nach oben
Geheimfavorit bei der DM: Barrenspezialist Marcel Nguyen. Gentsch
Geheimfavorit bei der DM: Barrenspezialist Marcel Nguyen. Gentsch
15.06.2012

KTV-Ass Taranu nimmt Dreikampf an

Marcel Nguyen turnt mit Fabian Hambüchen und Philipp Boy um DM-Titel.Teamkollege Thomas Taranu kämpft ebenfalls um ein Olympia-Ticket.

Ein Hauch von Olympia liegt 41 Tage vor dem Auftakt in London über dem Dreikampf um die deutsche Turn-Krone: Fabian Hambüchen brennt in Düsseldorf auf das Comeback, Philipp Boy klagt über „Höllen-Schmerzen“ – und Marcel Nguyen, der in der Bundesliga für die KTV Straubenhardt turnt, gilt als Geheimfavorit. „Wenn man sieht, wie die Konkurrenz fightet, bekommt man nach so einer langen Phase des Trainings wieder große Lust. Ich bin heiß auf den Wettkampf“, sagte Hambüchen vor dem ersten Kräftemessen mit Boy und Nguyen seit Oktober 2011.

Ganz fokussiert auf Olympia hat der Ex-Weltmeister aus Wetzlar nur einen Test in Frankreich bestritten, auch um seine nach einer Operation angegriffene Achillessehne nicht über Gebühr zu strapazieren. Am „Zitter-Pferd“ hat er sich inzwischen stabilisiert, am Barren seine Schwierigkeit um drei Zehntel auf 6,5 gesteigert. Mit seiner superschweren Übung am Reck (7,7) gilt er sogar als Medaillenkandidat in London.

Hingegen muss der WM-Zweite Philipp Boy derzeit ständig Schmerztabletten schlucken, um die Qualen im seit Monaten entzündeten Handgelenk wegzustecken. „Ich werde die Zähne zusammenbeißen. Ich muss nüchterner rangehen und darf nicht zu viel von mir erwarten“, erklärte der Lausitzer. „Fehlendes Training ist mit Routine nicht wettzumachen“, konstatierte Cheftrainer Andreas Hirsch.

Völlig unbeschwert und mit dem Rückenwind des EM-Titels am Barren geht Marcel Nguyen in die erste Olympia-Qualifikation. „Wir wollen nicht drumherum reden: Es geht für ihn um den Titel“, äußerte sein Trainer Waleri Belenki unverblümt den Anspruch, zum zweiten Mal nach 2010 die Träume von Boy und Hambüchen zu durchkreuzen. „Alle drei sollen einen Strauß ausfechten. Wichtig sind für mich die Leistungen, die geboten werden“, sagte Hirsch. „Jeweils 90 Punkte wären natürlich ein maximales Ergebnis. Dann hätte auch das Team ein sicheres Fundament für London.“

Während Hambüchen seit Wochen jeden Tag den Physiotherapeuten aufsucht, um die Muskulatur des operierten Fußes zu stärken, hat Boy kaum Hoffnung, dass sich die chronische Entzündung bis London bessert. Seinen Olympiastart soll dies aber nicht gefährden.