nach oben
Kommt es zum Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem 1. FC Kaiserslautern geht es nicht nur auf den Rängen brisant zu. Vor einem Jahr prügelten sich Fans nach dem Abpfiff. Foto: dpa
23.10.2015

Karlsruher SC gegen 1. FC Kaiserslautern: Derby-Dramatik beinahe garantiert

Viel mehr Tradition geht nicht. Zum 56. Mal stehen sich am Samstag (13 Uhr/Sky) der Karlsruher SC und der 1. FC Kaiserslautern in einem Pflichtspiel gegenüber – im sogenannten Südwest-Derby. Hand in Hand mit der fußballerischen Tradition geht allerdings eine Feindschaft zwischen den beiden Fanlagern, die beim Aufeinandertreffen der Wildparkprofis und der Roten Teufel die Gefahrenampel immer auf Rot springen lässt – und das bedeutet: Sicherheitsstufe drei. Ein Hochrisikospiel steht bevor.

Knapp 1000 Ordnungskräfte aus ganz Baden-Württemberg, unter anderem Reiterstaffeln, Hundestaffeln, Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, werden deshalb in und um das vermutlich ausverkaufte Stadion herum im Einsatz sein.

Auch auf dem Platz rechnet KSC-Trainer Markus Kauczinski mit einem „heißen Derby.“ Da werde es um jeden Meter Boden gehen, sagte Kauczinski: „Aber diesen Kampf nehmen wir an.“ Der FCK sei körperlich eine starke Mannschaft, die sehr schnell nach vorne spiele, „oft mit langen Bällen“, um dann in Kopfballduellen „abzulegen.“ Darauf aber sei der KSC vorbereitet: „Darauf stellen wir uns ein.“

Beim 1:0-Auswärtssieg gegen den TSV 1860 München im Zweitligaspiel am Montag hat der KSC erst zum zweiten Mal in dieser Saison zu Null gespielt. Das eigene Tor sauber zu halten, ist auch gegen den FCK das Ziel. „Darüber hinaus müssen unsere Aktionen nach vorne klarer werden“, weiß der KSC-Coach. Fußballerisch haben seine Schützlinge in der Allianz-Arena nicht überzeugt.

Nicht in der Startelf, aber auf der Ersatzbank ist mit Änderungen zu rechnen: Jonas Meffert und Vadim Manzon dürften zum 18-köpfigen Aufgebot gehören. Da weiterhin drei Innenverteidiger (Daniel Gordon, Manuel Gulde, Bjarne Thoelke) fehlen, ist denkbar, dass Meffert im Abwehrzentrum aushilft. Manzon hat seine „Joker“-Qualitäten schon beim 1:1 in Heidenheim (1:1) und vor allem mit dem 1:1-Ausgleichstor gegen den SC Freiburg bewiesen.

Mögliche KSC-Aufstellung:

Orlishausen – Valentini, Stoll, Mauersberger, Kempe – Prömel, Peitz – Barry, Nazarov, Yamada – Hoffer.

Die Polizei warnt vor Ausschreitungen

Nachdem es am neunten Spieltag der vergangenen Zweitliga-Saison nach Abpfiff der Begegnung 1. FC Kaiserslautern gegen den Karlsruher SC (2:0) zu heftigen Ausschreitungen beider Fanlager gekommen war, appelliert die Karlsruher Polizei vor dem Aufeinandertreffen beider Mannschaften am Samstag an ein friedliches und gewaltfreies Verhalten beider Seiten.

Bildergalerie: Südwest-Derby KSC gegen FCK: So prügelten sich die Fans

Damit es nicht wie beim Derby vom 4. Oktober 2014 zu 18 Verletzten und drei Festnahmen kommt, setzt die Polizei am Samstag (Spielbeginn 13 Uhr) auf die Kommunikation mit den Fans. Um wichtige und hilfreiche Informationen noch schneller an die Fans geben zu können, wird die Polizei Karlsruhe das Spiel auch auf ihren sozialen Netzwerken Twitter und Facebook begleiten. Zur Vermeidung gewalttätiger Aktionen ist die konsequente Separierung der Fans, gerade bei dieser als Hochrisikospiel eingestuften Begegnung, ein absolutes Muss. Randalierern wie auch Straftätern werde man sofort die "rote Karte" zeigen und ihnen damit kein Forum bieten. "Gewalt ist niemals zu rechtfertigen", so der Einsatzleiter. Dies betrifft gleichermaßen das Tragen von Vermummungen wie auch das Abbrennen von Pyrotechnik. Fans mit einem bundesweit gültigen Stadionverbot sollten nicht nach Karlsruhe anreisen. Um Gewalt und Randale erst gar nicht aufkommen zu lassen, sind wieder Anti-Konflikt-Teams im Einsatz, die mit beschrifteten gelben Warnwesten auch als solche erkennbar sein werden. Die genaue Zahl der Kräfte, mit der die Polizei für einen friedlichen Verlauf sorgen will, steht derzeit noch nicht fest. Bereits ab 10 Uhr wird es eine Sperrung des Adenauerrings zwischen dem Durlacher Tor und der Linkenheimer Landstraße für den Durchfahrtsverkehr geben. Nach Spielschluss könnte je nach Entwicklung der Nachspielphase der Adenauerring nicht nur wie üblich für den Fahrzeug-, sondern darüber hinaus auch für den Fußgängerverkehr in Richtung des Durlacher Tors gesperrt werden. Die Sperrung mittels Gitter wird dann ab dem "Eingang Mitte" (hinter der Gegentribüne) erfolgen.

Bildergalerie: Hochsicherheitsspiel: Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern

Die Polizei empfiehlt deshalb allen Fans des KSC, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wildpark kommen, sich nach Spielende über den Schlossgarten zu den Straßenbahnhaltestellen "Marktplatz" beziehungsweise "Kronenplatz" zu begeben oder das Stadion über den Ausgang "Fasanengarten" zu verlassen. Darüber hinaus bleibt für alle abwandernden KSC-Fans auch der Adenauerring in Richtung Mühlburger Tor geöffnet. Für bahnreisende Kaiserslauterer Fans wird am Samstag ein direkter Bustransfer vom Hauptbahnhof zum Wildparkstadion zur Verfügung stehen. Hierzu erwarten sie Busse an der Südseite des Bahnhofs. Nach dem Spiel steht für die Gästefans wieder ein Bustransfer vom Stadion auf direktem Weg zum Hauptbahnhof zur Verfügung. Nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen im Innenstadtbereich empfiehlt es sich, rechtzeitig in den Wildpark zu kommen. Wegen der erhöhten Sicherheitsstufe sind die Ordnungskräfte überdies im Interesse aller Besucher gehalten, sorgfältige Eingangskontrollen durchzuführen. Für die Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen und damit verbundener Wartezeiten bittet die Polizei alle Fußballfreunde schon jetzt um ihr Verständnis.