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Der Torschütze Martin Röser (Mitte verdeckt) aus Karlsruhe feiert seinen Treffer zum 0:4 mit Alexander Groiß (l) und David Pisot (r).
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Der Torschütze Marvin Pourie aus Karlsruhe feiert seinen Treffer zum 0:1 mit seinen Teamkollegen.

Karlsruher SC macht Aufstieg perfekt: Fächerstädter schießen sich mit 4:1 ins Glück

Münster. KSC-Trainer Alois Schwartz bekam sofort eine Sektdusche ab, die euphorisierten Fans stürmten den Rasen: Der Karlsruher SC kehrt nach zwei Jahren Abstinenz in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. Nach dem deutlichen 4:1 (2:0) beim SC Preußen Münster am Samstag kann der KSC einen Spieltag vor dem Saisonende nicht mehr von den direkten Aufstiegsrängen der 3. Liga verdrängt werden.

«Das ist einfach super. Wir haben es geschafft», sagte ein überglücklicher Sportdirektor Oliver Kreuzer bei Magenta Sport. «Der KSC hat in der 3. Liga eigentlich nichts verloren. Das ganze Umfeld lechzt nach dieser 2. Liga.»

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Karlsruher SC feiert den Aufstieg in die zweite Liga

Torjäger Marvin Pourié (33. Minute), Damian Roßbach (45.+2), Anton Fink (55.) und Martin Röser (57.) schossen die Badener zum erhofften Auswärtserfolg. «Dass jetzt alle Dämme brechen, ist verständlich», meinte Torhüter Benjamin Uphoff im SWR.

Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz steht damit als zweiter direkter Aufsteiger nach dem VfL Osnabrück fest. Vor einem Jahr waren die Badener noch in der Relegation am FC Erzgebirge Aue gescheitert. Nun gelingt ihnen nach dem Abstieg 2017 die ersehnte Rückkehr in die vor allem finanziell deutlich attraktivere 2. Liga.

In der ersten Halbzeit hatte es lange nicht danach ausgesehen, dass die Karlsruher früh alles klar machen würden. Der badische Traditionsverein tat sich zunächst schwer, verdiente sich den Sieg dann aber mit Effektivität und Kaltschnäuzigkeit.

Rund 300 KSC-Fans waren aufgrund von Kontrollen erst nach rund 25 Minuten ins Stadion gekommen, hatten danach aber Grund für Partylaune. Die Führung fiel noch beinahe aus dem Nichts: Der 28-jährige Pourié setzte sich gegen Verteidiger Ole Kittner und den Münsteraner Torhüter Maximilian Schulze Niehues durch und vollstreckte zu seinem 22. Saisontreffer. Neben dem Aufstieg darf sich die Mannschaft wohl auch für ihren Stürmer freuen, der die Saison als bester Torschütze der 3. Liga abschließen dürfte.

Noch vor der Halbzeit legten die Gäste nach, als Roßbach eine Ecke von Marvin Wanitzek ins Tor köpfte. «Nie mehr 3. Liga» - skandierten die mitgereisten Fans danach bereits. Und als Fink für das 3:0 sorgte, riss auch Trainer Schwartz an der Seitenlinie die Arme hoch. Dass Münster nach dem Treffer von Röser durch Martin Kobylanski (67.) verkürzte, änderte nichts mehr an der badischen Aufstiegsfeier.

Für Preußen-Profi Sandrino Braun endete die Saison in der 84. Minute mit einer Gelb-Roten Karte - der KSC darf sein bedeutungsloses letztes Heimspiel am nächsten Samstag gegen den Halleschen FC bereits genießen. Schwartz hatte die Mannschaft kurz nach dem Abstieg im Sommer 2017 von seinem glücklosen Vorgänger Marc-Patrick Meister übernommen und sie seitdem Stück für Stück stabilisiert. Ansehnlichen Fußball bot der KSC über weite Strecken der Saison nicht - dafür aber meist erfolgreichen.