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Karlsruher SC kommt bei Sportfreunden Lotte nicht über ein 0:0 hinaus

Lotte. Allenfalls in defensiver Hinsicht ließ der Fußball-Drittligist Karlsruher SC beim torlosen Unentschieden als Gast der Sportfreunde Lotte leichte Fortschritte erkennen.

Denn die Wildparkprofis hielten im fünften Spiel nach der Winterpause erstmals ihren Kasten sauber. Offensiv jedoch ließ die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz einige Wünsche offen.

Glück für die Badener: Auch die meisten Konkurrenten in der 3. Liga schwächeln. Spitzenreiter Osnabrück setzt sich zwar ab, aber der der SV Wehen Wiesbaden, der den KSC von Platz zwei hätte verdrängen können, unterlag gestern überraschend daheim den Würzburger Kickers. Damit baute Karlsruhe den Vorsprung auf Rang drei sogar um einen Zähler aus.

Fehlendes Matchglück

Der KSC-Cheftrainer bedauerte nach dem Abpfiff in Lotte, dass seinen Schützlingen vor nicht ganz 3000 Zuschauern „das Matchglück“ fehlte. „Wir hatten drei, vier gute Möglichkeiten – da kann schon mal einer reinrutschen.“ Andererseits stellte Alois Schwartz aber auch fest: „Nach vorne fehlt uns derzeit auch die nötige Entschlossenheit, die Gier, den Ball reinzumachen.“

Die zunächst beste Chance, den KSC in Führung zu schießen, hatte Sercan Sararer, der in der Karlsruher Anfangsformation den Vorzug gegenüber Anton Fink bekam. Nach einem Zuspiel von Manuel Stiefler versetzte der frühere Erst- und Zweitligaspieler einen Gegenspieler und zielte mit links ins linke Eck. Doch SFL-Keeper Steve Kroll tauchte reaktionsschnell ab (8.). Marvin Wanitzek zielte zweimal vorbei (18., 29.), ansonsten spielte sich die faire Partie vorwiegend zwischen den Strafräumen ab. Allerdings hinterließen die Sportfreunde in den Zweikämpfen einen wacheren Eindruck und eroberten viele zweite Bälle.

Am ausgeglichenen Kräfteverhältnis änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. In der 54. Minute fiel KSC-Torhüter Benjamin Uphoff, als er einen Freistoß der Sportfreunde aus der Luft pflückte, so unglücklich auf den Rücken, dass er wegen einer schweren Hüft-/Beckenprellung wenig später durch Sven Müller ersetzt werden musste (61.). Zum Glück für die Gäste vergab Toni Jovic, noch energisch gestört von KSC-Kapitän David Pisot, in der Phase von Uphoffs massiver Angeschlagenheit die beste Tormöglichkeit der Hausherren (57.).

In der Schlussphase der fußballerisch schwachen, aber intensiven Auseinandersetzung stand Lottes Heimserie (acht Spiele ungeschlagen) dann mehrfach auf der Kippe. Zunächst forderten die Wildparkprofis einen Handelfmeter, weil bei einem Schuss von Sercan Sararer ganz klar der linke Unterarm von Alexander Langlitz im Spiel war (74.). Nach der anschließenden Ecke scheiterte Sararer aus kurzer Distanz an Steve Kroll, und die Nachschüsse von Alexander Groiß, der an Stelle des erkrankten Burak Camoglu (Magen-Darm-Infektion) in der Startelf auflief, sowie David Pisot blieben in der vielbeinigen SFL-Abwehr hängen (75.). In der Nachspielzeit meisterte Steve Kroll auch noch einen abgefälschten Schuss von Manuel Stiefler.

„Wir wollten erst einmal defensiv gut stehen und nicht wieder in Rückstand geraten“, verriet KSC-Kapitän David Pisot nach dem Spiel den Karlsruher Matchplan. „Das haben wir geschafft. Weil wir aber keine unserer Chancen genutzt haben, müssen wir mit dem 0:0 leben.“ Und Daniel Gordon, sein Nebenmann in der Innenverteidigung, ergänzte: „Uns fehlt derzeit ein bisschen das nötige Glück, um vielleicht einmal einen dreckigen 1:0-Sieg einzufahren. Dieses Glück müssen wir uns wieder erarbeiten.“