nach oben
Foto: PZ-Archiv
Foto: PZ-Archiv
23.02.2018

KSC-Spieler Fabian Schleusener: „Ich lasse alles auf mich zukommen“

Mit seinen elf Toren schoss Fabian Schleusener  den Karlsruher SC in der 3. Liga wieder in Richtung Aufstiegsränge. Allerdings wächst auch die Gefahr, dass sich der Stürmer mit jedem Treffer den er erzielt, wieder weg vom KSC schießt. Denn er ist vom SC Freiburg nur ausgeliehen. Im PZ-Interview sagt der 26-Jährige vor dem Heimspiel gegen Chemnitz, wie es sportlich beim KSC weitergeht und wie seine persönliche Zukunft aussieht.

PZ: Herr Schleusener, der KSC hat eine Superserie, besteht da die Gefahr, dass man den FC Chemnitz nicht ganz ernst nimmt?

Fabian Schleusener: Die Gefahr besteht bei uns nicht. Wir bereiten uns konzentriert wie immer vor, wir sind in einem Prozess der Entwicklung, daher werden wir nie jemanden unterschätzen. Wir wissen: Chemnitz ist sehr kampfstark. In der 3. Liga muss man jedes Spiel mit Vollgas angehen, sonst wird das nichts.

PZ: Alles andere als ein Dreier gegen Chemnitz wäre aber eine Enttäuschung.

Fabian Schleusener: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, wollen unsere Serie ausbauen.

PZ: In Halle erzielten Sie wieder einmal den Siegtreffer. Wenn man Ihre Trefferquote hochrechnet, dann könnten es am Saisonende 20 Treffer sein.

Fabian Schleusener: Wenn die Rechnung stimmt, dann würde ich das sofort unterschreiben. Um Tore zu machen, spielen aber viele Faktoren eine Rolle. Wichtiger ist es, dass ich für den Erfolg arbeite.

PZ: Welche Faktoren spielen denn eine Rolle?

Fabian Schleusener: Der Gegner, die Tagesform von mir, auch die meiner Mitspieler. Ich bin kein Alleinunterhalter. Fußball ist Mannschaftssport – da gibt es eben einige Faktoren. Ich freue mich, dass es so gut läuft, dass ich meinen Beitrag zu unserem Erfolge leisten kann.

PZ: Sieben Punkte in der Englischen Woche geholt. Das war richtig erfolgreich.

Fabian Schleusener: Das hätte ich vorher unterschrieben, wir sind da gut rausgekommen.

PZ: Die KSC-Fans jubeln über Ihre Treffer – aber es ist auch etwas Bitterkeit dabei. Denn die Fans wissen, dass mit jedem Tor von Ihnen Ihr Verbleib in Karlsruhe unwahrscheinlicher wird. Verstehen Sie den Zwiespalt?

Fabian Schleusener: Ich versuche, mich beim KSC voll einzubringen. Wenn das mit Toren geht, dann freut mich das einfach wahnsinnig. Ich gebe für den KSC alles, ich haue mich voll rein. Ich weiß, was das alles für die tollen Fans bedeutet. Ich bin gerne hier und froh, dass ich hier spielen darf. Wenn Sie mit Ihrer Frage darauf abzielen, ob ich nächste Saison noch da bin, kann ich nur sagen: Das kann keiner momentan beantworten. Ich gebe alles, lasse alles auf mich zukommen und bin froh, nach der Verletzung fit zu sein.

PZ: Gibt es Kontakte vom KSC zu Ihnen oder ihren Beratern? Oder haben sich der KSC und Freiburg unterhalten?

Fabian Schleusener: Es ist so, dass ich zu meinem Berater gesagt habe: Was zwischen den Vereinen untereinander und mit euch gesprochen wird, das interessiert mich im Moment nicht. Ich konzentriere mich auf den Fußball, auf den KSC, will noch so viele Spiele wie möglich gewinnen. Ich möchte mich nicht zu früh mit etwas beschäftigen. Ich kenne auch die Kehrseite der Medaille…

PZ: Und die wäre? Dass Sie vielleicht zum SC Freiburg zurückgehen und der steigt ab?

Fabian Schleusener: Nein, die Kehrseite der Medaille – das wäre eine schwere Verletzung, wie es mein Kreuzbandriss war. Daher: Nur auf den Fußball konzentrieren. Vertraglich hat der SC Freiburg das letzte Wort, ich bin bis zum Sommer ausgeliehen. Alles Weitere wird sich zeigen.

PZ: Vor der Partie der Hinrunde in Chemnitz war der KSC in akuter Abstiegsgefahr. Jetzt ist der Aufstieg wieder möglich.

Fabian Schleusener: Wir standen ganz hinten, dann haben wir dort remis gespielt, seither ging’s bergauf.

PZ: Warum ging es seither stetig bergauf?

Fabian Schleusener: Wir haben uns gefangen, stehen hinten sicher und machen vorne die Chancen rein.

PZ: Bergauf ging es seither auch bei Ihnen.

Fabian Schleusener: Weil wir gut harmonieren, weil ich gute Vorlagen bekomme – wie zuletzt von Matze Bader in Halle.