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Fast ein ganzes Spiel lang benötigte der KSC für ein Tor. Das genügte am Ende für ein 1:1 gegen Jena. © Carmele
10.08.2018

Karlsruher SC rettet wieder spät einen Punkt gegen Jena

Karlsruhe/Jena. Moral, Charakter, Kampf- und Laufbereitschaft – klasse. Fußballerisch aber hat der Karlsruhe SC noch jede Menge Luft nach oben. Wie schon im ersten Heimspiel der neuen Drittliga-Saison gegen Zwickau (1:1) konnte die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz auch am Freitagabend gegen Jena eine Niederlage erst kurz vor dem Abpfiff verhindern.

Bildergalerie: KSC erzwingt spätes 1:1 gegen Jena

Fast ein ganzes Spiel lang benötigte der KSC für ein Tor. Das genügte am Ende für ein 1:1 gegen Jena.

Manuel Stiefler glich die 1:0-Führung (85.) des FC Carl Zeiss drei Minuten später aus. In einer unübersichtlichen Szene im Fünfmeterraum der Gäste prallte der Ball vom KSC-Spielers ins Netz der Thüringer. Für beide Trainer war das 1:1 letztlich ein „gerechtes Ergebnis.“ Gästecoach Mark Zimmermann gab zu, dass seine Jungs zum Schluss einfach nicht mehr konnten. Deshalb hätte sich sein Karlsruher Kollege Alois Schwartz beinahe noch über drei Punkte freuen können – aber Kyoung-Rok Choi drückte eine Hereingabe von Anton Fink von rechts nur an den Außenpfosten (90.+1).

Von der fußballerischen Steigerung, die sich der KSC für sein zweites Heimspiel vorgenommen hatte, war in den ersten 45 Minuten nichts zu sehen. Jena, laufstark und intern gut aufeinander abgestimmt, zwang seine Gastgeber ständig in den Zweikampf, was natürlich keinen Spielfluss aufkommen ließ. Und um den Zweikämpfen aus dem Weg gehen zu können, fehlte den Hausherren die Handlungsschnelligkeit und Passgenauigkeit. Eingeleitet durch vier Eckbälle in Serie entwickelten die Wildparkprofis ab der 25. bis etwa zur 40. Spielminute trotzdem eine gewisse Überlegenheit. Erfolgversprechende Torszenen resultierten daraus aber nicht. Ansonsten unterliefen den KSClern oft technische Fehler, stand ein Karlsruher im Abseits, oder der letzte Pass kam nicht an. So sahen die 11.530 Zuschauer vor der Pause nur eine gute Tormöglichkeit – aber für die Gäste. Nachdem Daniel Gordon im eigenen Strafraum einen Gegner angeschossen hatte, fiel der Ball zehn Meter vor dem Karlsruher Kasten vor die Füße von Felix Brügmann – doch mit einem Reflex bewahrte KSC-Keeper Benjamin Uphoff seine Mannschaft vor einem frühen Rückstand (6.).

KSC-Trainer Alois Schwartz reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit Kyoung-Rok Choi für Marc Lorenz und Anton Fink für Martin Röser. Schwartz: „Die beiden haben das Spiel belebt.“ So ließ der KSC die Thüringer kaum noch aus deren Hälfte und dominierte die Partie – und hatte auch Chancen. Schon in der 48. Minute durch Marvin Pourié (Schwartz: „Er muss das Tor machen“), der aber zu eigensinnig agierte und vorbeischoss, statt den mitgelaufenen Kyoung-Rok Choi einzusetzen. Auch nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit hatte Marvin Pourié das 1:0 auf dem Schlappen. Seine Direktabnahme einer Hereingabe von Marco Thiede geriet aber zu hoch (61.).

Jenas Führung, KSC-Ausgleich

Nach etwa 75 Minuten ging den Hausherren zum Abschluss der zweiten englischen Woche hintereinander jedoch die Puste aus. Jena traf bei einem Konter in Person von Dominik Bock nur den Außenpfosten (76.). Knapp zehn Minuten später aber drückte der Einwechselspieler (ab 56.) einen Freistoß der Gäste von rechts am zweiten Pfosten ins Karlsruher Tor – Jena führte 1:0 (85.). Doch mit dem Mute der Verzweiflung machte der KSC noch einmal die letzten Kräfte frei und wehrte sich gegen die drohende Niederlage – erfolgreich. Manuel Stiefler erzwang in der 88. Minute den so spät natürlich glücklichen, insgesamt aber verdienten Ausgleich.