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KSC-Chef Ingo Wellenreuther erlebt relativ unruhige Zeiten. Foto: dpa-Archiv
KSC-Chef Ingo Wellenreuther erlebt relativ unruhige Zeiten. Foto: dpa-Archiv
10.09.2018

KSC-Führung geht in die Offensive und tritt Gerüchten entgegen

Karlsruhe. Rund um den Karlsruher Wildpark herrscht Unruhe. Offenbar deshalb sind nun Präsidium und Verwaltungsrat des Fußball-Drittligisten KSC in die Offensive gegangen. Es gebe vermehrt Gerüchte zur aktuellen Situation, die einer Klarstellung bedürften, heißt es zu Beginn einer am Montag veröffentlichten ausführlichen Pressemitteilung.

Der Vorjahresdritte ist mäßig in die Saison gestartet, was im Hinblick auf die erneut angestrebte Zweitliga-Rückkehr nicht gerade Hoffnung macht. Kurz vor Transferschluss ließ der KSC noch Florent Muslija zum Bundesligisten Hannover 96 ziehen – ohne Ersatz zu verpflichten. Dafür, dass es bei den Fans rumort, spricht auch die „1. Zukunftswerkstatt“ der Supporters Karlsruhe, dem Dachverband der Karlsruher Fans, die am Sonntag stattfand. Dass Präsident Ingo Wellenreuther Gegenwind bekommt, wird klar, da Ex-Manager Rolf Dohmen jüngst ankündigte, in einem Jahr für das Amt zu kandidieren.

Präsidium und Verwaltungsrat nahmen nun zu verschiedenen Themen Stellung.

Finanzen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des KSC seien seit vielen Jahren nicht einfach. Seit dem Abstieg fällt die Reduzierung der Fernsehgelder von knapp zehn Millionen auf nur noch rund 800.000 Euro stark ins Gewicht. Den vorige Saison entstandenen Verlust hätten verschiedene Unterstützer weitgehend ausgeglichen – unter anderem maßgeblich Vizepräsident Günter Pilarsky: „Der tatsächliche bilanzielle Verlust liegt lediglich bei rund 85.000 Euro.“ Die laufende Saison sei „durchfinanziert und abgesichert“. Dazu hätten Transfereinnahmen in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro beigetragen. „Anderslautende Gerüchte und Medienberichte zur aktuellen wirtschaftlichen Lage sind schlichtweg falsch“, heißt es in der KSC-Erklärung. Auch von Verbindlichkeiten in der Größenordnung von 20 Millionen Euro, wie teils berichtet, könne nicht die Rede sein. „Richtig ist, dass die Verbindlichkeiten weniger als fünf Millionen Euro betragen. Darüber hinaus bestehen Rückstellungen in Höhe von rund einer Million Euro.“

Auch was einen Vertrag mit Medienunternehmer Michael Kölmel angeht, kursieren aus Sicht der KSC-Führung falsche Annahmen. „Der Verein ist ... verpflichtet, bis zu einer Höchstgrenze von 21 Millionen Euro jedes Jahr einen prozentualen Anteil aus den Einnahmen aus audiovisuellen Rechten an Herrn Kölmel zu zahlen. Ein vorzeitiger Ausstieg ist ab dem kommenden Jahr gegen eine Einmalzahlung möglich, aber nicht verpflichtend.“ Die Ausstiegsmöglichkeit sei also nicht als Verbindlichkeit zu sehen. So schaue es auch in Sachen Besserungsscheine aus: „Personen und Unternehmen haben dem Verein Gelder zur Verfügung gestellt und auf deren Rückzahlung verzichtet.“ Das gelte so lange, bis „positives Eigenkapital“ in Verbindung mit „bilanziellem Gewinn“ vorliege.

Zukunftskonzept

Das von Geschäftsführung und Präsidium ausgearbeitete und gemeinsam mit dem Verwaltungsrat verabschiedete Zukunftskonzept beinhalte unter anderem „mögliche Pläne“ für eine Ausgliederung. Die 50+1 Regel würde der KSC in jedem Fall beachten. Im Rahmen einer Restrukturierung würden Sach- und Personalkosten um insgesamt rund 2,5 Millionen Euro reduziert. „Der laufende Geschäftsbetrieb ist auch nach den personellen Änderungen voll funktionsfähig“, heißt es dazu.

Stadion-Neubau

Nur ein Neubau biete die Chance, Profifußball in Karlsruhe auf Dauer zu halten. „In dieser Frage ziehen der Verein und die Stadt Karlsruhe mit dem Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup an der Spitze an einem Strang.“ Ein Austausch über die aktuelle Situation des KSC und auch über den Wechsel in der Geschäftsführung sei erst vorige Woche erfolgt. Im Hinblick auf die Neubau-Zukunftsentscheidung am 23. Oktober im Karlsruher Gemeinderat müsse der KSC nun Zusammenhalt demonstrieren.