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18.12.2013

KSC-Trainer Kauczinski: "Es geht Positives verloren"

Nach dem 3:3 gegen FSV Frankfurt war Trainer Markus Kauczinski sauer, sprach vom „Hochmut der vor dem Fall kommt.“ Er war verärgert, da der Karlsruher SC in der zweiten Fußball Bundesliga eine 3:0-Führung verschenkt hatte. Tage danach ist die Analyse nicht ganz so hart, sondern lässt auch etwas Verständnis für das Fehlverhalten der Elf erkennen. Mit Kauczinski sprach Peter Putzing.

PZ: Herr Kauczinski, nach dem sehr ärgerlichen 3:3 gegen den FSV Frankfurt sagten sie: „Ich muss das erst mal sacken lassen und darüber nachdenken, ehe ich eine fundierte Analyse abgebe“. Sind Sie jetzt dazu bereit?

Kauczinski: Wir haben nach der sehr guten ersten in der zweiten Halbzeit die Zügel aus der Hand gegeben, waren nicht mehr bei 100 Prozent. Und auch wenn man es gebetsmühlenartig wiederholen muss, aber in dieser engen zweiten Liga, in der die Unterschiede zwischen den Teams mit wenigen Ausnahmen sehr gering sind, wird so etwas meist bestraft. Wir haben nicht mehr aggressiv genug gegen den Ball gearbeitet und nicht mehr optimal verteidigt. Da gibt es einige Ansätze.

Gibt’s einen Grund dafür?

Es ist schwer, hier genau zu sagen, es lag an diesem einen Punkt. Aber es hat sicher ein Stück weit das Gefühl des sicheren Sieges mit hineingespielt. Deshalb habe ich auch nach der Partie die Aussage „Hochmut kommt vor dem Fall“ getroffen, weil wir an der einen oder anderen Stelle schon diese Tendenz hatten, nicht mehr konsequent genug waren. Wenn man dann den Rhythmus einmal verloren hat im Spiel, ist es schwer, den Schalter noch mal umzulegen.

Ist es doppelt ärgerlich, weil Sie in Ihrer Halbzeitansprache die Spieler daraufhin gewiesen haben, dass sich etwas der Schlendrian eingeschlichen hat?

Doppelt ärgerlich ist, dass dadurch leider auch viel Positives verloren geht: Der Auftritt in der ersten Halbzeit, die Tatsache, dass wir achtmal in Folge ungeschlagen sind. Aber es ist so passiert, und wir müssen gemeinsam unsere Lehren daraus ziehen und es das nächste Mal schlicht und ergreifend besser machen. Das ist das Wichtige, und das ist uns bisher immer gelungen.

Sie reden immer davon, dass sich ihre Mannschaften entwickeln. War dieses Negativerlebnis, nach einer Drei-Tore-Führung noch unentschieden zu spielen, auch ein Entwicklungsschritt?

Im Verlauf der Saison wird es immer wieder Rückschläge geben. Deshalb ist es wichtig, aus diesen zu lernen - und so den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen. Das ist etwas, was uns auszeichnet und was wir bisher immer sehr gut gemacht haben. Und ich bin absolut zuversichtlich, dass uns das wieder gelingt.

Weiter geht´s am Freitag im letzten Spiel des Jahres 2013 gegen den FC St. Pauli ...

Ein heißes Spiel, ein tolles Publikum. Eine schwer zu spielende Mannschaft. Aber klar ist, dass wir dort gewinnen wollen.