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Vahagn Davtyan an den Ringen 
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Auf Ivan Rittschik am Pauschenpferd (Mitte) setzt die KTV Straubenhardt.  Fotos: PZ-Archiv Becker, Ripberger 
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Die KTV Obere Lahn hofft auf Punkte von Barrenspezialist Lukas Dauser.  Foto: dpa 

KTV Obere Lahn fordert KTV Straubenhardt heraus: Ein Finale auf Messers Schneide

Straubenhardt. Das Finale der Deutschen Turnliga am Samstag in Ludwigsburg steht unter ganz besonderen Vorzeichen. Gewinnt die KTV Straubenhardt, ist es der vierte Titelgewinn für das Team aus dem Schwarzwald in Serie – das hat zuvor noch kein anderer Verein geschafft.

Gewinnt die KTV Obere Lahn, steht bereits jetzt fest, dass es kommende Saison einen neuen Titelträger geben wird. Denn der hessische Verein zieht sich am Saisonende aus der Deutschen Turnliga (DTL) zurück.

Es ist ein Wettkampf unter besonderen Voraussetzungen. Das Duell um 18.00 Uhr in der MHP-Arena in Ludwigsburg scheint offen, wie selten zuvor. „Die Chancen stehen 50:50“, sagt Dirk Walterspacher, Sportlicher Leiter bei der KTV Straubenhardt. Er glaubt, dass seine Turner im Zweifelsfalle etwas schwierigere Übungen turnen können, die Obere Lahn dagegen sicherer.

Personell sollte es nicht viele Unwägbarkeiten geben. Bei Straubenhardt fehlt mit Andreas Bretschneider (Riss der Achillessehne) ein sicherer Punktesammler, auch der verletzte Lucas Herrmann und der langjährige Cheftrainer Anton Fokin sind nicht dabei. Die Ausländerposition teilen sich der russische Mehrkämpfer David Belyavskiy und der armenische Ringespezialist Vahagn Davtyan. Daneben können die Schwarzwälder Marcel Nguyen, Ivan Rittschik, Nils Dunkel, Brian Gladow, Vinzenz Haug, Tobias Radoi, Daniel Wörz, Steve Woitalla und Ilie Popescu aufbieten. Maximal zehn Turner dürfen pro Team an die Geräte. Die KTV Obere Lahn könnte mit Colin Wicklen (USA), Andrey Lihovitskiy (Weißrussland) und Artur Davtyn (Armenien) drei Ausländer einsetzen. Daneben waren Fabian Lotz, Viet Thao Hoang und Lukas Dauser die besten Punktesammler.

Wie eng es werden könnte, zeigt Dirk Walterspachers Final-Prognose für die sechs Geräte.

Der Boden

Hier ist die Obere Lahn der klare Favorit, angeführt vom US-Amerikaner Colin Wicklen. „Da müssen wir versuchen, so wenig Punkte wie möglich abzugeben“, sagt Dirk Walterspacher und setzt vor allem auf Marcel Nguyen, der zuletzt beim Turnier in Cottbus mit Platz fünf überzeugte.

Das Pauschenpferd

„Das müssen wir gewinnen“, sagt Dirk Walterspacher – ohne Wenn und Aber. Ivan Rittschik kann hier eine starke Leistung anbieten. In der Bundesliga stieg er zuletzt mehrfach ab, in Cottbus kam er durch und turnte stark. Straubenhardt setzt auch auf Nils Dunkel, der momentan aber wegen seiner Bundeswehr-Grundausbildung kaum trainieren kann.

Die Ringe

Hier macht sich der Ausfall von Andreas Bretschneider bemerkbar. Das armenische Kraftpaket Vahagn Davtyan gilt als Bank, auch Marcel Nguyen ist stark. Doch auch die KTV Obere Lahn ist hier – nicht nur dank Nick Klessing – gut aufgestellt. So tippt Dirk Walterspacher mal vorsichtig auf ein Unentschieden.

Der Sprung

Hier geht es für die Straubenhardter nach den Worten ihres Sportlichen Leiters um „Schadensbegrenzung“. Der Gegner aus Hessen hat mit Arthur Davtyan – weder verwandt noch verschwägert mit seinem Straubenhardter Namensvetter – einen Weltklasseturner im Aufgebot, der bei der WM bis ins Finale gekommen war.

Der Barren

Am Paradegerät von Marcel Nguyen ist sein deutscher Rivale Lukas Dauser von der KTV Obere Lahn inzwischen stärker einzuschätzen, auf der Ausländerposition könnten die Vorteile bei Straubenhardts David Belyavskiy liegen. Es wird also eng, ein Unentschieden ist auch hier möglich.

Das Reck

Noch einmal eine ganz enge Sache. „Die Ausgangswerte sind vergleichbar. Wer absteigt, verliert“, bringt es Dirk Walterspacher kurz und knapp auf den Punkt.

Gibt es eine Verlängerung?

Am Ende hält der Sportliche Leiter der KTV Straubenhardt sogar ein im Turnen äußerst seltenes Unentschieden für möglich. Dann ginge es in die Verlängerung. Im „Sudden Death“ schickt jedes Team einen Aktiven seiner Wahl an ein Gerät seiner Wahl, der Gegner muss mit einem Turner seiner Wahl dagegenhalten. Fällt in den ersten zwei Duellen keine Entscheidung, geht es in diesem Modus weiter, bis ein Sieger feststeht, erläutert Walterspacher die Regularien.