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Abheben – und sicher landen – will Marcel Nguyen auch heute.Gössele, PZ-Archiv
Abheben – und sicher landen – will Marcel Nguyen auch heute.Gössele, PZ-Archiv
23.11.2012

KTV Straubenhardt: Trotz Druck zu neuen Höhenflügen

In Berlin kämpft die KTV Straubenhardt am Samstag um die Titelverteidigung. Nguyen und Barkalov gehen gegen die TG Saar an sechs Geräte.

Es passierte Anfang dieser Woche in Straubenhardt beim Bäcker. Und beim Metzger. Und – natürlich – auch beim Telefonat mit den Sponsoren der KTV Straubenhardt: „Überall werde ich auf das Finale angesprochen, überall erwarten die Leute, das wir gewinnen“, berichtet Alexei Grigoriev, der Trainer der Erstliga-Turner von den letzten Tagen. Ohne Umschweife gesteht der Erfolgstrainer ein: Auch er spürt den Druck und ist nervös. Schließlich soll am heutigen Samstag ab 15.00Uhr in der Max-Schmeling-Halle nicht weniger geholt werden, als der vierte deutsche Meistertitel nach 2005, 2009 und 2011.

Der bisherige Weg zur Mission Titelverteidigung lief nahezu perfekt: Sieben Wettkämpfe, sieben Siege für die KTV. Einfacher macht dies die heutige Aufgabe aber nur bedingt. „Meine Turner sind nur Menschen, man hat auch Angst, zu verlieren“, beschreibt Grigoriev die Gemütslage.

Doch auch wenn der Trainer den „Mannschaftsgeist und die richtig guten, erfahrenen Turner“ der TG Saar lobt, sind die Rollen klar verteilt: Hier die Außenseiter aus dem Saarland, die sowohl im letztjährigen Finale (39:23) als auch bei der Generalprobe vor einer Woche (14:70) gegen Straubenhardt verloren. Da die die KTVmit Olympia-Silber-Gewinner Marcel Nguyen und dem weißrussischen Nationalturner Dimitri Barkalov. „Beide werden einen Sechskampf turnen“, verrät Grigoriev schon vorab. Hinzu kommen Anton Wirth, André Schaich und Daniel Weinert an zwei, sowie Vladimir Klimenko, Sergej Charkov und Thomas Taranu an einem Gerät.

Der Nieferner Taranu, Leistungsträger der letzten Jahre, laboriert zum einen an einer Schulterverletzung. Zum anderen kann er derzeit seine volle Leistung wegen des Grundwehrdienstes nicht abrufen. „Nach sechs Stunden im Wald geht das einfach nicht“, weiß auch Grigoriev, der Taranu daher nur am Boden einsetzen wird.

TG Saar hat noch Asse im Ärmel

350 Wertungspunkte könne seine Mannschaft holen, „wenn alles perfekt läuft“, glaubt der Trainer. Die TG Saar sieht Grigoriev bei maximal 343 Punkten. Trotzdem geht er davon aus, „dass es ein knapper Wettkampf wird.“ Denn beim deutlichen Sieg vor einer Woche hatten die Saarländer noch nicht alles gezeigt: Anton Fokin und Eugen Spiridonow, die Stars im Team, turnten in der Straubenhardthalle nur an drei Geräten.

Ob die Asse der TG Saar aber reichen werden, um der KTV den 25. Vereinsgeburtstag zu vermiesen? Das wird besonders von den ersten beiden Geräten – Boden und Pauschenpferd – abhängen. „Wenn wir hier ein paar Fehler machen, wird es ganz gefährlich“, glaubt Grigoriev. „Denn an Barren und Reck sind beide Teams ausgeglichen.“ Das Finale als Zitterpartie? „Darauf“, sagt der Coach ganz ehrlich, „habe ich keinen Bock.“