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Der Mann, der beim KSV Ispringen die Richtung vorgibt: Trainer Bernd Reichenbach am Mattenrand. Foto: Gössele/PZ-Archiv
Der Mann, der beim KSV Ispringen die Richtung vorgibt: Trainer Bernd Reichenbach am Mattenrand. Foto: Gössele/PZ-Archiv
18.11.2015

KSV-Ispringen-Trainer: „Wir sind das Zünglein an der Waage“

Der KSV Ispringen hat als Aufsteiger in die Ringer-Bundesliga auf Anhieb die Endrunde der besten acht Mannschaften erreicht. Jetzt geht es – mit dem Lokalrivalen SVG Weingarten sowie den Nord-Vertretern KSV Köllerbach und RWG Mömbris-Königshofen in einer Gruppe – um den Einzug ins Halbfinale. Ehe die Endrunde für den KSV mit einem Heimwettkampf am Samstag (19.30 Uhr) gegen Nordmeister Köllerbach startet, sprach die PZ mit Ispringens Trainer Bernd Reichenbach.

PZ: Herr Reichenbach, der KSV Ispringen hat als Aufsteiger die Endrunde erreicht. Wie zufrieden sind Sie?

Bernd Reichennach: Wenn man bedenkt, dass sich Radoslav Baran bei der WM verletzt hatte, haben wir sehr gut abgeschnitten. Wir konnten jedem Gegner Paroli bieten. Wir haben eine gute Runde gerungen und sind bislang mehr als zufrieden.

PZ: Was erwartet den KSV in der Endrunde?

Bernd Reichennach: In unserer Gruppe sind die anderen drei Teams aus Weingarten, Köllerbach und Mömbris-Königshofen die Favoriten. Die möchten vorne landen, die möchten um den Titel mitringen. Da sind wir das Zünglein an der Waage. Die anderen dürfen Ispringen nicht unterschätzen, die müssen mit der bestmöglichen Mannschaft antreten. Aber die Favoritenrolle liegt immer bei unseren Gegnern, weil die ganz andere Ziele haben als wir.

PZ: Gegen Weingarten habt ihr ja in der Vorrunde schon zweimal gerungen. Wäre es da nicht sinnvoll, die Punkte aus diesen Kämpfen in die Endrunde mitzunehmen?

Bernd Reichennach: Das sehe ich nicht so. Die Endrunde ist ein neues Kapitel. Da werden auch Ringer auftauchen, die wir in der Vorrunde nicht gesehen haben. Oder Ringer machen Gewicht, um eine Klasse tiefer ranzukönnen. Andere haben in der Vorrunde wegen Verletzungspech Punkte abgegeben. Wer in die Endrunde kommt, fängt wieder bei null an. Das ist für alle gleich.

PZ: Weingarten kennt ihr sehr gut. Es gab sehr enge Duelle, jedes Team hat einen Kampf knapp gewonnen. Wird es in der Endrunde auch wieder so eng?

Bernd Reichennach: Das müssen wir abwarten. Aber im Moment denke ich noch nicht an Weingarten. Am Wochenende geht es für uns gegen Köllerbach. Das ist alles, was zählt.

PZ: Was kann man über Köllerbach sagen?

Bernd Reichennach: Ein etablierter Verein, der schon öfters im Finale gestanden ist und mehrmals Meister war. Die kämpfen jedes Jahr um den Titel mit.

PZ: Und Mömbis-Königshofen?

Bernd Reichennach: Die standen auch schon vor einigen Jahren im Finale gegen Weingarten. Alle drei Gruppengegner möchten ins Finale. Aber alle drei müssen erst einmal an Ispringen vorbeikommen.

PZ: Die Nordstaffel der Bundesliga gilt als etwas schwächer als die Südstaffel, deren Vertreter sich in den letzten Jahren meist den Titel gesichert haben.

Bernd Reichennach: Das sehe ich nicht so. In der Endrunde kann viel passieren, da können viele neue Ringer auftauchen. Ich sehe einfach, dass fünf Vereine den Anspruch Finale haben. Die anderen drei sind Aalen, Luckenwalde und wir.

PZ: Chancenlos ist Ispringen aber nicht. Mit wie viel Prozent würden Sie die Chancen des KSV auf das Halbfinale beziffern?

Bernd Reichennach: In Prozenten möchte ich das nicht beziffern. Aber wir haben eine Chance aufs Halbfinale. Wir müssen einfach jede Woche versuchen, die beste Mannschaft zu stellen. Wenn wir dann ins Halbfinale kommen, sind wir überglücklich. Glücklich waren wir auch schon über das Erreichen der Endrunde. Eine Katastrophe wäre es für mich als Trainer nur gewesen, wenn wir in die Abstiegsrunde gemusst hätten.

PZ: Lässt sich schon absehen, ob der KSV in Bestbesetzung antreten kann.

Bernd Reichennach: Stand jetzt haben wir die beste Mannschaft auf der Matte.

PZ: Ist Südmeister und Titelverteidiger Nendingen der große Favorit auf den Titel?

Bernd Reichennach: Ich würde Nendingen und Köllerbach auf eine Stufe stellen.