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Trainer Marc-Patrick Meister. Foto: DPA
Trainer Marc-Patrick Meister. Foto: DPA
22.05.2017

Karlsruher SC bastelt noch eifrig am Kader für die neue Saison

Marc-Patrick Meister und Oliver Kreuzer haben es eilig. Das letzte Pressegespräch der abgelaufenen Saison, am Montagvormittag wird auf eine halbe Stunde begrenzt. Der Trainer und der Sportdirektor des Zweitliga-Absteigers Karlsruher SC müssen bald wieder los: Spieler sichten, Gespräche führen, die neue Saison in der 3. Liga planen. „Es ist viel zu erledigen. Wir haben keine Zeit zu vergeuden“, sagt Meister. Niemand widerspricht.

Mehr als ein Dutzend Profis – von Moritz Stoppelkamp über Grischa Prömel bis Dimitris Diamantakos – sind weg. Vier Neuzugänge stehen fest, aber noch hat die neue Mannschaft längst nicht die Konturen, die man sich rund ums Wildparkstadion erhofft hat. Rund 20 Spieler stehen aktuell unter Vertrag. Davon sollen, geht es nach dem Verein, sieben oder acht noch gehen. Andere würde man gerne halten, man wartet aber noch auf eine Zusage.

Kommen und Gehen

Mit 22 gestandenen Spielern will Oliver Kreuzer in die Saison gehen. Da bleibt noch einiges zu tun. Tatsächlich arbeiten Meister und Kreuzer derzeit auf verschiedenen Baustellen parallel. Da sind Spieler wie Torwart René Vollath und Linksfuß Ylli Sallahi, die der Verein gerne von der Gehaltsliste hätte. Da sind junge Spieler wie Fabian Reese und Benedikt Gimber, die man gerne halten würde. Beide kamen im Winter auf Leihbasis, beide spielen derzeit mit der deutschen U20-Elf die WM in Südkorea und sind also nicht nur gedanklich weit weg von Karlsruhe. „Wir wissen, was wir an ihnen haben“, sagt der Trainer über Reese und Gimber. „Wir können aber nicht allzu lange warten. Es gibt einen Plan B und einen Plan C“, sagt der Sportdirektor.

Alternativpläne braucht Kreuzer auch, wenn er Wunschspieler wie Jan Mauersberger (1860 München/Abwehr) und Dominik Stroh-Engel (SV Darmstadt 98/Angriff), die dem Wunschprofil „gestandene Profis“ entsprechen, nicht zum Wechsel nach Karlsruhe überreden kann. Der KSC-Sportdirektor macht den Fans aber auch Mut: „Ich denke, wir können dieser Tage den einen oder anderen Transfer vermelden.“

Deutlich weniger TV-Geld

Alle Planungen stehen auch unter dem Finanzdiktat. Der Lizenzspieler-Etat soll sich in Liga drei im Bereich von fünf Millionen Euro bewegen. Nur 800 000 Euro Fernsehgeld gibt es für die 3. Liga – in Liga zwei sind es 11,9 Millionen.

Da könnte man eine Ablösesumme für einen Spieler wie Manuel Torres gut gebrauchen. Der Spanier will nicht bleiben, Kreuzer hat ihm die Freigabe erteilt. Damit könnte dem Verein Geld flöten gehen. Vielleicht aber hat der KSC auch die Befürchtung, den schnellen Außenbahnspieler mit einem üppigen Zweitliga-Salär nicht rechtzeitig von der Gehaltsliste zu bekommen.

Mit welcher Mannschaft Marc-Patrick Meister das Abenteuer 3. Liga angehen wird, ist noch weitgehend offen. Was ihn in der neuen Spielklasse erwartet, davon hat sich der KSC-Trainer in den vergangenen Wochen bei der Spieler-Beobachtung einen Eindruck verschafft. Von großer Robustheit und der Lust auf Zweikämpfe berichtet Meister und sagt: „Für die 3. Liga braucht man einen langen Atem.“ Das gilt auch für ihn und seinen Sportdirektor in der Saisonvorbereitung.