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Mit ihren Goldmedaillen um den Hals präsentierten sich die deutschen Mannschaftsmeister von der KTV Straubenhardt dem Fotografen. Links Trainer Alexei Grigoriev, Zweiter von rechts der Straubenhardter Kampfichter Heiko Hagenbuch und rechts der Vater von Turner Vladimir Klimenko. Foto: Wiedemann
Mit ihren Goldmedaillen um den Hals präsentierten sich die deutschen Mannschaftsmeister von der KTV Straubenhardt dem Fotografen. Links Trainer Alexei Grigoriev, Zweiter von rechts der Straubenhardter Kampfichter Heiko Hagenbuch und rechts der Vater von Turner Vladimir Klimenko. Foto: Wiedemann
27.11.2011

KTV Straubenhardt turnt sich souverän zum Titel

Mit der Souveränität eines Topfavoriten hat sich die KTV Straubenhardt die deutsche Turnmeisterschaft gesichert. Beim 39:23-Erfolg gegen die TG Saar in der Berliner Max-Schmeling-Halle erfüllte das Team von Trainer Alexei Grigoriev das hochgesteckte Saisonziel – und holte zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Titel der besten Turnequipe Deutschlands.

Bereits nach drei Geräten hatte die Mannschaft um den glänzenden Marcel Nguyen jeden Zweifel über ihre Ambitionen ausgeräumt: Boden, Pauschenpferd und Ringe gingen an die Badener. Obwohl ihnen erst der 14:0-Sieg an den Ringen einen deutlichen Vorsprung bescherte, war Grigoriev schon vor diesen siegesgewiss: „Nach dem Pauschenpferd wusste ich, dass wir gewinnen“, so der KTV-Coach.

Aus gutem Grund: Am Boden und Pferd hatte er von der TG Saar die größte Gegenwehr erwartet. Doch die Saarländer zeigten ungeahnte Schwächen. So konnte Maxim Dewiatkowski am Boden einen Scorepunkt gegen die usbekische Nummer eins Anton Fokin holen. Und weil Ivan Bykow seine Bodenübung völlig verturnte, sicherte Vladimir Klimenko der KTV trotz eigener Unsicherheiten vier weitere Scorepunkte. Zusammen mit Nguyens Auftaktkür sprang so ein 7:2-Vorsprung heraus. Spannender wurde es am Pauschenpferd: Wie auch sein Kontrahent Bykow musste der Nieferner Thomas Taranu früh absteigen, das Duell endete 0:0. Doch obwohl Fokin der TG Saar vier Scorepunkte sicherte, ging das Gerät dank der bestens aufgelegten Nguyen und Robert Weber mit 5:4 an Straubenhardt.

Fortan entspannten sich die Gesichter im KTV-Lager – sowohl auf dem Hallenboden als auch auf den Rängen: Unter den 1800 Zuschauern sorgten gut 200 Straubenhardter phasenweise für die Atmosphäre eines Heimwettkampfs. Mit dieser Unterstützung wurden die Ringe zu einer Demonstration Straubenhardter Mannschaftsstärke: Weber, Nguyen, Taranu und Charkow sorgten für ein überragendes 14:0 – und einen Halbzeitstand von 26:6. Selbst das hochgehandelte Topduo der TG Saar – Fokin und Spiridonow – musste gegen Nguyen und Taranu jeweils drei Scorepunkte abgeben.

Der souveräne Auftritt hatte eine Taktikänderung zu Gunsten von mehr Sicherheit zur Folge: „Nach den Ringen haben wir so geturnt, dass wir nur noch möglichst wenig Punkte abgeben“, so Trainer Grigoriev. Am Sprungtisch schickte er noch einmal seine besten Turner nach vorne: Nguyen und Dimitri Walter sicherten direkt die fünf Scorepunkte, die auch an diesem Gerät für einen 5:4-Sieg reichten – obwohl André Schaich beim Versuch eines Roches (Handstützüberschlag mit Doppelsalto) vornüber auf der Matte landete.

Dass Barren (4:5) und Reck (4:8) knapp verloren gingen, waren da nur noch kleine Schönheitsfehler. „Es war ein verdienter Sieg für die KTV, wenn man bedenkt, dass sie auch noch auf Hambüchen verzichten mussten“, konstatierte dementsprechend auch Viktor Schweizer, Cheftrainer der TG Saar.

An den früheren Reck-Weltmeister, der wie bereits 2010 das Finale abgesagt hatte, dachte auch Horst Rapp, Präsident des Fördervereins der KTV: „Wir haben heute gezeigt, dass wir auch ohne ihn gewinnen können“, so sein Fazit. Simon Walter