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Kopfüber ins DTL-Finale. Nationalturner Marcel Nguyen, hier bei seiner Übung am Barren, überzeugte mit der KTV bei der Generalprobe. Foto: Ripberger
Kopfüber ins DTL-Finale. Nationalturner Marcel Nguyen, hier bei seiner Übung am Barren, überzeugte mit der KTV bei der Generalprobe. Foto: Ripberger
20.11.2016

KTV Straubenhardt siegt bei TG Saar: Fürs DTL-Finale aufgewärmt

Die Turner der KTV Straubenhardt gewinnen die Generalprobe gegen die TG Saar mit 64:15. Aber beide Teams haben die Karten im Bundesligawettkampf noch nicht aufgedeckt, denn sie stehen sich noch im DTL-Finale gegenüber.

Die Taktik spielt in den Duellen zwischen der KTV Straubenhardt und der TG Saar seit jeher eine große Rolle. Das war auch beim finalen Saisonwettkampftag der Turn-Bundesliga in der voll besetzten Straubenhardt-Halle deutlich zu erkennen. Denn keines der beiden schon für das DTL-Finale am Samstag, 3. Dezember, in Ludwigsburg qualifizierten Teams wollte bei der Generalprobe vorzeitig alles zeigen. So blieb das klare 64:15 des aktuellen deutschen Mannschaftsmeisters und Tabellenführers aus Straubenhardt letztlich nur ein kleiner Fingerzeig, wie sich das erneute Kräftemessen in zwei Wochen entwickeln könnte.

Dem sieht KTV-Trainer Anton Fokin nach dem Heimsieg über den Erzrivalen gelassen entgegen. „Der Auftritt war okay. Das Publikum hat eine gute Show gesehen“, hielt der gebürtige Usbeke fest. „Wir haben Nils Dunkel für den Weltcup in Cottbus und Andreas Bretschneider geschont. Die TG Saar hat Olympiasieger Oleg Verniaiev und Waldemar Eichorn eine Pause gegönnt. Jeder kann beim Finale noch zulegen – auch was den Schwierigkeitsgrad der Übungen anbelangt“, betonte er.

Die Abwesenheit von Topkräften auf beiden Seiten nutzte beim Wettkampf in Conweiler, der von Thomas Taranu und Nationalturnerin Elisabeth Seitz moderiert wurde, vor allem der Nachwuchs, um sich auf großer Bühne zu präsentieren. So schickte die KTV mit Vinzenz Haug, Aaron Wagner und Nils Buchter drei Eigengewächse ins Rennen, die Scorepunkte sammelten. Den Anfang machte Buchter am Boden durch ein 2:0 über TG-Talent Dschamal Mergen und trug damit sein Scherflein zum 9:4-Sieg an diesem Gerät bei.

Die KTV-Riege hatte das Geschehen fest im Griff. Daran änderte auch das Zittergerät Pauschenpferd nichts, an dem vier von acht Turnern hüben wie drüben absteigen mussten. Die Gastgeber dominierten hier mit 10:3 Punkten und setzten an den Ringen sogar noch einen drauf.

Neben Nationalturner Marcel Nguyen (5:0 gegen Thorsten Michels) und Anton Fokin (5:0 gegen Luca Ehrmantraut), die nahezu fehlerfreie Übungen zeigten, steuerte auch Youngster Haug zwei Zähler zum 12:0 bei. Für die Straubenhardter ging auch Marian Dragulescu an die Geräte. Doch der rumänische Ex-Weltmeister patzte an seinem Paradegerät Sprung, da er den nach ihm benannten „Dragulescu“, einen Handstützüberschlag mit Doppelsalto vorwärts gehockt und halber Längsachsendrehung, nicht stand. „Das war aber nicht seine Schuld. Die Matte zum Auffangen hat falsch gelegen“, relativierte der Sportliche Leiter Dirk Walterspacher. „Marian wird auch beim DTL-Finale antreten“, fügte er hinzu. Trotz des Fehlers entschieden die KTV-Turner auch dieses Gerät mit 7:5 für sich.

Am Barren sorgte anschließend Anton Fokin mit einer Endnote von 15,45 für die höchste Tageswertung. Obwohl der Usbeke nur an drei Geräten startete, war er am Ende zusammen mit TG-Saar-Turner Felix Remuta (10 Punkte) Topscorer der Begegnung. Nach dem Barren (13:3 Gerätepunkte) ging zum Schluss das Reck klar mit 13:0 an die Straubenhardter. An Barren und Sprung holte Weltcup-Turner Lukas Dauser je vier Punkte.

„Im DTL-Finale müssen wir mit wesentlich mehr Gegenwehr rechnen“, gab Marcel Nguyen zu bedenken. Das weiß auch Dirk Walterspacher, der davon ausgeht, dass Anfang Dezember in Ludwigsburg Glück und Nervenstärke den Ausschlag geben. „Und wir haben noch ein paar Trümpfe, die wir ausspielen können“, versicherte der Sportliche Leiter.