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KTV Straubenhardt
22.11.2014

KTV Straubenhardt verliert DM-Finale gegen MTV Stuttgart

Als Außenseiter waren die Turner der KTV Straubenhardt zum Finale der Deutschen Turnliga (DTL) nach Karlsruhe gereist. Eine Außenseiterchance hatten sie sich gegen den Favoriten MTV Stuttgart dennoch ausgerechnet. Doch die Hoffnung trog. 17:59 stand es am Ende.

Die favorisierten Turner aus der Landeshauptstadt ließen nichts anbrennen. Die Straubenhardter hätten fehlerfrei turnen müssen, um mitzuhalten. Stattdessen patzten die Turner aus der Schwarzwaldgemeinde zu oft. Der Verlust von Lukas Dauser, der nach einer Blinddarmoperation nicht mehr rechtzeitig fit wurde, schmerzte. Der kurzfristig für drei Geräte verpflichtete US-Amerikaner Paul Ruggeri konnte die Kohlen nicht aus dem Feuer holen. Und am Ende musste Andreas Bretschneider seine Reckübung nach einem Sturz auch noch abbrechen.

Schon dreimal – 2005, 2009 und 2011 – waren die Straubenhardter Deutscher Meister. Jetzt mussten sie sich mit Rang zwei begnügen. Die Stuttgarter, die 2002 zum letzten Mal den Titel geholt hatten, triumphierten nach zwölf Jahren Wartezeit wieder. Das Team von Trainer Valeri Belenki war im richtigen Moment topfit. Und der brasilianische Weltklassemann Sergio Sasaki, den die Stuttgarter kurzfristig verpflichtet hatten, erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen.

Hochkarätig der Auftakt am Boden: Im Duell der beiden Ausländer nahm Stuttgarts dem Straubenhardter Ruggeri die ersten beiden Zähler ab. Danach ging es für die Straubenhardter aber wenig hochkarätig weiter. Andreas 'Bretschneider landete auf dem Hosenboden, Brian Gladow knickte beim Handstand ein. Und so ging ein Gerät, an dem sich die Straubenhardter leichte Vorteile ausgerechnet hatten, plötzlich 0:10 verloren. Ein bitterer und vorentscheidender Rückschlag, von dem sich das Team von Trainer Dirk Walterspacher nicht mehr erholte.

Am Pauschenpferd wurde es nicht viel besser. Hier hatte die KTV eine Niederlage einkalkuliert, dass aber ausgerechnet der sonst so sichere Anton Fokin hier patzte und Zähler abgab, war nicht erwartet worden. Weil die Stuttgarter anschließend durch Sakai und Philipp Sorrer ebenfalls Absteiger hatten, hielt die KTV-Niederlage in Grenzen. Und Andreas Bretschneider sorgte wenigstens für das erste Straubenhardter Pünktchen.

Doch die Luft war irgendwie schon raus. Auch an den Ringen gab es für die Straubenhardter nichts zu erben. Zwei Punkte für Andreas Bretschneider, das war's auch schon. Stuttgart gewann das dritte Gerät 11:2 – dabei hatte man sich bei Straubenhardt hier ein Duell auf Augenhöhe erhofft. 3:33 zur Halbzeit – die Messe war in der Karlsruher Messehalle schon früh gelesen. Am Sprung (2:10) gab es ebenfalls nur durch Paul Ruggeri zwei „Ehrenpunkte“. Am Barren schrammte die KTV dank der Duell-Erfolge von Bretschneider und Thomas Taranu knapp am Gerätegewinn vorbei. Am Reck war ein versöhnlicher Abschluss bei einer 8:0-Führung greifbar nahe, dann aber stürzte Andreas Bretschneider, musste aufgeben – und verlor sein Duell noch 0:10.

Während das Finale um den Titel eine klare Angelegenheit war, entwickelte sich der Kampf um Platz drei zwischen der KTV Obere Lahn und der TG Saar zu einem Turnkrimi. Als vorletzter Turner seines Teams sicherte Fabian Hambüchen seinem Team von der Oberen Lahn an den Ringen den 39:30-Erfolg und Platz drei.