nach oben
Seit Saisonbeginn hat Markus Kauczinski viel Grund zur Aufregung. Der KSC-Trainer ist aber zuversichtlich die erneute Krise zu bestehen. Foto: von Erichsen
Seit Saisonbeginn hat Markus Kauczinski viel Grund zur Aufregung. Der KSC-Trainer ist aber zuversichtlich die erneute Krise zu bestehen. Foto: von Erichsen
15.09.2015

KSC-Trainer: „Vertrackte Zeiten gehören einfach dazu“

Bisher hat es Cheftrainer Markus Kauczinski gemeinsam mit seinem Assistenten Argirios Giannikis, immer geschafft, die Karlsruher Fußballer aus einer schwierigen Situation herauszuführen. Vor dem Spiel bei Bundesliga-Absteiger SC Paderborn am Samstag um 13 Uhr ist die Lage des KSC nach zwei Siegen und vier Niederlagen auch wieder unerfreulich.

PZ: Herr Kauczinski, neun Tore in zwei Spielen kassiert, dabei null Punkt geholt. Ist das gerade die schwierigste Situation, die Sie Cheftrainer beim KSC durchstehen müssen?

Markus Kauczinski: Es gab immer wieder schwierige Situationen, aus denen man rauskommen musste. Wenn man unten liegt, muss man aufstehen. Vertrackte Zeiten – das gehört einfach dazu.

PZ: Bisher haben Sie alle Leistungstäler gut durchschritten. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder gelingt?

Groß. Wir haben in der Vergangenheit in solchen Situationen die richtigen Entscheidungen getroffen, wir werden das auch jetzt wieder schaffen. Es ist wichtig, dass wir uns entwickeln, dass es vorwärts geht. Die Ergebnisse sehen nicht so toll aus, aber wir sind sicher, dass es aufwärts geht.

PZ: Wo hakt´s am meisten?

An vielen kleinen Dingen. Manchmal stimmen die Abstände in und zwischen den Mannschaftsteilen nicht. Dann stimmt das Timing nicht, einer kommt zu spät. Bei den gruppentaktischen Dingen gibt´s Probleme. Dann haben wir wieder Phasen, die richtig gut sind, nutzen die aber nicht, um Tore zu machen.

PZ: Hiroki Yamada meinte nach dem 0:3 gegen Union Berlin. „Wir haben gute Einzelspieler, vom Torwart bis zum Linksaußen. Aber: Als Mannschaft treten wir nicht kompakt genug, nicht genügend als Einheit auf.“ Hat er recht?

Das ist ein stückweit zu einfach dargestellt. Eine gute Mannschaftsleistung über 90 Minuten zu bringen, das ist kompliziert. Wir hatten gegen Union etliche Torchancen. Wenn das Spiel 2:2 ausgeht, was absolut möglich gewesen wäre, dann sagt jeder: Der KSC ist zurück, jetzt geht´s wieder aufwärts. Aber wir haben daneben geschossen – also sind alle unzufrieden. Wir dürfen jetzt nicht alles umwerfen, müssen aber wieder mehr Wert auf die Sachen legen, die wir können. Gute Abwehrarbeit zum Beispiel.

PZ: Die Zweikampfbilanz des KSC ist selten negativ, gegen Union war das der Fall ...

Es waren 47 Prozent zu 53. Das sind ein, zwei Zweikämpfe über die in der gesamten Spielzeit. Also waren wir nicht dem Gegner total unterlegen, sondern eigentlich gleichwertig. Dass wir nicht dort das Übergewicht haben, liegt auch daran, dass wir nicht selbstbewusst genug auftreten. Und: dass uns leichte Abspielfehler unterlaufen, die es dem Gegner leicht machen, dass er dann Zweikämpfe aus einer besseren Position heraus gewinnt.

PZ: Im Netz gibt es Kritiker, die sagen: Der KSC trainiert zu wenig.

Falsch. Wir trainieren so oft wie in der vergangenen Saison auch. Diese Woche zum Beispiel sind es fünf Einheiten für den kompletten Kader. Dazu hat jeder Spieler einen individuellen Trainingsplan, den er erfüllen muss. Sei es in Sachen Laufeinheiten oder auch im Kraftraum. Alle Werte, ob Lauf- oder Kraftwerte, bestätigen, dass die Jungs absolut fit sind. In diesem Bereich haben wir null Probleme, da ist es so wie in der vergangenen, erfolgreichen Saison.

PZ: Gibt es Umstellungen in Ihre Startelf?

Wir werden wie immer alles hinterfragen und – wie immer – nach dem Abschlusstraining entscheiden.

PZ: Der eingewechselte Mohamed Gouadia hat gegen Union eine gute Partie abgeliefert ...

Er hat die linke Seite belebt, einiges nach vorne inszeniert. Er hat gute Chancen, von Beginn an dabei zu sein.

PZ: Obwohl der KSC zwei Spiele in Folge verlor: Der große Druck liegt auf Paderborn, oder?

Im Fußball hat man immer Druck. Aber der Druck, gewinnen zu müssen, der ist für Paderborn als Heimteam und Bundesliga-Absteiger vermutlich größer. Das ist keine schlechte Ausgangsposition für uns.