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Karlsruhes Trainer Tomas Oral hofft auf einen Derby-Sieg gegen den SV Sandhausen. Foto: dpa
Karlsruhes Trainer Tomas Oral hofft auf einen Derby-Sieg gegen den SV Sandhausen. Foto: dpa
17.11.2016

KSC-Coach Tomas Oral: „ Ich weiß, dass wir vernünftig arbeiten“

Tomas Oral ist seit rund einem halben Jahr beim Karlsruher SC Cheftrainer. Der Coach, der ungemein fleißig ist, sieht sein Fußball-Team auf einem guten Weg, obwohl von den fünf letzten Partien nur eine gewonnen wurde. Gegen den SV Sandhausen soll am Samstag (13 Uhr/Sky) der erste Derby-Sieg her.

PZ: Herr Oral, sind Sie abergläubisch?

Tomas Oral: Ein wenig, ab und zu. Warum?

PZ: Es gibt ein Sprichwort das heißt: Aller guten Dinge sind drei. Gegen Sandhausen steht das dritte Derby in Folge bevor. Die beiden ersten wurden verloren . . . Stimmt das Sprichwort, würde der KSC gewinnen.

Tomas Oral: Ich kenne dieses Sprichwort. Aber wir gehen eh in jedes Spiel, um zu gewinnen – wie zuletzt auch in Heidenheim. Da haben wir ein Spiel, bei dem ein Sieg drin war, unnötigerweise aus der Hand gegeben.

PZ: . . . aber in Halbzeit zwei wurde wenig für das Offensivspiel gemacht . . .

Tomas Oral: Das sehe ich nur bedingt so. Wir haben in Heidenheim gespielt, wir waren schon auf der Siegerstraße, dann kam aus dem Nichts das 1:1. Dann darf man natürlich nicht ins offene Messer laufen und einen Konter nach dem anderen zulassen.

PZ: Am Ende aber stand eine Niederlage.

Tomas Oral: Leider. Aber ich weiß, dass wir vernünftig arbeiten. Wir haben den einen oder anderen Punkt liegen lassen. Auch, weil uns ein wenig das Schussglück gefehlt hat. Aber ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass sich das ändert.

PZ: Doch die Anzahl der Punkte ruft keinen großen Optimismus hervor.

Tomas Oral: Das ist im Fußball nun ab und zu mal so. Das hängt auch damit zusammen, dass uns am Anfang der ein oder andere Sieg, der drin gewesen wäre, nicht gelungen ist. Trotzdem: Es ist eine Entwicklung zu sehen. Das ist es, was mich beruhigt. Aber klar ist auch: Wir könnten vier, fünf Punkte mehr haben. Aber ich sehe dem Ganzen absolut positiv entgegen.

PZ: Wenn Sie so positiv sind, sind Sie dann sicher, dass Sie gegen Sandhausen gewinnen?

Tomas Oral: Ich wäre völlig falsch beraten, wenn ich so überheblich an ein Spiel herangehen würde. Sandhausen hat in den letzten Wochen stark gespielt. Wir werden wie in jedem anderen Spiel in der zweiten Liga alles in die Waagschale werfen müssen, was wir haben. Wir haben Sandhausen beobachtet, die ihre Spielweise etwas offensiv verändert haben und seit Längerem mit sieben, acht Spielern in nahezu unveränderter Formation zusammenspielen. Aber wir wollen unser Ding durchziehen, auch wenn wir zuletzt immer wieder personelle Rückschläge verkraften mussten: So fiel Bjarne Thoelke kurzfristig aus. Jetzt hat sich Grischa Prömel bei der U21 einen Virus eingefangen. Aber jammern gilt nicht.

PZ: Ein Drittel der Saison ist vorbei. Sie haben sechs externe Spieler verpflichtet: Kom, Figueras, Mavrias, Rolim, Stoppelkamp und Kamberi. Stoppelkamp kann man als Volltreffer bezeichnen. Der Rest blieb hinter den Erwartungen zurück, oder?

Tomas Oral: Zuerst: Wir haben nur für einen Spieler Ablöse bezahlt und für einen Leihgebühr. Richtig ist: Es hat zu Beginn nicht jeder das gebracht, was wir erhofften – aber alle sind mittlerweile auf einem guten Weg. Mavrias und Kamberi haben oft gespielt. Insgesamt haben wir einen vernünftigen Kader, mit dem sich in der 2. Liga einiges entwickeln lässt. Viele junge Spieler sind da dabei. Die brauchen nun mal Zeit.