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Zupackend wollen die Ispringer Ringer wie hier Michael Kaufmehl (rechts) auch im Halbfinal-Hinkampf gegen Nendingen agieren. Gössele/PZ-Archiv
Zupackend wollen die Ispringer Ringer wie hier Michael Kaufmehl (rechts) auch im Halbfinal-Hinkampf gegen Nendingen agieren. Gössele/PZ-Archiv
07.01.2016

KSV Ispringen vor Herkulesaufgabe

Ispringen. KSV-Ringer treffen am Samstag im DM-Halbfinale auf den ASV Nendingen. Gastgeber sind gegen den Titelverteidiger in der Jahnhalle Außenseiter.

Mit dem Sprung ins Halbfinale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft haben die Ringer des KSV Ispringen das Saisonziel schon erreicht. „Ich hätte vorher nie gedacht, dass wir überhaupt so weit kommen“, bekennt KSV-Trainer Bernd Reichenbach und betont: „Alles, was jetzt noch folgt, ist Zugabe.“ Diesmal erwartet den Bundesliga-Aufsteiger allerdings eine Herkulesaufgabe. Denn in der Runde der besten vier Mannschaften messen sich die Ispringer mit dem haushohen Meisterschaftsfavoriten ASV Nendingen. Am morgigen Samstag gastiert der Titelverteidiger um 19.30 Uhr in der Pforzheimer Jahnhalle. Eine Woche später geht es zum entscheidenden Rückkampf nach Nendingen. „Wir sind zwar Außenseiter, aber trotzdem nicht chancenlos“, glaubt Reichenbach und stimmt seine Schützlinge schon einmal auf einen heißen Tanz ein. Viel wird für die Ispringer davon abhängen, ob Nendingen in Bestbesetzung antreten kann. Dass der Topfavorit dann nur schwer zu schlagen ist, hat die 3:12-Heimniederlage des KSV in der Bundesliga gezeigt.

Starkes Gästeteam

Angeführt wird das Nendinger Team von Griechisch-Römisch-Weltmeister Frank Stäbler (75 Kilo). Zu den Leistungsträgern zählen neben dem Ex-Brötzinger Ghenadie Tulbea (61 Kilo) auch die Freistil-Spezialisten Samet Dülger (75 Kilo), Piotr Ianulov (86 Kilo) und Nicolai Ceban (130 Kilo). Hinzu kommen mit Yowlys Bonne Rodriguez (66 Kilo) und dem fünffachen Weltmeister Mijain Lopez Nunez (130 Kilo) noch zwei absolute Weltklasseleute. „Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen“, weiß der Ispringer Vereinschef Werner Koch, dem die Vorfreude auf das Duell in der Jahnhalle aber anzumerken ist. „Unsere letzte Niederlage gegen Nendingen hat deutlicher ausgesehen, als sie in Wirklichkeit war“, gibt Koch zu bedenken. Es habe zwar ein paar blöde Ausrutscher gegeben. „Wir sind aber auch vom Mattenrichter massiv benachteiligt worden. Wegen Protestierens habe ich damals nicht umsonst eine Gelbe Karte bekommen“, erinnert sich der KSV-Vorsitzende und ist froh darüber, dass im DM-Halbfinale gleich drei Kampfrichter für die Wertungen zuständig sind.

Für den morgigen Kampf fordert Koch eine Trotzreaktion von seinen Ringern. „Jetzt gilt es, alle Reserven zu mobilisieren. Mal schauen, was am Ende dabei herauskommt“, sagt er. Über die Aufstellung halten sich aber sowohl KSV-Trainer Bernd Reichenbach als auch sein Nendinger Kollege Volker Hirt bedeckt. Vieles spricht auf Ispringer Seite jedoch dafür, dass der Ungar Balint Lam (130 Kilo/Griechisch-Römisch) wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Für den Junioren-Weltmeister von 2012 steht der Este Ardo Arusaar bereit. „Ich rechne morgen mit einem knappen Ergebnis – hoffentlich zu unseren Gunsten“, meint Werner Koch und hält fest: „Der Druck liegt beim Gegner. Wir haben nichts zu verlieren und können nur gewinnen.“