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Erläutert die Argumente seines Vereines pro Eishalle: CfR-Vorstandsvorsitzender Markus Geiser im Gespräch mit PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht und Sportredakteur Martin Mildenberger (von rechts).
Erläutert die Argumente seines Vereines pro Eishalle: CfR-Vorstandsvorsitzender Markus Geiser im Gespräch mit PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht und Sportredakteur Martin Mildenberger (von rechts).
Eissport – Ja oder Nein? Keine leichte Entscheidung für den Pforzheimer Gemeinderat am Ende der Debatte um die St.-Maur-Halle im Enzauenpark.   Ketterl, PZ-Archiv
Eissport – Ja oder Nein? Keine leichte Entscheidung für den Pforzheimer Gemeinderat am Ende der Debatte um die St.-Maur-Halle im Enzauenpark. Ketterl, PZ-Archiv
06.11.2017

Kampf um Pforzheimer Eishalle geht in die heiße Phase

Die Zukunft des Eissports in Pforzheim entscheidet sich in den kommenden Tagen. Die 1992 erbaute St.-Maur-Halle steht nach einem Beschluss des Gemeinderates zum Verkauf.

Es liegen drei Angebote vor. In einer gemeinsamen Sitzung werden am Dienstagnachmittag Finanz-, Wirtschaftsförderungs-, Sport- sowie Bau- und Liegenschaftsausschuss darüber beraten, wer den Zuschlag erhält. Nichtöffentlich. Ein endgültiger Beschluss soll dann in der Gemeinderatssitzung am 14. November gefällt werden.

So langsam wird es also eng für den 1. CfR Pforzheim, dessen Eishockey-Abteilung auf die Nutzung der St.-Maur-Halle angewiesen ist. Der Verein, an der Spitze der Vorstandsvorsitzende Markus Geiser, kämpft leidenschaftlich für den Erhalt seiner Eishockey-Abteilung. Auf den letzten Drücker wurde sogar ein sehr emotionales Image-Video produziert, das bis Montagabend mehr als 15 000 Mal im Internet geklickt worden war.

Markus Geiser ärgert sich über die Vorgehensweise der Stadt bei der Diskussion über den Hallenverkauf: „Das Ganze läuft alles im Hintergrund ab. Das ist sehr, sehr auffällig. Alles in nichtöffentlichen Sitzungen. Die Bevölkerung bekommt nicht wirklich etwas mit“, so Geiser. Merkwürdig findet der CfR-Chef auch, dass es der Stadt bisher nicht gelungen ist, die St.-Maur-Halle für die Sommermonate zu vermarkten. „Man könnte baurechtlich Messen und Ausstellungen nur mit großen Schwierigkeiten durchführen. Genau das wird aber jetzt bei einem Anbieter als positiv hervorgehoben“, betont Geiser. Dieser Anbieter ist Brauhaus-Chef Wolfgang Scheidtweiler. Der Pforzheimer Hotelier und Brauer möchte die Eishalle übernehmen und diese winters – zumindest die nächsten fünf Jahre – als solche betreiben. Im Sommer will er das leerstehende Gebäude für kulturelle Events wie etwa Musicalgastspiele des Stadttheaters und Weiteres nutzen. Scheidtweiler ist nach PZ-Informationen neben dem Eishockey-Sportler Maxim Schein, der ein Angebot mit dem symbolischen Kaufpreis von einem Euro abgab, und dem Ulmer Trampolinhallenbetreiber X-Treme Jump einer von drei Bietern.

Am liebsten wäre es dem CfR, wenn die Halle gar nicht verkauft würde. Den städtischen Zuschuss von 200 000 Euro im Jahr hält Markus Geiser für überschaubar und im Vergleich zu anderen städtischen Zuschüssen, beispielsweise fürs Stadttheater, sogar für relativ niedrig. Geiser hat errechnet, dass die St.-Maur-Halle die Stadt täglich 600 Euro an Zuschuss kostet. Fürs Stadttheater, für dessen Erhalt der Architekt auf alle Fälle ist, müsse die Kommune 20 000 Euro täglich aufwenden.

Die Zweckbindung, dass in der Halle Eissport betrieben werden muss, endet im Dezember 2018. Der CfR fordert, dass diese bei einem Verkauf der Halle verlängert wird. „Ein Mietvertrag über zehn Jahre wäre ideal“, so Geiser, dem im Verlauf der Diskussionen aufgefallen ist, wie wenig manches Mitglied im Gemeinderat über die Eishockey-Abteilung des CfR Bescheid wisse. „Viele waren wenig bis gar nicht informiert. Wir haben 250 Mitglieder in der Abteilung, davon 180 Kinder. Sehr viele unserer Mitglieder sind Spätaussiedler. Wir leisten einen großen Beitrag zur Integration. Das kann man nicht einfach kaputt machen. Wir hoffen auf ein Umdenken im Gemeinderat und werden kämpfen bis zuletzt“, so Geiser.