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Hat klare Vorstellungen, aber noch nicht allzu viel Erfolg: KSC-Trainer Marc-Patrick Meister.  dpa
Hat klare Vorstellungen, aber noch nicht allzu viel Erfolg: KSC-Trainer Marc-Patrick Meister. dpa
01.08.2017

KSC-Trainer Meister: „Ich habe Vertrauen in meine Spieler“

Von Beginn an wollte der Karlsruher SC in der 3. Liga ganz vorne mitmischen, doch nach zwei Begegnungen haben die Wildparkprofis nur ein Pünktchen. Das liegt auch daran, dass das Team von Chefcoach Marc-Patrick Meister schon fünf Gegentreffer kassiert hat. Am Mittwoch (19 Uhr/telekomsport) treten die KSC-Kicker nun bei Werder Bremen II an.

PZ: Herr Meister, was muss sich ändern, personell und taktisch, um in Bremen zu gewinnen?

Marc-Patrick Meister: Wir haben alle Möglichkeiten einzugreifen – taktisch wie personell. Alle sind fit. Es wird Veränderungen geben und das wird der Mannschaft gut tun. Veränderungen sowohl in der Startelf wie im Kader. Wir werden versuchen, über diese Änderungen mehr Ballsicherheit in unser Spiel zu bekommen. Wir werden Spieler auf den Platz bringen, die den Ball mehr fordern. Zudem ist Oskar Zawada wieder fit, er ist ein Thema.

PZ: Heimkehrer Daniel Gordon hat seine Rückenprobleme überwunden, trainiert wieder voll mit dem Team. Ist auch er ein Kandidat?

Der Einsatz von Daniel ist sicher eine Option.

PZ: Nennen Sie weitere Namen?

Ich habe Bremen beim Spiel in Würzburg beobachtet. Auch aufgrund dieser Erkenntnisse mache ich mir Gedanken. Was die Ergebnisse dieses Nachdenkens sind, behalte ich zunächst für mich.

PZ: Nach zwei Spielen hat Ihr Team einen Punkt: Kann man das einen Fehlstart nennen?

Ich will nicht von einem Fehlstart sprechen, dazu müssen wir die kommenden Partien abwarten, denen ich zuversichtlich entgegenblicke. Im ersten Spiel war der Punkt okay. Aber die Nullausbeute in Haching war bedeutend zu wenig.

PZ: Sie erklärten, dass Sie in der Vorbereitung in den Trainingseinheiten viel Wert auf die Defensivarbeit legen. Aber bisher kassierte der KSC in zwei Spielen schon fünf Gegentore …

Eindeutig: Wir müssen besser verteidigen, wir haben noch keine defensive Stabilität. Wir werden weiterhin daran arbeiten. Die Art und Weise, wie wir Tore hinnehmen, ist nicht akzeptabel. Denn wenn man zwei Tore im Schnitt erzielt, muss punktemäßig mehr dabei rauskommen. Zwei Tore im Schnitt zeigen aber auch, dass wir offensiv vieles richtig machen. Ganz klar: das sind zu viele Gegentore. Es war ein Elfmeter dabei, Tore aus dem Spiel heraus, nach einem Einwurf. Wir sind auf allen Gebieten erwischt worden.

PZ: Verunsichern die Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette nicht die Spieler?

Das ist der momentanen Situation geschuldet. Der Vergleich mit dem letzten Jahr hinkt zwangsläufig, denn die Mannschaft, die letztes Jahr die Dreierkette spielte, ist nicht mehr da. Wir haben beide Formationen mit unserer neuen Mannschaft trainiert, wir können beides. Es geht auch um taktische Variabilität. Natürlich binde ich die Jungs mit ein, frage wo sie sich wohler fühlen. Nach der Auftaktpartie war klar, dass sie sich in der Dreierkette wohler fühlen. Das ist ein Entwicklungsprozess. Die Gegentore, die wir bekommen haben, sind völlig unabhängig von der Grundordnung.

PZ: Rächt es sich, dass man mit Stoll, Gordon und Pisot nur drei gelernte Innenverteidiger im Kader hat, zumal alle die 30-Jahre-Grenze überschritten haben und daher verletzungsanfälliger sind? Die „Umschulung“ von Föhrenbach ist ja auch nicht so richtig gelungen…

Jonas Föhrenbach hat in Freiburg oft Innenverteidiger gespielt und zwar in der Dreierkette. Er kann prinzipiell aber beides – außen und innen.

PZ: Nochmals: Ist es nicht zu riskant nur mit drei Innenverteidigern in die Saison zu gehen?

Wenn die Transferperiode schon vorbei wäre, wäre es riskant. Dennoch: Die Spieler, die wir haben, bekommen das besser hin, als sie es in den beiden ersten Partien gezeigt haben. Davon bin ich überzeugt. Ich habe Vertrauen in sie.