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Tragen jetzt das Trikot von Erzgebirge Aue, spielten aber auch schon für den KSC: Pascal Köpke (links) und Dimitrij Nazarov. Foto: dpa/Karmann

Karlsruher SC handelt sich gegen Carl Zeiss Jena eine 2:3-Niederlage ein

Die Fußballer des Karlsruher SC schienen am Samstag beim 2:3 (1:2) gegen den FC Carl Zeiss Jena mit den Gedanken schon bei den Relegationsspielen zu sein.

Dabei mussten sie noch bis gestern Abend warten, ehe der Gegner feststand: Der KSC trifft auf Erzgebirge Aue, sodass es zu einem Wiedersehen mit den Offensivspielern Pascal Köpke und Dimitrij Nazarov kommt. „Der FC Erzgebirge ist eine erfahrene und stabile Zweitligamannschaft, die gut Fußball spielt und über eine gefährliche Offensive verfügt“, sagte KSC-Spordirektor Oliver Kreuzer: „Wir gehen diese beiden Spiele sehr positiv an, denn wir können aufsteigen.“
Beim ersten Kräftemessen mit dem Zweitliga-16. am Freitag um 18.15 Uhr ist ein volles Karlsruher Stadion bereits garantiert. Da kurzfristig auch Block E 3 freigegeben werden kann, gelangen am heutigen Montag um 9 Uhr noch 300 Karten in den Verkauf. Sie sind ausschließlich im Fanshop zu haben. Ob dem KSC als Drittliga-Drittem der Wiederaufstieg gelingt, entscheidet sich am Dienstag, 22. Mai, in Sachsen.

Noch unter Mirko Slomka hatte der KSC im März 2017 ein Ligaspiel in Aue mit 0:1 verloren. Damals erzielte der Ex-Karlsruher Nazarov per Foulelfmeter das Tor des Tages. Das Hinspiel in der vergangenen Saison hatte der KSC mit 2:0 gewonnen.

Doch all das ist lange her: „Naiv“, hat Karlsruhe nun gegen den Thüringer Traditionsverein aus Jena verteidigt, wie Trainer Alois Schwartz am Samstag feststellte. Vor allem in der ersten Hälfte sei sein Team „zu hoch“ gestanden. So kassierte der KSC am letzten Spieltag der regulären Saison die erste Heimpleite. Schwartz sagte aber auch: „Wir hatten gegenüber dem 2:0-Sieg in Aalen fünf neue Spieler in der Startelf. Da kann nicht alles funktionieren.“

Immerhin war der Start exzellent: Schon nach 16 Sekunden ging der KSC in Führung. Marvin Pourié traf nach Vorarbeit von Anton Fink. Doch nach dem frühen 1:0, so Trainer Schwartz, „dachte meine Mannschaft offensichtlich, es läuft von allein.“ Schnell hatten Marc Lorenz (10.) und Anton Fink (16.) weitere Tormöglichkeiten. Eine Riesenchance zum 1:1 ließ der Pforzheimer Julian Günther-Schmidt ungenutzt (20.). In der 27. Minute nutzte dann der sprintstarke Timmy Thiele den großen Raum zwischen der Karlsruher Viererkette. Günther-Schmidt erzielte dann das 1:2 (41.).

Konfuse KSC-Abwehr

Nach dem Seitenwechsel verhinderte bei einer schön herausgespielten KSC-Chance von Lorenz der Innenpfosten das 2:2 (48.). In der 60. Minute konnte dann nach einem Foul von Jenas Schlussmann Jo Coppens an Fink Marvin Wanitzek per Elfmeter ausgleichen. Das bessere Ende hatten dennoch die Gäste: Jenas Einwechselspieler Dominik Bock stand goldrichtig, als die Abwehr wieder nicht im Bilde war (80.).

KSC-Coach Schwartz interpretierte die unnötige Niederlage als Wachrüttler: „Das war zum richtigen Zeitpunkt noch einmal links und rechts eine an die Backen. In der Relegation müssen wir uns cleverer anstellen.“ Kreuzer prophezeite gestern dann: „Das werden zwei Spiele auf Augenhöhe. Die Chancen stehen 50:50 – und wir wollen unsere 50 Prozent nutzen.“ Der KSC-Sportdirektor ist froh, dass nicht Dresden der Gegner ist: Bei Dynamo spielt schließlich sein 25-jähriger Sohn Niklas.