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26.09.2016

KSC-Mitglieder stimmen für neues Stadion – Votum euphorisch gefeiert

Der Traum vom neuen Fußballstadion in Karlsruhe scheint doch noch wahr zu werden. Mit einem eindrucksvollen Mitgliedervotum wurde das KSC-Präsidium um den als Präsident wieder gewählten Ingo Wellenreuther beauftragt, die hierfür nötigen Verträge mit der Stadt Karlsruhe zu unterschreiben. Wellenreuther hatte sich sehr optimistisch gezeigt, wonach letzte Differenzen bis zu dem im Oktober angesetzten Notartermin ausgeräumt werden können.

Noch am Freitag hatte Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup in einem eilends anberaumten Pressegespräch Pessimismus verbreitet und vor dem Scheitern der Verhandlungen gewarnt (die PZ berichtete). Von den 580 anwesenden KSC-Mitgliedern auf der gestrigen Versammlung sprach sich dagegen nur eines gegen den Neubau aus. Bei allen anderen herrschte fast schon euphorische Zustimmung. Mit stehendem Applaus wurde das eindrucksvolle Votum der Mitgliederversammlung minutenlang gefeiert.

Wellenreuther konnte sich indes keine markigen Worte in Richtung Mentrup verkneifen. Man sei vom Verhalten der Stadt enttäuscht, denn es gebe keinen Grund, die Nerven zu verlieren. Dass dies trotzdem geschah, sei „einigermaßen absurd“ und nicht mehr, als eine politische Inszenierung. „Aus unserer Sicht war es ein Foul-Spiel“, so Ingo Wellenreuther.

Anschließend ging der zuvor mit 87,2 Prozent der Stimmen bestätigte Präsident auf die Eckpunkte des geplanten Neubaus ein, wiederholte in vielen Punkten das, was bereits veröffentlicht und auch von der Stadt als Verhandlungsgrundlage genannt wurde.

Doch Wellenreuther räumte auf Nachfrage auch ein, dass für das neue Stadion ein Vielfaches dessen als Pacht bezahlt muss, was aktuell pro Jahr fällig wird. Der Betrag steige von 400 000 Euro samt Nebenkosten auf rund 2,2 Millionen Euro jährlich, nach fünf Jahren werde sich die Summe wegen höherer Instandhaltungskosten auf 2,8 Millionen Euro erhöhen. Insgesamt werden die Kosten samt Bewirtschaftung von Stadion, Hospitality-Bereich und Parkdeck auf rund sieben Millionen Euro taxiert.

Neues Stadion mit Sogwirkung

Auf der anderen Seite rechnet man bei Ticketverkauf, Einnahmen im Hospitality-Bereich, Werbung im Stadion und dem Verkauf von Fanartikeln mit Einnahmen in Höhe von 13,4 Millionen Euro. Dabei wird von durchschnittlich 22 000 Zuschauern pro Spiel und einem durchschnittlichen Ticketpreis in Höhe von 17,80 Euro ausgegangen.

Finanziell steht der Zweitligist ebenfalls besser da: Der Verein konnte seinen Mitgliedern einen Gewinn von 2,208 Millionen Euro und eine deutliche Verbesserung des Eigenkapitals auf Minus 2,411 Millionen bekanntgegeben. Der für Finanzen zuständige scheidende Vizepräsident Georg Schattling wurde von den Fans mit großem Applaus verabschiedet. Auch die vollständig erschienene Mannschaft wurde mit Beifall begrüßt. Die sportliche Krise zu Saisonbeginn spielte in der Versammlung keine Rolle.