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Wichtig ist Marc-Oliver Kempf (links) nicht zuletzt, da er hingeht, wo es wehtut. Während der VfB Konstantinos Mavropanos (rechts) länger ersetzen muss, steht Kempf keine Pause bevor (in der Mitte Leverkusens Patrik Schick).  Foto: Weller/dpa 

Kämpfer Kempf ist ein Trumpf für den VfB Stuttgart beim Spiel gegen Schalke 04

Stuttgart. Mit dem ersten Sieg über den FC Schalke 04 seit April 2014 will sich der VfB an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festsetzen. Achtmal in Folge haben die Stuttgarter nicht gegen die Königsblauen gewonnen, doch dieses Mal gelten sie als Favorit. Der Gegner wartet ja saisonübergreifend bereits seit 21 Partien auf einen Sieg.

Wenn der Freitagsflug der Stuttgarter startet, ist Verteidiger Marc-Oliver Kempf an Bord, der sich beim 1:1 gegen den 1. FC Köln einen Riss der Ohrmuschel zugezogen hatte. „Wenn Marc nach seiner Verletzung am Ohr keine Hemmungen hat, auch in Kopfballduelle zu gehen, wird er auf dem Platz stehen“, sagte Pellegrino Matarazzo. Der VfB-Trainer verriet auch, dass die kurzfristige Anreise nicht unbedingt als Folge der Pandemie zu sehen ist: „Die Entscheidung wäre womöglich auch ohne Corona so gefallen.“ Der 42-jährige Matarazzo macht sich viele Gedanken. Außer über die Aufstellung also zum Beispiel auch über die Modalitäten der Anreise. In der Sommerpause hatte der Trainer eine Entscheidung getroffen, die Kempf betraf. Matarazzo nahm dem 25-Jährigen die Kapitänsbinde weg.

Damit umzugehen, ist für Kempf einfacher, als die Spielpausen hinzunehmen, die es für ihn nun schon öfter gab: „Es trifft die Sache, wenn man sagt, ich sei ein Stehaufmännchen. Ich hatte leider schon einige Verletzungen zu viel – habe mich aber stets aufgerappelt.“ Am 1. Februar hatte sich einen Kieferbruch zugezogen. Als er zurückkam, folgte die Corona-Pause. Weiter ging es Ende Juni mit einer Schulterverletzung und mit einer weiteren Operation. Trotz aller Widrigkeiten läuft die Saison für den früheren Spieler des SC Freiburg gut. Kempf zählt zu den besten Zweikämpfern des VfB. Auch ohne Binde am Arm und trotz neuer Konkurrenten im Kader hatte der junge Familienvater keine Spielminute verpasst, ehe er dann gegen Köln schon nach gut einer halben Stunde vom Feld musste.

Neuzugang Waldemar Anton wird dem VfB nun zum dritten Mal nacheinander verletzungsbedingt fehlen. Auch hinter den angeschlagenen Wataru Endo, Roberto Massimo und Silas Wamangituka stehen Fragezeichen. Von einem Handicap für die Defensive will Trainer Matarazzo nichts wissen. Das gilt selbst, falls nach Anton und Konstantinos Mavropanos auch der defensive Mittelfeldspieler Endo ausfällt.

Seit dem 2:3 zum Saisonstart gegen Freiburg hat sich die VfB-Abwehr in vier Spielen nur drei Gegentore eingehandelt. Gegen Krisenclub Schalke sollen nun möglichst keine hinzukommen. „Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und sind deswegen ein bisschen unberechenbar“, sagte Matarazzo allerdings.

Mögliche VfB-Aufstellung: Kobel – Stenzel, Karazor, Kempf – Wamangituka, Endo, Mangala, Coulibaly – Didavi, Castro – Kalajdzic

Schalke-Trainer Manuel Baum und die Ketchup-Flasche

Schalke-Trainer Manuel Baum hat sein Team am Tag vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mit einer Ketchup-Flasche verglichen. Wenn man sie das erste Mal aufschraube, komme nichts, sagte er am Donnerstag: „Man muss von oben ganz fest drauf klopfen, bis irgendwann mal alles rauskommt. Wir sind gerade noch am Klopfen. Aber wenn das dann mal raus kommt, dann haben wir wieder alle Spaß miteinander. Und da glaube ich dran.“

Die Königsblauen haben seit dem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach am 17. Januar in der Fußball-Bundesliga 21 Spielen nicht gewonnen. Der 41-jährige Baum löste David Wagner diese Saison nach dem zweiten Spieltag ab. Der Bayer kam am 30. September.

Mark Uth hat seine muskulären Probleme überwunden. Gleichwohl hielt sich der Trainer zurück, als es um einen Einsatz des 29-Jährigen ging: „Er ist einer der kreativsten Spieler und in der Lage, selbst ein Tor zu machen. Von daher wäre es extrem wichtig, dass er am Freitag spielt. Warten wir es ab.“