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Straubenhardts Trainer Dirk Walterspacher (links) weiß, was er an seinem Topscorer Anton Fokin hat. Foto: Gössele
Straubenhardts Trainer Dirk Walterspacher (links) weiß, was er an seinem Topscorer Anton Fokin hat. Foto: Gössele
06.12.2015

KTV Straubenhardt feiert zum vierten Mal die deutsche Turnmeisterschaft

Vier Jahre musste die KTV Straubenhardt warten, um wieder eine deutsche Turn-Mannschaftsmeisterschaft feiern zu können. Nach 2008, 2009 und 2011 gelang es den Straubenhardter am Samstagabend in der Messehalle in Karlsruhe-Rheinstetten die TG Saar mit 49:20 Scorepunkten und 12:0 Gerätepunkten zu schlagen. Der Triumpf fiel so deutlich aus, weil der KTV in den Disziplinen Reck, Barren und Boden eindeutig dominierte und die TG Saar außer Topscorer Oleg Verniaiev (16) keinen herausragenden Turner mehr hatte.

Für die Straubenhardter holten unter anderem Topscorer Marcel Nguyen 18 Punkte, Filip Ude 9 Punkte und Anton Folin 7 Punkte. In den Disziplinen Pferd, Ringe und Sprung siegte der KTV nur ganz knapp mit jeweils einem Scorepunkt Unterschied, doch am Ende konnten die Saarländer kein Gerät für sich entscheiden. Für Straubenhardts Dirk Walterspacher hat sich mit dem Titelgewinn ein Kreis geschlossen: „Vor zehn Jahren war ich als Turner dabei, jetzt kann ich es auch als Trainer schaffen“, sagt er vor dem Finale zur deutschen Turnmeisterschaft. Nun holte er mit seinem Team den vierten Meistertitel nach Straubenhardt.

Turnstar Marcel Nguyen genoss den Erfolg seiner Mannschaft. «Es ist immer wieder überragend, mit dem Team zu feiern», erklärte der zweifache Olympia-Zweite nach seinem Sieg mit der KTV Straubenhardt im Finale der Deutschen Turn-Liga in Karlsruhe. Nguyen war zum dritten Mal an den vier KTV-Titeln beteiligt, nachdem er nach einem zweijährigen Gastspiel beim entthronten Titelverteidiger MTV Stuttgart zu dieser Saison wieder zu den Schwarzwäldern zurückgekehrt war.

Der 28-Jährige, mit 18 Punkten auch als Topscorer des Tages ausgezeichnet, wertete das als eine «Nebensache». Der zweimalige Barren-Europameister sammelte seine Zähler zudem nur an fünf Geräten, am Pauschenpferd kam der 28-Jährige nicht zum Einsatz. «So ist es optimal», sagte er mit einem Grinsen: «Schade, dass wir keinen Fünfkampf turnen.» Denn wie die meisten seiner Teamkollegen in der Nationalmannschaft ist auch Nguyen kein Freund dieses Geräts. Doch mit Blick auf das olympische Testevent im April, bei dem er sich mit der deutschen Riege im zweiten Anlauf das Ticket für die Spiele in Rio de Janeiro sichern will, versprach er auch dort eine Steigerung.

Anders als sein Teamkollege und WM-Reckfinalist Andreas Bretschneider legt Nguyen nach dem Liga-Finale keine Pause ein. Bereits am Mittwoch fliegt er zum Toyota Cup nach Japan. «Ich bin nach der Weltmeisterschaft nicht so oft zum Training gekommen, weil ich viele Termine hatte», sagte Nguyen. Deshalb müsse er sich nun in Form bringen. 

Im Wettkampf um Platz 3 bei den Herren besiegte der TV Wetzgau den MTV Stuttgart mit 39:31 (9:3).

Im Finale der Frauen überzeugte vor allem die WM-Zehnte Elisabeth Seitz. Die 22-Jährige führte den MTV Stuttgart mit 213,15 Punkten zum vierten Titel in Serie und entschied mit 57,15 Punkten die Vierkampf-Wertung für sich. Die Gastgeberinnen von der TG Karlsruhe-Söllingen wurden mit 212,95 Punkten Zweite vor dem TuS Chemnitz-Altendorf (206,60), bei dem die WM-Dritte am Schwebebalken, Pauline Schäfer, wegen Magen-Darm-Problemen fehlte.