch nicht in Ingolstadt – da ist es zu früh, darüber zu reden.

PZ: Wird Ingolstadt zum neuen Lebensmittelpunkt?

Markus Kauczinski: Da unser Sohn Gero in Karlsruhe sein Abitur macht, werden wir zunächst die Wohnung hier behalten. Meine Frau wird pendeln.

PZ: Der FCI agiert taktisch etwas anders, als sie den KSC spielen ließen. Wird das so bleiben, oder wird das Team eine neue Ausrichtung bekommen?

Markus Kauczinski: Natürlich haben wir darüber geredet. Aber es ist auch klar, dass ich nicht an einer bestimmten Spielweise hänge, sondern ich immer schaue: Was passt zur Mannschaft, was kann diese Mannschaft am besten spielen? Wenn die Mannschaft gut spielt und sich mit einer taktischen Variante besonders wohl fühlt, werden wir natürlich die beibehalten. Der Kern wird bleiben – aber auch Veränderungen in Kleinigkeiten kommen. Es wird sich nichts riesig verändern. Beim KSC hatte ich andere Typen, also wurde anders gespielt. Ich werde natürlich versuchen, positive Dinge zu übernehmen.

PZ: Werden Sie Kontakt zu Vorgänger Ralph Hasenhüttl aufnehmen?

Markus Kauczinski: Wir werden uns sicher mal über den Weg laufen und reden. Ansonsten macht jeder etwas Neues, da gibt es nicht groß etwas zu übergeben. Wir werden wohl beide unbelastet an unsere neue Aufgabe herangehen. Jeder macht seinen Job.

PZ: Wurden Sie schon von Ihrem Nachfolger beim KSC, Tomas Oral, kontaktiert?

Markus Kauczinski: Tomas hat mich angerufen. Aber nicht wegen der Mannschaft oder wegen eines Spielers, sondern ob es mir recht ist, wenn er ins Stadion kommt und die Mannschaft anschaut.