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Die Fans des Karlsruher SC hoffen auf weitere Siege und den Aufstieg in die 2. Liga.
Die Fans des Karlsruher SC hoffen auf weitere Siege und den Aufstieg in die 2. Liga. © Ripberger
11.03.2018

Karlsruher SC besiegt Erfurt mit 3:1 und hat Aufstieg im Visier

Erfurt/Karlsruhe. Die Worte des Karlsruher Abwehrchefs wollten nicht so ganz zu den Gesängen passen, die aus der Gästekurve in den Innenraum des Erfurter Stadions schwappten. Während die 1000 mitgereisten Fans des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC den 3:1 (2:1)-Sieg ihrer Mannschaft bei Rot-Weiß Erfurt feierten, rechnete Daniel Gordon mit dem zweiten Durchgang ab, in dem sein Team deutlich abgefallen war.

„Darüber müssen wir reden“, sagte Gordon. „Wenn man ein Spiel gewinnen will, kann man nicht so halbherzig auftreten wie wir das in den zweiten 45 Minuten getan haben.“ Trainer Alois Schwartz war dennoch zufrieden: „Wir haben jetzt 18 Spiele hintereinander nicht verloren, da darf man auch mal das Positive betonen.“

Zum Beispiel den ersten Durchgang, in dem der KSC ein sehr starkes Auswärtsspiel gezeigt hatte und vor 4873 Zuschauern schon früh in Front gegangen war. Nach einer Flanke von Burak Camoglu war Fabian Schleusener zur Stelle und köpfte ein (13.). Die Freude über die frühzeitige Karlsruher Führung wurde dann allerdings durch die Stadionregie ein wenig getrübt, die den Spielstand aus Magdeburg meldete: 3:0 führte der Karlsruher Konkurrent um Platz zwei schon nach 15 Minuten gegen den VfR Aalen, am Ende stand es 6:1 für die Sachsen-Anhaltiner.

Doch obwohl sich also früh abzeichnete, dass den Badenern der Sprung auf Platz zwei an diesem Sonntag verwehrt bleiben würde, taten sie weiter etwas für das Torverhältnis. In der 19. Minute köpfte Gordon das 2:0. Er war nach einem Freistoß von Marvin Wanitzek im Strafraum frei zum Abschluss gekommen. Doch auch Erfurt, das spielerisch durchaus zu überzeugen wusste, hatte eine gute Gelegenheit durch Merveille Biankadi (31.), ehe Elias Huth nach einem Eckball von Luka Odak den 1:2-Anschlusstreffer köpfte (34.). Auf der Gegenseite vergaben Matthias Bader (41.) und Schleusener (44.) gute Möglichkeiten.

In der Halbzeit nahm Schwartz den Rechtsverteidiger Bader aus der Partie, für ihn kam Marco Thiede. Es begann eine Halbzeit, in der die Gäste kaum einmal einen Angriff zustande brachten und RWE viel zu viele Räume bekam. In der 61. Minute klatschte ein Kopfball von Huth an die Latte, drei Minuten später bekam Uphoff gerade noch die Finger an einen Distanzschuss des starken Erfurter Angreifers (64.). Ein Ausgleich der Thüringer wäre jetzt verdient gewesen.

Doch obwohl der KSC stark abfiel und Spieler wie Florent Muslija und Anton Fink mit ihren Kräften am Ende waren, gelang Schleusener kurz vor Schluss noch das 3:1 – als er einen Konter nach Hereingabe von Wanitzek zum Endstand über die Linie drückte (90.).

Der KSC kann nun befreiter die Höhenluft in der 3. Liga schnuppern. Platz drei mit 54 Punkten aus 29 Spielen wäre die Relegation und die Chance auf den Wiederaufstieg in die zweite Liga. Doch mit einem Spiel weniger und 53 Punkten sitzt der SV Wehen Wiesbaden dem KSC im Nacken. Auch Fortuna Köln (53 Punkte, 29 Spiele) lauert auf einen Ausrutscher der Badener. Doch beim KSC muss man in der aktuellen Form nicht ängstlich nach hinten schauen. Der Blick darf sich inzwischen nach vorne richten – und da liegen punktgleich der SC Paderborn 07 und der 1. FC Magdeburg auf den Plätzen eins und zwei. Beide haben 57 Punkte, allerdings ein Spiel weniger als der KSC. Können die Karlsruher ihre Serie mit 18 Spielen ohne Niederlage noch etwas ausbauen ist ein Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz nicht auszuschließen.

Der KSC spielt am kommenden Samstag daheim gegen den SV Meppen – keine ganz leichte Aufgabe, aber durchaus mit einem Sieg lösbar.