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Hand drauf: KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer (links) mit seinem neuen Trainer Alois Schwartz. Foto: Deck
Hand drauf: KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer (links) mit seinem neuen Trainer Alois Schwartz. Foto: Deck
29.08.2017

Karlsruher SC: Alois Schwartz wie erwartet als Trainer präsentiert

Karlsruhe. Alois Schwartz weiß, dass ihn im Wildparkstadion eine Herkulesaufgabe erwartet. Der Karlsruher SC, als Topfavorit in die 3. Liga gestartet, wurde an den ersten sechs Spieltagen mächtig gerupft und dümpelt nun auf Tabellenplatz 16. Das kostete Trainer Marc-Patrick Meister den Job. Schwartz ist der Nachfolger und soll das Team dahin führen, wo es nach Ansicht der Vereinsleitung hingehört: nach oben.

Schwartz kennt die Zielvorgabe. Und erlaubte sich bei seiner Präsentation am gestrigen Dienstag in Karlsruhe dennoch, auch seine Bedenken zu äußern. „Wir müssen erst einmal Stabilität reinbringen. Dann Kontinuität. Dann können wir versuchen, das Mögliche möglich zu machen.“ Große Töne klingen anders.

Dass Alois Schwartz, der zuvor drei Jahre erfolgreich beim SV Sandhausen und vergangene Saison dann nicht ganz so erfolgreich beim 1. FC Nürnberg tätig war, der richtige Mann für die schwierige Aufgabe ist, davon sind die KSC-Verantwortlichen überzeugt. Angesichts von 13 Gegentoren in den ersten sechs Spielen sagt Sportdirektor Oliver Kreuzer: „Wir müssen uns erst einmal defensiv stabilisieren.“ Schwartz habe bereits bewiesen, dass er „defensiv gut strukturierte und organisierte“ Mannschaften formen könne.

Der neue Coach gilt als bodenständig. Diesen Eindruck vermittelte er auch bei seinem ersten Auftritt im Wildparkstadion. Sachlich, unaufgeregt, und doch klar in der Aussage. „Wir müssen erst einmal die Kurve kriegen. Das geht nicht von heute auf morgen.“ Der 50-Jährige weiß, dass Geduld bei Traditionsvereinen wie dem KSC bisweilen ein rares Gut ist. Und dass er zuerst einmal Ergebnisse liefern muss. Diesen Teil seines Jobs nennt er die A-Note. Das Spielerische – die B-Note – komme dann von alleine.

Mit Dimitrios Moutas bringt der neue KSC-Übungsleiter auch einen langjährigen Wegbegleiter als Co-Trainer mit. Moutas („Wir müssen hier aus dem Ist-Zustand das Beste machen“) ist in der Region als ehemaliger Torjäger des 1. FC Pforzheim bekannt. Was aus den bisherigen Co-Trainern Zlatan Bajramovic und Christian Eichner wird, will der Verein in den nächsten Tagen entscheiden.

Bereits am Montagabend hatten die KSC-Verantwortlichen zur Pressekonferenz eingeladen. Unterschrieben hat der neue Coach allerdings erst am Dienstag, unmittelbar vor der ersten Pressekonferenz. Ein Risiko sahen die Karlsruher Verantwortlichen in ihrer Vorgehensweise nicht: „Die Unterschrift erfolgte erst heute, geeinigt haben wir uns aber schon am Sonntag“, so KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Alois Schwartz assistierte: „Im Kopf habe ich mich schon länger für den KSC entschieden.“

Die Aufgabe im Wildparkstadion empfindet der neue Coach als „spannend“. Gestern Nachmittag gab es die erste Übungseinheit. „Es ist wichtig, eine Mentalitätsmannschaft auf den Platz zu kriegen“, sagt Schwartz. In dieser Beziehung etwas zu ändern, dazu hat er bis zum 9. September Zeit. Dann wartet auf sein Team in Chemnitz die erste Bewährungsprobe.