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Endlich wieder Grund zum Jubeln: KSC-Torhüter René Vollath. Foto: Hilse
Endlich wieder Grund zum Jubeln: KSC-Torhüter René Vollath. Foto: Hilse
31.01.2017

KSC-Torwart René Vollath: „Der Kopf ist jetzt freier“

Es war eine enge Entscheidung zwischen René Vollath und Dirk Orlishausen, wer zunächst die Nummer eins im Tor des Karlsruher SC ist. Der neue Trainer Mirko Slomka erklärte seine Entscheidung pro Vollath nach dem 3:2-Sieg gegen Arminia Bielefeld so: „Er hat die beiden letzten Partien vor der Winterpause zu null gespielt. Es war keine Entscheidung gegen Dirk Orlishausen, sondern für René Vollath.“ PZ-Mitarbeiter Peter Putzing sprach mit Keeper Vollath.

PZ: Herr Vollath, waren Sie überrascht, dass der neue Cheftrainer Mirko Slomka Sie zur Nummer eins machte? Oder haben Sie damit gerechnet?

René Vollath: Dafür habe ich hart gearbeitet, dafür habe ich alles getan und ich bin froh, dass sich der Trainer so entschieden hat. Jetzt versuche ich, dieses Vertrauen mit Leistung zurückzuzahlen.

PZ: Haben Sie Mitleid mit Konkurrent Dirk Orlishausen, der nun auf der Bank Platz nehmen muss?

René Vollath: Mitleid ist das falsche Wort. Aber ich weiß genau, dass auch Dirk alles dafür tut, seine Ziele zu erreichen. Auch er will spielen. Ich weiß, wie es ist, wenn man auf der Bank sitzt. Das tut weh.

PZ: Als am vergangenen Spieltag Bielefeld mit 0:1 in Führung ging. Dachten Sie da: Schei ..., schon wieder ein Rückstand … es läuft schon wieder in Richtung Niederlage ...

René Vollath: Eigentlich nicht. Ich habe sofort den Ball aus dem Tor geholt und die Jungs aufgefordert, weiterzu- machen. Wir haben in der Halbzeit zuvor gesagt, dass wir das Tempo erhöhen und alles geben, um das Ding zu gewinnen. Das haben wir umgesetzt. Unsere Reaktion nach dem Rückstand war klasse, wir haben dann richtig ins Spiel gefunden, haben mutig gespielt und am Ende verdient gewonnen.

PZ: Kann man den Ausgleichstreffer per Freistoß zum 2:2 wie folgt beschreiben: Der Torwart sieht unglücklich aus – aber der Ball war unhaltbar?

René Vollath: Das wäre die richtige Analyse. In solchen Szenen sieht der Torwart immer blöd aus. Wenn ich weiß, dass keiner an den Ball kommt – dann halte ich den. Aber so – sehr schwierig. Ich habe vielleicht eine Viertelsekunde, um zu reagieren. Gehe ich raus, dann kommt vielleicht noch Voglsammer an den Ball, bleibe ich drin, dann … Da ist nichts zu machen. Das ist unglücklich.

PZ: Was sind die Gründe dafür, dass es nach sieben sieglosen Spielen endlich wieder zu einem Dreier reichte?

René Vollath: Zum einen – und das sah man auch in der Vorbereitung: Wir sind in der Lage, uns jetzt mehr und bessere Chancen zu erspielen. Wir hatten gegen Bielefeld am Ende Chancen, hätten höher gewinnen können. Dann: Wir stehen stabil und schalten sehr gut um. Sowohl nach vorne wie nach hinten. Zudem spielt der Kopf eine große Rolle – und der ist jetzt freier …

PZ: Nach diesem Sieg fährt das Team mit breiter Brust nach Bochum. Was erwarten Sie vom Spiel beim VfL? Die Gastgeber wollen unbedingt den ersten Sieg 2017.

René Vollath: Das ist uns klar. Bochum hat eine spielstarke Mannschaft. Gut ist aber zum Beispiel; dort sind die Platzverhältnisse normalerweise besser als hier, das könnte uns in die Karten spielen – beim Umschaltspiel. Wir stellen uns auf die Stärken von Bochum ein. Aber ich bin sicher, wir werden unser Spiel durchziehen und ich habe ein sehr gutes Gefühl für diese Partie. Es wird schwer – aber wir wollen nachlegen.

PZ: Trainer Slomka meinte, es könnte in Bochum sein, das der KSC dort mit zunehmender Spieldauer Räume bekommt und die gilt es dann zu nutzen.

René Vollath: Genau so sehe ich es auch. Gut stehen, mit viel Kampf und Einsatz agieren, unseren Plan umsetzen, dann springt etwas raus. Wir müssen von Anfang an so auftreten wie wir es gegen Bielefeld nach dem Rückstand gemacht haben.

PZ: In Kurzform – der Plan lautet: Hinten sicher stehen, die Null halten und vorne die Chancen nutzen?

René Vollath: Genau.