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29.09.2017

Karlsruher SC: Mit Demut und großem Willen nach Meppen

Karlsruhe. Harald „Toni“ Schumacher hat sich 1988 vor seinem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul wenig schmeichelhaft über den kommenden Gegner des Karlsruher SC geäußert. „Ich spiele doch nicht in Meppen, da gehe ich lieber in die Türkei“, sagte der ehemalige Nationaltorwart 1988 nach dem Bundesliga-Abstieg mit Schalke 04.

Der SV Meppen, der noch zehn Jahre lang Zweitligist blieb, stellte ihm daraufhin einen 40 Tonnen schweren Laster vor die Haustür in Köln-Hürth. Aufschrift: „Das Spielerlebnis SV Meppen.“ Überhebliche Aussagen gibt es vom KSC nun nicht zu hören. Die hätten sich auch allein deshalb schon verboten, weil man als Krösus der Fußball-Drittligisten vor dem Duell mit den Niedersachsen am Sonntag (14 Uhr/telekomsport.de) hinter den punktgleichen Niedersachsen liegt. Der KSC fährt mit dem Wissen ins Emsland, dass Meppen zu Hause zuletzt sieben von neun möglichen Zählern geholt hat. „Trotzdem wollen wir jetzt den Dreier“, sagte KSC-Trainer Alois Schwartz.

Martin Stoll und Marvin Wanitzek, die zuletzt mit leichteren Blessuren pausieren mussten, sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ob sie einsatzfähig sind, wollte Schwartz nicht vorhersagen. Auch, ob der am Montag verpflichtete Marco Thiede eine Option für die Startelf ist, ließ Schwartz offen. „Natürlich fehlt ihm ein wenig die Spielpraxis“, sagte er über seinen ehemaligen Zögling während gemeinsamer Zeiten beim SV Sandhausen: „Aber er ist schon in einem erfreulich guten Fitnesszustand.“

Definitiv fallen Andreas Hofmann und Kapitän Kai Bülow aus. Sie bildeten bekanntlich unter Marc-Patrick Meister die Doppel-Sechs, die zuletzt mit Erfolg auch anders besetzt wurde: Während Marcel Mehlem den defensiven Part übernahm, schaltete sich Wanitzek immer wieder ins Offensivspiel ein. Die zu Saisonbeginn oft auffallend große Lücke zwischen Mittelfeld und den beiden Angreifern wurde so geschlossen. Offensichtlicher sind die Fortschritte im Defensivbereich. Schwartz wurde bereits seinem Ruf gerecht, ein Trainer zu sein, für den defensive Stabilität über allem steht. Nur zwei Gegentreffer in fünf Ligaspielen setzte es unter seiner Ägide.

Mögliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach – Muslija, Marcel Mehlem, Wanitzek (Siebeck), Lorenz – Fink Stroh-Engel