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Neue Spitze beim Karlsruher SC © dpa
17.11.2010

Karlsruher SC: Ingo Wellenreuther ist neuer Präsident

KARLSRUHE. Es dauerte lange, sehr lange. Erst nach Mitternacht, stand fest: Der neue Präsident des Karlsruher SC heißt Ingo Wellenreuther. Der 50-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete wurde von den mehr als 1300 Mitgliedern des Fußball-Zweitligisten mit überwältigender Mehrheit gewählt. Von 1061 abgegebenen Stimmen entfielen 938 auf ihn. Und auch Wellenreuthers Wunschkandidaten für die Ämter der Vizepräsidenten erhielten bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung ein klares Votum. Gunter Pilarsky (72) hatte keinen Gegenkandidaten und bekam sogar 1076 Stimmen (hier hatten 1172 Mitglieder abgestimmt), Georg Schattling (62) setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 997:133 ausgesprochen klar gegen Lüppo Cramer (62) durch.

Bildergalerie: Mitgliederversammlung des Karlsruher SC

Vor allem der letztere der drei Wahlgänge war mit Spannung erwartet worden, denn Wellenreuther hatte in der außerordentlichen Mitgliederversammlung noch einmal klar gemacht, dass er sein Amt nur antreten würde, wenn auch Pilarsky und Schattling gewählt würden. Der Wahlausgang hatte sich schon im Laufe der Versammlung abgezeichnet. Mehrere KSC-Mitglieder drängten Cramer dazu, seine Kandidatur noch zurückzuziehen. Doch der 62-jährige Druckereibesitzer und Karlsruher Stadtrat blieb standhaft. Das galt auch für seine Weigerung, jene Person zu nennen, mit der er im Falle einer Wahl ein Notpräsidium bilden wolle, wenn Ingo Wellenreuther und Gunter Schattling dann tatsächlich nicht zur Verfügung stünden. Das brachte Cramer Pfiffe und Buhrufe ein. Die Wahl des Präsidiums war notwendig geworden, nachdem bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im September Präsident Paul Metzger und Vizepräsident Arno Glesius mit Rücktritten einer Abwahl zuvorgekommen waren. Damit war nur noch Rolf Hauer als Vizepräsident im Amt. Er bildete seither zusammen mit Ingo Wellenreuther ein Notpräsidium. Hauer stand für die Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung und trat ebenfalls zurück. Er wurde für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. In seiner Bewerbungsrede hatte Wellenreuther noch einmal die ersten Erfolge aufgezählt, die er in seiner achtwöchigen Amtszeit als Notpräsident erreicht hatte. Dazu zählte die Gewinnung zusätzlicher Sponsoren sowie weitere wirtschaftliche Erfolge ebenso wie die Nachlizenzierung durch die Deutsche Fußball-Liga, die der verschuldete Zweitligist ohne Sanktionen überstand. Pilarsky als erfolgreicher Unternehmer und Schattling als Wirtschaftprüfer brächten, so der neue KSC-Präsident, das ein, was der KSC derzeit dringend brauche: Kompetenz und Sachverstand.