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Mann des Tages: KTV-Ass David Belyavskiy, hier am Pauschenpferd, glänzte mit 21 Scorepunkten.  Foto: Ripberger 
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Ansprache: Reck-Weltmeister Eberhard Gienger war bei der KTV zu Gast.  Foto: Ripberger 
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Autogramme: Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer wurde in der Straubenhardthalle von vielen Fans umlagert.  Foto: Ripberger 
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Ehrung: Bürgermeister Helge Viehweg (li.) und KTV-Urgestein Leonhard Feiler.  Foto: Ripberger 

KTV Straubenhardt schlägt zum DTL-Auftakt die KTV Obere Lahn 42:27

Straubenhardt. Der Weg zur Titelverteidigung hat für den deutschen Meister KTV Straubenhardt steinig begonnen. Ehe der 42:27-Erfolg zum Auftakt der Deutschen Turnliga (DTL) gegen die KTV Obere Lahn feststand, erlebten die Zuschauer in der fast ausverkauften Straubenhardthalle ein Element, das ihnen in den vergangenen Jahren etwas fremd geworden war: Spannung. Hatten die KTV-Athleten ihre Gegner zuletzt meist sicher im Griff, mussten sie am Samstag über die Gebühr bangen.

„Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Die Saison hat sehr früh begonnen. Die Jungs sind noch platt. Es war klar, dass uns die Obere Lahn das Leben schwer macht“, bilanzierte der Sportliche Leiter des deutschen Meisters, Dirk Walterspacher den abwechslungsreichen Wettkampf gegen einen der vermeintlich härtesten Konkurrenten.

Platt waren die „Jungs“ vor allem deshalb, weil die Nationalturner vor Wochenfrist erst im Trainingslager in Kienbaum einen Test-Sechskampf geturnt hatten. Dabei kristallisierten sich die Straubenhardter Andreas Bretschneider, Marcel Nguyen und Nils Dunkel als aktuell beste Mehrkämpfer im Nationalteam heraus. „Es war mein erster Sechskampf seit Olympia 2016. Ich hatte ganz vergessen, wie anstrengend das ist“, berichtete Bretschneider von anhaltenden Schmerzen am ganzen Körper.

Der DTL-Wettkampf begann aus Straubenhardter Sicht alles andere als optimal. Am Boden landete Steve Woitalla nach einer Bahn unfreiwillig auf dem Hosenboden. Nach der Kür, bei der er an Fabian Lotz drei Scorepunkte abgeben musste, war von Woitallas Lippen unschwer das Sch...-Wort abzulesen. Weil auch Andreas Bretscheider kräftige Abzüge kassierte, reichte es nur zu einer 5:5-Punkteteilung am ersten Gerät. Das war aber noch deutlich besser als das folgende 5:10 am Pauschenpferd, wo der verletzte Ivan Rittschick besonders schmerzlich vermisst wurde. Einzig David Belyavskiy verhinderte mit einem Fünferscore ein Debakel. „David war superstark und richtig stabil“, wusste Bretschneider später, bei wem sich die Mannschaft zu bedanken hatte. Der Russe, dessen Einsatz wegen der unklaren Visa-Frage lange auf der Kippe gestanden hatte, trug das Team mit fünf grandiosen Übungen durch den Wettkampf und war mit 21 Scorepunkten der Mann des Tages.

An den Ringen kämpfte sich Straubenhardt nicht ganz unerwartet zurück in den Wettkampf, der Armenier Davtyan Vahagn überragte einmal mehr und sicherte sich von den Kampfrichtern mit 15,10 die Topwertung des Tages.

So führten die Gastgeber zur Pause mit 21:19, gewannen dann etwas überraschend auch den Sprung (5:2), ließen an Barren (7:3) und Reck (9:3) nichts mehr anbrennen. „Der Rückstand war zwischendurch ein bisschen groß. Da konnte man schon ein wenig Angst bekommen. Aber hinten raus haben wir gezeigt, was wir können“, atmete auch Marcel Nguyen kräftig durch.

Die KTV Obere Lahn aber könnte im Jahr eins nach Fabian Hambüchen auf lange Sicht doch der große Herausforderer für Straubenhardt werden. Lukas Dauser, am Samstag von seinem Kreuzbandriss noch sichtlich gehandicapt, wird erst in der zweiten Saisonhälfte als Sechskämpfer wieder voll einsatzfähig sein. Zudem fehlte den Hessen mit Colin van Wicklen ihr zweiter starker Ausländer. Der US-Amerikaner hatte den Bundesliga-Wettkampf mit einem dicken Fuß kurzfristig absagen müssen.