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Dank einer fehlerfreien Übung wurde Nils Dunkel am Barren EM-Vierter.  Foto: Bandic 

KTV-Jungstar Nils Dunkel ist Lichtblick bei der Turn-EM

Glasgow/Straubenhardt. Nils Dunkel hatte bei den Turn-Europameisterschaften wohl keiner auf der Rechnung. Selbst Dirk Walterspacher, Sportlicher Leiter des deutschen Meisters KTV Straubenhardt, zeigte sich nach Platz vier des 21-Jährigen im Barren-Finale überrascht. „Respekt“, sagte Walterspacher und „Weltklasse.“

Am Barren hatte in Glasgow Marcel Nguyen zum Favoritenkreis gezählt, der aber genau wie Andreas Bretschneider, der dritte KTV-Mann im deutschen Team patzte. Dunkel wiederum hatte keinen besonders hohen Ausgangswert, zog seine Übung aber im Gegensatz auch zu ausländischen Konkurrenten durch. Nicht einmal drei Zehntelpunkte fehlten ihm am Barren zu Bronze. „Er hat die Ruhe bewahrt, einfach cool“, sagte Cheftrainer Andreas Hirsch.

„Als Achter bin ich geradeso ins Finale gerutscht, als Vierter gehe ich nach Hause. Ich bin mega-glücklich über diesen Platz“, sprudelte es in der Hydro Arena aus dem eher schüchtern wirkenden Dunkel heraus. „Sehr ruhig“, sei der Erfurter bestätigte Walterspacher, der vor allem schätzt, dass sich die EM-Entdeckung als mannschaftsdienlich erweist.

Kein bisschen zaghaft, eher kämpferisch ist Dunkel ins erste Finale auf großer Bühne gegangen. Seine EM-Premiere hatte er schon im Vorjahr in Cluj-Napoca erlebt, war dort aber im Vorkampf nicht weiter aufgefallen.

Den EM-Start 2018 sicherte ihm beim Länderkampf in Baiersbronn feine Übungen an Barren und Pauschenpferd. „Eigentlich sollte ich hier die Lücke für das Team am Pferd schließen, nie hätte ich zuvor an ein Finale am Barren gedacht“, räumte Dunkel in Schottland ein.

Dunkel sagt, die Konkurrenz von Nguyen motiviere ihn. „Wir gönnen uns untereinander immer die besten Ergebnisse. Da gibt es keinen Neid.“ Dunkel weiß auch, mit dem vorjährigen EM-Zweiten und früheren KTV-Turner Lukas Dauser, seinem Trainingsgefährten in Berlin, bewirbt sich ein weiterer Top-Barren-Turner in den kommenden Wochen um einen Start bei der WM Ende Oktober in Doha in Katar.