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Eigentlich standen die Stuttgarter mit Anastasios Donis (links) und Santiago Ascacibar defensiv gut, wäre da nicht Gladbachs Raffael (Mitte) gewesen. Foto: Gambarini
Eigentlich standen die Stuttgarter mit Anastasios Donis (links) und Santiago Ascacibar defensiv gut, wäre da nicht Gladbachs Raffael (Mitte) gewesen. Foto: Gambarini
Beim Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, dem ersten nach der schweren Gesichtsverletzung von Kapitän Christian Gentner, trugen die Stuttgarter Spieler Trainingsjacken mit dessen Namen und Rückennummer. Foto: Baumann
Beim Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, dem ersten nach der schweren Gesichtsverletzung von Kapitän Christian Gentner, trugen die Stuttgarter Spieler Trainingsjacken mit dessen Namen und Rückennummer. Foto: Baumann
20.09.2017

Kapitän Christian Gentner beim VfB Stuttgart schmerzlich vermisst

Stuttgart. In der Bundesliga gilt es, Spieltag für Spieltag Zeichen zu setzen. Die Fußballer des VfB Stuttgart taten das am Dienstag weniger im Spiel als vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach: Alle trugen Trainingsjacken mit Namen und Rückennummer des im Gesicht schwer verletzten Kapitäns Christian Gentner. Dann kassierten sie ein 0:2, die dritte Niederlage im fünften Spiel nach der Bundesliga-Rückkehr. Auch zündelnde Fans trüben die Lage.

Gutes im Schlechten: Die Gladbacher haben den VfB nicht gerade aus den Schuhen geschossen. Der Stuttgarter Rechtsverteidiger Timo Baumgartl sagte: „Wir können von hier viel Gutes mitnehmen.“ Das sei trotz der dritten Auswärtsniederlage, nach der der VfB ein Torverhältnis von 3:7 hat, vor allem die defensive Stabilität. Auch Trainer Hannes Wolf wollte nicht klagen. „Das hat grundsätzlich alles sehr gut gepasst“ mit Benjamin Pavard als zentralem Verteidiger, Marcin Kaminski links und Baumgartl rechts. Dennoch wurde der rote Riegel von Raffael geknackt (57. Minute). „Bis zum Gegentor haben wir richtig gut verteidigt, auch danach, der Wille war immer da“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. „Aber der Plan war, kein Gegentor zu kriegen und Konter zu setzen. Dieser Plan ist nicht aufgegangen.“

Schlechtes im Guten: Der VfB hat wieder kein Tor erzielt und überhaupt erst dreimal getroffen. „Das bereitet mir weniger Sorgen, als wenn wir keine Chancen kreiert und nur drei Tore geschossen hätten“, sagte Wolf: „Die Qualität, diese Chancen zu erarbeiten auf Bundesliganiveau, ist ganz wichtig.“ Aber es fehlt die Vollstreckerqualität, gerade bei Simon Terodde. Der ist ausgewiesener Fachmann in der 2. Bundesliga, da traf er in 187 Spielen 89-mal – ist nach nun zehn Bundesligaspielen (für den VfB und den 1. FC Köln) weiter ohne Tor. Es fehlen auch die verletzten Chadrac Akolo und vor allem Gentner. „Er ist für mich ein sehr wichtiger Ansprechpartner“, sagte Ersatzkapitän Terodde. Kaum hatte er eine Chance zum 1:1 vergeben, verursachte er mit einem unnötigen Foul einen Freistoß, der zum 0:2 per Strafstoß führte (74.). Terodde: „Ein sehr blödes Tor.“ Mittäter Dennis Aogo ergänzte nach seinem Zupfer an Thorgan Hazards Schulter: „Der Kontakt war aus meiner Sicht nicht ausreichend. Am Ende muss man sagen, dass er es clever gemacht hat.“ Das ist das sportliche Fazit: Dem VfB fehlt die Cleverness.

Zündelnde Fans: Ein Teil der mitgereisten Anhänger der Stuttgarter brannte immer wieder Bengalos ab. Vermutlich sind die Leuchtfeuer als Zeichen in Richtung Deutscher Fußball-Bund gedacht. Sicher ist, dass sie dem eigenen Verein schaden – und andere Zuschauer gefährden. Die Spielunterbrechung kommentierte Simon Terodde so: „Schade, dass der Spielfluss verloren geht. Aber das sind Dinge, die man als Spieler nicht beeinflussen kann.“ Geht das wirklich nicht? Trainer Wolf sagte zum Thema Bengalos: „Ich habe mich immer gefreut, dass unsere Fans, auch unsere Ultras, sehr, sehr friedlich sind und die Mannschaft puschen. Aber das heute brauchen wir nicht, das muss nicht sein.“ Michael Reschke ging noch weiter: „Ich finde es total schade, dass Menschen, die den Club eigentlich unterstützen wollen, ihm schaden. Das ist eine Aufgabe – und eine Bitte.“