nach oben
Turnen
21.11.2014

KTV Straubenhardt vor dem Finale gegen MTV Stuttgart: Der große Final-Check

Der deutsche Mannschaftsmeistertitel im Turnen wird am Samstag in einem schwäbischen Duell auf badischem Boden vergeben. Um 14.00 Uhr stehen sich in der Karlsruher dm-Arena (Messe) der MTV Stuttgart und die KTV Straubenhardt gegenüber.

Schon im vergangenen Jahr standen sich beide am Final-Wochenende der Deutschen Turnliga (DTL) gegenüber. Damals ging es aber nur um Platz drei. Die Straubenhardter siegten ebenso wie vor zwei Wochen in der Bundesliga.

Doch am Samstag sind die Stuttgarter Favorit. Die Turner aus der Landeshauptstadt haben zwar zuletzt 31:48 in Straubenhardt verloren, waren da aber bereits für die Finals qualifiziert.

Und er MTV hat kurzfristig Sergio Sasaki verpflichtet. Die Brasilianer ist WM-Siebter im Mehrkampf. Marcel Nguyen (Kreuzbandriss) fehlt weiterhin, aber mit Sebastian Krimmer, Philip Sorrer, Daniel Weinert und Anton Wirt ist der Kader von Trainer Valerie Belenki in der Breite gut besetzt.

Kampflos wird sich die KTV Straubenhardt aber nicht geschlagen geben. Andreas Bretschneider soll als Sechskämpfer das Zugpferd spielen. Kurzfristig wurde der US-Boy Paul Ruggeri für Boden, Sprung und Reck verpflichtet. Er soll sich die Ausländerpostion mit Anton Fokin teilen, nachdem der Russe Dmitry Stolyarov zuletzt schwächelte. KTV-Coach Dirk Walterspacher muss weiter auf den am Blinddarm operierten Lukas Dauser verzichten. Brian Gladow, Vladimir Klimenko, Thomas Taranu, Nils Buchter und Aaron Wagner sind also gefordert.

Hier eine Vorschau, wie sich das spannende Titelduell von Gerät zu Gerät entwickeln könnte.

Boden

Beim Bundesliga-Wettkampf vor zwei Wochen hatte die KTV mit 16:0 die Nase vorne. Das ist aber kein Maßstab. Zum einen turnten die Stuttgarter damals auf Risiko – die Folge waren viele Fehler. „Die turnen im Finale stabiler“, ist Dirk Walterspacher überzeugt. Zum anderen kommt mit Sasaki ein starker Mann dazu. Dennoch könnte Straubenhardt das Gerät für sich entscheiden, weil auch der US-Amerikaner Ruggeri hier stark ist.

Prognose: Leichter Vorteil Straubenhardt

Pauschenpferd

Dass die Stuttgarter am Zittergerät gewinnen, scheint klar. Die Frage ist nur, wie hoch? Beim Bundesliga-Wettkampf warf das bockige Gerät mehrere Straubenhardter ab, am Ende stand es 0:14. So gesehen hat die KTV viel Luft nach oben. Anton Fokin kann einen der MTV-Turner in Schach halten. „Wir müssen nur schauen, dass wir in den anderen drei Duellen die Niederlagen in Grenzen halten.“ Mit einem 0:12 könnte Walterspacher leben. Ein einstelliges Ergebnis wäre noch besser.

Prognose: Klarer Vorteil Stuttgart

Ringe

Ein 15:0 für Straubenhardt wie zuletzt in der Bundesliga wird es an diesem Gerät bestimmt nicht mehr geben. Stuttgart wird stabiler turnen. Viel kann von der Taktik abhängen – wer im Duell gegen wen ran muss.

Prognose: Unentschieden oder leichter Vorteil Straubenhardt.

Sprung

Die Stuttgarter haben die Möglichkeit, höhere Schwierigkeiten zu turnen, als sie es zuletzt in Straubenhardt taten (dort verloren sie die Gerätewertung 3:7). Hier wird die KTV Lukas Dauser mit seinem hohen Ausgangswert (5,6) schmerzlich vermissen. Für ihn muss der US-Amerikaner Ruggeri in die Bresche springen.

Prognose: Vorteil Stuttgart.

Barren

Mit Anton Fokin und Andreas Bretschneider hat die KTV an diesem Gerät zwei ganz starke Athleten, Stuttgart muss sich aber – auch dank des Ex-Straubenhardters Daniel Weinert – nicht verstecken. In Straubenhardt hat der MTV dieses Gerät zuletzt sogar gewonnen.

Prognose: Leichter Vorteil für Straubenhardt

Reck

Schon beim Duell vor zwei Wochen ging es eng zu (6:5). Schön wäre es natürlich, wenn es bis zum Ende spannend bleibt. Vielleicht hängt dann alles davon ab, ob Andreas Bretschneider seinen Kovacs-Salto mit Doppelschraube hängt.

Prognose: Unentschieden mit leichten Vorteilen für Straubenhardt.