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23.09.2016

Karlsruher Oberbürgermeister warnt KSC: Stadionneubau droht zu scheitern

Karlsruhe. Den Saisonstart hat der Karlsruher SC mit null Siegen in sechs Spielen schon in den Sand gesetzt, nun steht auch noch der geplante Stadionneubau des Fußball-Zweitligisten auf der Kippe. Zwei Tage vor der KSC-Mitgliederversammlung befürchtete Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) das Scheitern des Millionenprojekts. „Ich muss meine ursprüngliche Aussage vom Anfang der Woche ausdrücklich zurückziehen“, sagte er am Freitag auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz im Karlsruher Rathaus. 

Mentrup erklärte, nach einem Gespräch am Montag mit KSC-Präsident Ingo Wellenreuther (CDU) und weiteren Vereinsvertretern hätten sich alle Beteiligten noch auf einem „sehr guten Weg“ gesehen, die endgültige Einigung über die Planung bis Ende Oktober zu erreichen. Nach erneuten KSC-Forderungen vom Mittwoch drohe sein vom Gemeinderat erhaltenes Verhandlungsmandat aber auszulaufen, meinte Mentrup.

Grund dafür sei das übertrieben vorsichtige Verhalten des Vereins. „Ich habe den Eindruck, dass uns gegenüber ein solches Grundmisstrauen vorliegt, dass ich mich im Moment außer Stande sehe, dies bis Ende Oktober überhaupt ausgeräumt zu bekommen“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Auf der Hauptversammlung des KSC am Sonntag sollen die Mitglieder dem bisherigen Plan für das 113,7 Millionen Euro teure neue Wildparkstadion mit einer Kapazität von 35 000 Zuschauern zustimmen. Der Verein will damit wettbewerbsfähiger werden. Mit der in die Jahre gekommenen und maroden Arena, in der er am Samstag den FC Erzgebirge Aue empfängt, ist das nicht möglich.

Hintergrund des Disputs zwischen Stadt und Verein sind laut Mentrup erneute Forderungen des KSC auf der Arbeitsebene. Dabei gehe es um die Ausrüstung des seit mehr als 20 Jahren in der Diskussion stehenden Neubaus. Neben der Lösung einiger Probleme habe man am Montag betont, wie wichtig es sei, andere Themen bis Sonntag in den Griff zu bekommen. „Ich stelle nun fest, dass viele der Lösungen doch ein Stück weit wieder in Frage gestellt werden“, kritisierte Mentrup.

Ein Projekt dieser Größenordnung könne es ohne Risiko für einen der Vertragspartner jedoch nicht geben. Eine Verzögerung über den Oktober hinaus führe zudem zu höheren Kosten und damit vermutlich zum Scheitern des Projekts. „Dann würde ich das Mandat des Gemeinderates, hier Verträge abzuschließen, als ausgelaufen betrachten. Denn das kostet auf jeden Fall ein Jahr mehr und zusätzlich drei Millionen Euro plus X“, warnte Mentrup.

Der SPD-Politiker hofft daher, dass von der Mitgliederversammlung des KSC ein klares Signal für eine Arena in der bisher geplanten Form ausgeht. „Ich wünsche mir ein robustes Mandat der Mitglieder für ein solches neues Stadion, das dem Präsidium den Rücken stärkt.“