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Der Karlsruher Moritz Stoppelkamp jubelt über seinen Treffer zum 1:0 für den KSC. Am Ende gab es bei den Kickers Würzburg den ersten Auswärtssieg für die Badener. 

Karlsruher SC bejubelt bei Kickers Würzburg den ersten Auswärtssieg

Sachlich, fast cool, geschlossen und sehr konzentriert spielte der KSC am Freitagabend bei dem zuvor viertplatzierten Aufsteiger Kickers Würzburg den ersten Auswärtssieg dieser Saison ein. Mit 2:0 (Halbzeit 1:0) verbuchten die Schützlinge von Tomas Oral drei wichtige Punkte gegen das „dumme Geschwätz“, wie der Karlsruher Cheftrainer am Donnerstag gesagt hatte. Gemeint hatte er vermutlich die nach der Heimniederlage gegen Nürnberg und auf Tabellenplatz 15 aufgekommene Unruhe im und um den Wildpark.

Oral schickte in Würzburg die Startelf aufs Feld, die auch bei der 0:3-Heimniederlage gegen den „Club“ am vergangenen Samstag begonnen hatte und gab seiner Mannschaft einen Matchplan mit, der zunächst einmal Torsicherung vorsah. Diese Vorgabe setzten die Wildparkprofis in den ersten 45 Minuten konzentriert und gut aufeinander abgestimmt um. Die Gastgeber hatten zu Beginn der Partie zwar klare Feldvorteile, aber keine Chancen. Auch mit dem ruhenden Ball, die Kickers hatten in der ersten Viertelstunde zwei Eckbälle und einen Freistoß, brachten die Franken keine Gefahr vor das von Dirk Orlishausen gehütete KSC-Tor.

Kurz darauf ging dann das in Erfüllung, was sich Tomas Oral vor dem Spiel gewünscht hatte: „Wir müssten mal wieder in Führung gehen.“ Der KSC kam zum ersten Mal in die Nähe des Würzburger Tores, Moritz Stoppelkamp zog aus halbrechter Position und Strafraumhöhe ab, und sein Schuss schlug – noch leicht abgefälscht – unhaltbar für Kickers-Keeper Robert Wulnikowski im langen Eck ein. 1:0 für den KSC (16.).

Anschließend kontrollierten die Gäste das Geschehen am Dallenberg mehr oder weniger souverän bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Robert Kempter. Torgefährlich aber wurde der KSC bis dahin auch nicht mehr.

Kurz vor dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit fiel dann das Flutlicht größtenteils aus. An jedem der vier Masten brannten nur noch zwei statt zwölf Lampen. Der Unparteiische schickte die anstoßbereiten Mannschaften wieder in die Kabinen. Über Lautsprecher wurde eine Verzögerung um zehn Minuten angekündigt. Um 19.42 Uhr konnten Würzburgs dafür zuständige Techniker das Stadion wieder voll ausleuchten, und um 19.45 Uhr wurde das Spiel fortgesetzt.

Der KSC blieb auch im zweiten Spielabschnitt stabil und recht kombinationssicher und hielt die Kickers gut in Schach. Darüber hinaus entwickelten die Wildparkprofis zunächst zwei große Chancen, ihre Führung auszubauen. Erst schob Moritz Stoppelkamp eine Auflage von Erwin Hoffer am Würzburger Tor vorbei (53.). Und sechs Minuten später scheitere Hoffer allein vor Wulnikowski am Schlussmann der Gastgeber.

In der 67. Minute aber gelang Dennis Kempe das erlösende 2:0 für die Badener. Nach einem Karlsruher Eckball brachten die Kickers den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Zwei KSCler blieben mit ihren Schussversuchen erfolglos – Kempe aber traf vor den etwa 1.000 mitgereisten KSC-Fans entscheidend.

In der Folgezeit hatte erneut „Jimmy“ Hoffer nach einem klasse vorgetragenen Konter sogar das 3:0 für Karlsruhe auf dem Fuß, schoss aber aus 14 Metern vorbei (76.). Die Würzburger konnten letztlich froh sein, dass ihre zweite Heimniederlage nicht noch höher ausgefallen ist.