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fck © dpa
29.03.2014

Karlsruher SC mit Last-Minute-Remis im Derby

Auf dem Papier war es in Spitzenspiel, auf dem Rasen war davon jedoch wenig zu sehen: Der Karlsruher SC trennt sich im Derby mit 2:2 vom 1. FC Kaiserslautern. In einem unansehnlichen Spiel sorgte Dimitri Nazarov mit einem späten, allerdings irregulären Tor für den Ausgleich.

KSC-Cheftrainer Markus Kauczinski wartete zu Spielbeginn mit einer überraschenden taktischen Ausrichtung auf. Aus dem System mit zwei Stürmern und zwei defensiven Mittelfeldspielern der letzten Wochen wurde ein 4-1-4-1. Dominic Peitz bildete dabei die alleinige Absicherung vor der Abwehr, davor agierten Gaetan Krebs, Reinhold Yabo, der neu in die Elf gerückte Selcuk Alibaz sowie Manuel Torres. Eine taktische Ausrichtung, die Pep Guardiola in dieser Saison häufig seinen Bayern verordnet – der KSC zeigte sie derweil zum ersten Mal.

Nach Feuerwerk im Lauterer Block verzögerte sich der Anpfiff um kurze Zeit. Vor ausverkauftem Haus begann der KSC ungewohnt stürmisch und attackierte den FCK früh im Spielaufbau. Die Gäste konnten sich nach gut zehn Minuten jedoch aus diesem Klammergriff befreien. Ein Fehler von Jan Mauersberger, der im Strafraum unter den Ball schlug und ihn so abfälschte, markierte nach 18 Minuten die erste gefährliche Aktion des Spiels. Der überraschte KSC-Keeper Dirk Orlishausen konnte das Spielgerät gerade noch parieren.

Kampf und ein Schuss Genialität brachten dem KSC nach 25 Minuten mit ihrer ersten Chance jedoch die Führung. Krebs und Torres stocherten sich im Duell mit der FCK-Defensive irgendwie bis an den rechten Rand des Fünfmeter-Raums. Aus ungünstiger Position hielt sich Torres mit einer Körpertäuschung seinen Bewacher vom Hals und lupfte den Ball aus kurzer Distanz über den stehenden Tobias Sippel in den Lauterer Kasten. Ein Tor zum Staunen.

Danach wurde das Spiel zwar etwas rassiger, Torszenen blieben allerdings Mangelware. Der KSC präsentierte sich etwas zurückgezogener, die Gäste entwickelten derweil nicht das Offensivspiel, welches man es von einem Tabellenvierten erwarten könnte. Ohne größere Mühe brachten die Badener so ihren Vorsprung in die Pause.

Mit einer Riesenchance für Alibaz begann die zweite Hälfte. Der Deutsch-Türke ließ dabei zwar schön FCK-Verteidiger Willi Orban aussteigen, sein Abschluss von der Strafraum kannte geriet unbedrängt aber viel zu schwach. Eine Ko-Produktion zweier Karlsruher bestrafte diese Nachlässigkeit. Florian Dick setzte sich rechts gegen Alibaz durch, seine scharfe Flanke köpfte Simon Zoller zentral zum Ausgleich ins Tor (53.). Ein eher glücklicher Ausgleich mit der ersten herausgespielten FCK-Chance. Und Zoller legte gleich noch einen drauf, als er nach 67 Minuten einen schlecht verteidigten Freistoß aus kurzer Distanz zur Lauterer Führung einschob. Dass Zoller, der schon das komplette Spiel mit unsportlichen Aktionen auffiel, nach dem Tor provokant sein Trikot in Richtung der Karlsruher Blöcke zeigte, blieb dabei nur eine Randnotiz.

Die Partie blieb weiterhin schwach. Keines der Teams zeigte sich eines möglichen Aufsteigers würdig. So war auch der Karlsruher Ausgleich ein verwerteter zweiter Ball von Joker Dimitri Nazarov, der von der Strafraumkante per Seitfallzieher abzog. Sein Ball landete im rechten Eck des Lauterer Tores. Rouwen Hennings irritierte dabei im Abseits stehend jedoch Tobias Sippel, ohne den Ball zu berühren. Das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe erkannte den Treffer an. Mit dem Remis verabscheiden sich nun vermutlich beide Teams aus dem Abstiegsrennen.