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Obacht! KSC-Trainer Marc-Patrick Meister hat klare Vorstellungen, wie sein Team in der 3. Liga auftreten muss. Foto: dpa
Obacht! KSC-Trainer Marc-Patrick Meister hat klare Vorstellungen, wie sein Team in der 3. Liga auftreten muss. Foto: dpa
11.07.2017

KSC-Coach Meister: „Die Spieler müssen sich wehren können“

Was kann der Karlsruher SC nach dem Abstieg in die 3. Liga seinen Fans bieten? Was ist ein realistisches Ziel? Und wie läuft es gerade in der Vorbereitung? Marc-Patrick Meister, Cheftrainer des Karlsruher SC, spricht im PZ-Interview über die tolle Stimmung im Team während des Trainingslagers und was er von seiner Mannschaft in der neuen Drittliga-Saison erwartet.

PZ: Herr Meister, Spieler, die die vergangene Saison erlebt haben, sind regelrecht erleichtert, dass die Atmosphäre im Trainingslager gut ist. Geht es Ihnen auch so?

Marc-Patrick Meister: Vor allem freut es mich, wenn es die Spieler genau so empfinden wie wir im Trainerteam. Die Jungs sollen diese Tage hier zu ihrem Trainingslager machen, um als Mannschaft zusammenzuwachsen. Da haben sie den Hut auf. Die einzigen zwei Phasen des Tages, an denen das anders läuft, sind bei den beiden Einheiten auf dem Trainingsplatz.

PZ: Ist es auch eine Lehre aus der vergangenen Saison, dass man viel Wert auf das Klima im Team legt? Vom fußballerischen Potenzial her hätte der KSC nicht absteigen müssen. Aber er war eben keine Mannschaft.

Marc-Patrick Meister: Deswegen haben Oliver Kreuzer und ich bei den Neuverpflichtungen auch darauf geachtet, wie die Jungs sich im Gespräch präsentieren. Wie tickt derjenige? Hat er verstanden, zu welchem Verein er wechselt? Wie steht es mit der Sozialkompetenz?

PZ: Es scheint, als hätten in der vergangenen Saison auch Spieler gefehlt, denen es nicht reicht, irgendwie mitzuschwimmen.

Marc-Patrick Meister: Auch da haben wir bewusst angereichert. Ich könnte auf Anhieb sechs, sieben Spieler aus der aktuellen Mannschaft aufzählen, die wissen, wie man führt. Überhaupt ist es viel wert, dass ein großer Teil der Mannschaft die 3. Liga entweder schon kennt oder aus ihr aufgestiegen ist.

PZ: Worauf hat man sich denn einzustellen in dieser 3. Liga?

Marc-Patrick Meister: Es wird wichtig sein, Spieler beisammen zu haben, die sich wehren können. Dass wir in der vergangenen Saison meist die Mannschaft mit den kleineren und leichteren Spielern waren, wird sich jedenfalls nicht wiederholen.

PZ: Der KSC gilt als Topfavorit für den Aufstieg. Da werden sich viele Gegner erst mal hinten reinstellen. Bringt da ein gewonnener Kopfball im Mittelfeld wirklich so viel, oder muss man eher eine spielerische Überlegenheit aufbauen?

Marc-Patrick Meister: Absolut. Bei aller Robustheit in der 3. Liga geht es auch um taktische Flexibilität und spielerische Qualität – in der Offensive. Deswegen trainieren wir aber beim Defensivverhalten auch gerade, was es heißt, ein Angriffspressing aufzuziehen, ohne die Intensität in der Verteidigung preiszugeben.

PZ: Was ändert sich atmosphärisch in der 3. Liga?

Marc-Patrick Meister: Dass wir überall zum Topfavoriten erklärt werden, wird sicher Folgen haben. So manches Auswärtsspiel dürfte da vor allem für die jüngeren Spieler eine Herausforderung werden.

PZ: Allerdings hatten einige KSC-Spieler in den vergangenen Jahren eher Bammel vor den Heimspielen und der schlecht gelaunten Haupttribüne im Wildpark.

Marc-Patrick Meister: Aber die Stimmung im Stadion können wir beeinflussen durch ehrliche Arbeit und dadurch, dass wir alles tun, um das Spiel zu gewinnen. Vor allem aber werden wir uns auf ein Stadion und eine Stadt vorbereiten, die sich auf uns freuen.

PZ: Gleich das erste Heimspiel wird im TV übertragen. Eine ganz schön große Bühne für die 3. Liga, oder?

Marc-Patrick Meister: Und zwar bundesweit, direkt nach der Tagesschau. Aber es kann ja auch gut sein, dass der KSC ab Ende Juli mehr und nicht weniger Aufmerksamkeit erfährt. Aber die müssen wir uns durch richtig gute Leistungen erst verdienen.