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Im Hinblick auf 2016/17 kann KSC-Sportdirektor Jens Todt schon Manches berichten. Er sagt allerdings auch, dass die Zielsetzung noch nicht feststeht.  Deck
Im Hinblick auf 2016/17 kann KSC-Sportdirektor Jens Todt schon Manches berichten. Er sagt allerdings auch, dass die Zielsetzung noch nicht feststeht. Deck
11.05.2016

KSC-Sportdirektor Jens Todt: Kein totaler Umbruch - entspannte Spielersuche

Sportdirektor Jens Todt basteltemsig am künftigen Kader des Karlsruher SC. Mit der derzeitigen Situation des Fußball-Zweitligisten zeigt sich der frühere Nationalspieler zufrieden. Im PZ-Interview spricht er über den neuen Trainer und alte und neue Spieler.

PZ: Herr Todt, wie lautet Ihr Fazit der zu Ende gehenden Saison?

Jens Todt: Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser Saison. Wir haben nach einem denkbar schlechten, aber erklärlichen Start die Kurve bekommen. Das halte ich nicht für selbstverständlich, das war sehr gute Arbeit der Mannschaft, der Trainer und des Funktionsteams. Wir hatten in jeder Phase Ruhe im Verein, das hat die Sache sehr erleichtert. So haben wir jetzt sogar noch die Chance, zum dritten Mal in Folge im oberen Tabellendrittel zu landen.

PZ: Was hat Sie am meisten begeistert, was am meisten geärgert?

Jens Todt: Die 0:6-Niederlage in Braunschweig hat richtig wehgetan, sie war ein Tiefpunkt der vergangenen Jahre. Die beiden Siege gegen Fürth und St. Pauli kurz vor Weihnachten hingegen haben die endgültige Trendwende bedeutet. Begeistert hat mich darüber hinaus der Klassenerhalt der U19, die ja für das große Ganze enorm wichtig ist.

PZ: Gibt es Akteure, die Sie besonders beeindruckten?

Jens Todt: Ich möchte eigentlich keine einzelnen herausheben, aber ich habe mich sehr gefreut, dass Martin Stoll von der ersten Minute voll da war, als er die Chance erhalten hatte. Die Entwicklung von Spielern wie Rene Vollath, Ylli Sallahi oder auch Bjarne Thoelke ist ebenfalls sehr erfreulich.

PZ: Der KSC verliert das komplette Trainerteam und rund ein halbes Dutzend Akteure. Warum dieser totale Umbruch?

Jens Todt: Totaler Umbruch? Das halte ich nicht für den richtigen Begriff. Dass etwa ein Viertel des Kaders den Verein verlässt, ist doch eher eine durchschnittliche Größenordnung. Als der KSC in die 3. Liga abgestiegen war, mussten innerhalb weniger Wochen 17 neue Spieler verpflichtet werden. Wir gehen unaufgeregt mit dieser Situation um.

PZ: Nach fünf Monaten Suche wurde Tomas Oral als Nachfolger von Markus Kauczinski als Chefcoach präsentiert. War es so schwer Tomas Oral vom KSC zu überzeugen?

Jens Todt: Nein, das war es nicht. Ich finde es normal, dass man sich für diese wichtigste Personalie Zeit nimmt, wenn kein akuter Zeitdruck besteht. Vielleicht fällt das nur deshalb so auf, weil es diesen ruhigen Übergang zwischen zwei Trainern vorher beim KSC nie gegeben hat.

PZ: Was spricht denn für Oral? In Frankfurt wurde er wegen mangelnden Erfolges entlassen – keine Topempfehlung, oder?

Jens Todt: Tomas Oral ist ein engagierter Top-Fachmann mit Herzblut und großer Marktkenntnis. Er wurde beim FSV freigestellt, als die Mannschaft vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt war. Nach meinem Verständnis der Konkurrenzsituation in der 2. Bundesliga ist das kein Misserfolg.

PZ: Das Vertrauen für Oral ist riesig. Er erhielt einen Dreijahresvertrag – ungewöhnlich in der Branche.

Jens Todt: Wir wollen dokumentieren, dass wir Kontinuität auf der Trainerposition anstreben.

PZ: Ist die kommende Saison eine Übergangssaison oder ist der Aufstieg das Ziel?

Jens Todt: Die Ziele werden wir wie immer gemeinsam mit dem Präsidium kurz vor der Saison definieren. Der Kader steht ja noch nicht vollständig.

PZ: Es sollen und müssen neue Spieler kommen. Für welche Positionen? Innenverteidiger, Sechser, Zehner?

Jens Todt: Der Bedarf ergibt sich ja aus den Abgängen. Schwerpunkte werden die Innenverteidigung und das zentrale Mittelfeld sein.

PZ: Wie sieht die Zukunft von Angreifer Pascal Köpke aus, der an Erzgebirge Aue ausgeliehen ist, das nun die Rückkehr in die 2. Liga geschafft hat?

Jens Todt: Pascal hat seine Sache in Aue sehr gut gemacht, und wir freuen uns auf seine Rückkehr. Die Leihe war sehr erfolgreich.

PZ. Der künftige Trainer Oral hält Spielmacher Besar Halimi, der von Mainz an den FSV Frankfurt ausgeliehen ist, für ein großes Talent ...

Jens Todt: ... wir werden einzelne Spielernamen nicht öffentlich durchkauen, das hindert nur.