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Strahlt enorme Ruhe aus: KSC-Keeper Benjamin Uphoff. Foto: Ripberger
Strahlt enorme Ruhe aus: KSC-Keeper Benjamin Uphoff. Foto: Ripberger
17.08.2017

KSC-Keeper Benjamin Uphoff: „Ich weiß, wie jeder tickt“

Benjamin Uphoff setzte sich in der Vorbereitung gegen Dirk Orlishausen als neue Nummer eins im Tor des Karlsruher SC durch. Seither wird der gebürtige Bayer, der vom Reserveteam des VfB Stuttgart kam, immer besser. Der 1,92 Meter große und 80 Kilogramm schwere Keeper entwickelt sich zum Rückhalt des Drittligateams. Vor dem Freitag-Spiel bei Fortuna Köln (19.00 Uhr, live auf telekomsport.de) stellte sich Uphoff der PZ zum Interview.

PZ: Herr Uphoff, der KSC verlor das Pokalspiel gegen Leverkusen zwar 0:3. War nicht auch positiv, dass man erstmals in dieser Saison in der regulären Spielzeit von 90 Minuten ohne Gegentor geblieben ist?

Benjamin Uphoff: Natürlich, gerade für einen Torhüter ist das enorm wichtig. Insgesamt beweist das, dass unsere Defensivleistung – vor allem gegen einen Bundesligisten – gestimmt hat. Ich hoffe, dass wir jetzt auch in der 3. Liga ohne Gegentor bleiben.

PZ: Die Abwehrformation des KSC wechselte aus diversen Gründen permanent. Vier Außenverteidiger und drei Innenverteidiger kamen schon zum Zug. Ist das ein Nachteil für den Torhüter?

Benjamin Uphoff: Nein, das stellt mich vor kein Problem. Mir ist egal, in welcher Kombination wir antreten. Ich kenne die Spieler aus dem täglichen Training, das sind ja keine „Unbekannten“. Da braucht man keine Eingewöhnungszeit, man kennt sich. Ich weiß, wie jeder tickt.

PZ: Nach dieser Partie wurden Sie zum „Man of the Match“ gewählt. Das macht Sie sicher stolz?

Benjamin Uphoff: Das hat mich natürlich sehr gefreut. Auch, weil es mein erstes DFB-Pokalspiel war. Aber ich hätte diese Auszeichnung samt Trophäe gerne sofort eingetauscht gegen einen Sieg unserer Mannschaft. Dennoch: Solch eine Auszeichnung nimmt man gerne an.

PZ: Jetzt kommt der harte Drittligaalltag. Was erwarten Sie vom Spiel bei der Kölner Fortuna?

Benjamin Uphoff: Ich hoffe, dass wir offensiv an das anknüpfen, was wir gegen Wehen-Wiesbaden gezeigt haben. Da hatten wir viele gute Szenen nach vorne. Wenn wir es dann noch schaffen, so zu verteidigen wie gegen Leverkusen – dann sind drei Punkte absolut möglich. Wir fahren mit dem Ziel nach Köln, dort zu gewinnen.

PZ: Der KSC muss in Köln, beim bisher ungeschlagenen Spitzenteam der 3. Liga, gewinnen, sonst wird der Abstand nicht verringert. Dann käme Unruhe auf. Denkt man daran?

Benjamin Uphoff: Darüber nachzudenken, was passiert, wenn irgendetwas schief geht – das ist ein schlechter Ratgeber. Ich denke an keine Niederlage, daran verliere ich keinen Gedanken und keine Energie.

PZ: Zu Beginn der Saison zeigten Sie ein, zwei Unsicherheiten. Jetzt spielen Sie absolut fehlerfrei. Haben Sie damit gerechnet?

Benjamin Uphoff: Mir ist bewusst, dass in den ersten ein, zwei Spielen die eine oder andere Unsicherheit dabei war. Das habe ich mit unserem Torwarttrainer Kai Rabe analysiert und überlegt, wie das besser werden kann. Dass anfangs etwas Nervosität dabei war, ist klar. Ob ich erwartet habe, dass es schnell besser wird? Erhofft ist wohl die bessere Beschreibung. Die letzten Spiele waren in Ordnung.

PZ: Sie sind erst 24 Jahre alt, strahlen aber schon enorme Ruhe aus. Wie geht so etwas? Kann man so etwas lernen oder entspricht das Ihrem Naturell?

Benjamin Uphoff: Ob man so etwas lernen kann – weiß ich nicht. Ich bin grundsätzlich ein Torwart, der Ruhe ausstrahlen will. Das zum einen – zum anderen will ich das Spiel schnell machen, wenn es die Situation erfordert. Grundsätzlich liegt das ruhige Auftreten in meinem Naturell.

PZ: Eine Ihre Stärken ist die Strafraumbeherrschung. Trainieren Sie das speziell? Oder ist das eine angeborene Fähigkeit?

Benjamin Uphoff: Das war schon immer eine Stärke von mir. Im ersten Spiel gegen Osnabrück gab es wenige solcher Situationen, über die ich mir hätte Sicherheit holen können. In den Spielen danach mehr – das half, da wird man automatisch ruhiger.