760_0900_103538_urn_newsml_dpa_com_20090101_190812_90_02.jpg
Am KSC mit Philip Hofmann (vorne) beißt sich die Konkurrenz die Zähne aus (rechts Hannovers Waldemar Anton).  Foto: Deck 

Karlsruher SC nach Pokal-Erfolg: Dank harter Arbeit in der Erfolgsspur

Karlsruhe. Besser kann man nicht aus den Startblöcken kommen. Nach zwei Siegen in den ersten beiden Punktspielen – 2:1 in Wiesbaden und 4:2 gegen Dresden – hat der Fußball-Zweitligist Karlsruher SC am Montagabend die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Dank Toren von Lukas Grozurek (53. Minute) und Marvin Wanitzek (61./Foulelfmeter) besiegte der KSC Ligakonkurrent Hannover 96 mit 2:0.

Groß war der Frust bei Marvin Bakalorz, dem Kapitän der Niedersachsen: „Am liebsten würde ich morgen schon wieder spielen, so einen Hals hab‘ ich.“ Er und seine Mitspieler waren ja „gewarnt“ gewesen, wie 96-Trainer Mirko Slomka nach der verdienten Niederlage seiner Mannschaft sagte: „Wir haben den KSC intensiv beobachtet und wussten um dessen körperliche Präsenz.“ Damit hätten die Gastgeber seinen Schützlingen schon in der ersten Hälfte viel Arbeit gemacht – und sie nach dem Seitenwechsel „sehr beeindruckt.“

Der KSC habe gegen Hannover alles, was er sich vorgenommen habe, umgesetzt, bestätigte Oliver Kreuzer. Zum Beispiel habe die Mannschaft „das Spielfeld eng gemacht“. Sie „arbeite“ Fußball, könne aber nicht nur rennen und kämpfen, stellte der Karlsruher Sportdirektor klar. „Wir operieren auch nicht nur mit langen Bällen und verlassen uns auch nicht nur auf Standardsituationen. Unsere Mannschaft kann auch einen guten Ball spielen.“

Der eigentliche Schlüssel zum derzeitigen Erfolg ist „unser Zusammenhalt“, sagt Innenverteidiger Daniel Gordon. Seine Verletzung an der rechten Hand, die fürs Spiel bandagiert werden musste, wurde gestern noch einmal genauer untersucht. „Hoffentlich ist nicht doch was gebrochen.“ Defensive Stabilität und offensive Geduld, so Gordon weiter, zeichneten den KSC derzeit aus: „Vorne geht immer ein bisschen was.“ Der Beweis: Acht Tore in drei Spielen.

Einer kämpft für den anderen

Grozurek, einer von insgesamt sechs externen Neuzugängen und eigentlich schon zweifacher Torschütze (Trainer Alois Schwartz: „Sein Treffer gegen Dresden hat leider nicht gezählt“) stellt als wichtigsten Erfolgsfaktor heraus: „Wir sind eine Einheit – auf dem Platz, in der Kabine. Macht einer einen Fehler – der andere bügelt ihn aus. Es macht einfach Spaß.“

Umgekehrt mache die Mannschaft so auch den Anhängern Spaß. Die Spieler haben dafür gesorgt, dass der Funke übergesprungen ist: „Das war eine tolle Stimmung“, sagte Trainer Schwartz. „Abräumer“ Lukas Fröde sagte, er und seine Mannschaftskameraden seien glücklich, „dass wir unseren Fans einen schönen Abend bescheren konnten“.

Nun fiebert der KSC der zweiten Runde entgegen, die am Sonntag um 18 Uhr im Rahmen der ARD-Sportschau im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ausgelost wird. Gespielt wird dann am Dienstag, 29. Oktober, und am Mittwoch 30. Oktober.

„Wichtiger ist aber der Liga-Alltag“, hatte KSC-Trainer Schwartz schon im Vorfeld des Erstrundenspiels gesagt. Konkret: Oberste Priorität hat in dieser Saison der Klassenverbleib. Auf dem Weg dorthin müssen die Wildparkprofis am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Holstein Kiel antreten.

Wer steht am Ende weiter vorne?
66%
34%