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01.12.2012

Karlsruher SC schießt sich mit 5:2-Sieg auf Relegationsrang

Durch einen Kantersieg über die Tabellennachbarn vom 1. FC Heidenheim ist dem Karlsruher SC am Samstag der Sprung auf den Relegationsrang der Dritten Liga gelungen. In einem vor allem in der zweiten Hälfte turbulenten Spiel musste der KSC jedoch deutlich länger kämpfen, als es das Ergebnis vermuten lässt. Mit dem 5:2-Erfolg verlängert sich die Siegesserie der Badener auf stattliche acht Spiele ohne Punktverlust.

Markus Kauczinski schickte eine runderneuerte linke Seite ins Rennen. Alibaz und Kempe ersetzten dabei Blum sowie Schiek. Zudem stand Leihspieler Simon Brandstetter nach langer Krankheit erstmals im Kader der Badener.

Ohne die Unterstützung der im Rahmen einer Protestaktion 12:12 Minuten lang schweigenden Fans wurde der KSC von Heidenheim überrumpelt. Malura und Thurk setzten per Fernschusserste erste Duftmarken, ehe Titsch-Rivero in der 9. Minute das Führungstor für die schwäbischen Gäste markierte. Nahezu unbedrängt konnte sich der Mittelfeldspieler den Ball im Strafraum auf seinen rechten Fuß legen und Dirk Orlishausen überwinden. Ein früher Rückschlag für die zuletzt dreimal ohne Gegentor gebliebenen Karlsruher.

Heidenheim blieb auch danach spielbestimmend. Dementsprechend schmeichelhaft der Karlsruher Ausgleich in der 22. Minute: Ein flache Hereingabe von Calhanoglu landet nach einigem Gewirr im Strafraum bei van der Biezen, der unmittelbar vor der Torlinie stehend per Hacke versenkt. Erste Chance, erstes Tor – wie so oft zuletzt zeigte sich der KSC effizient.

Die Badener kamen nach dem Ausgleich etwas besser ins Spiel. Allerdings zeigte sich die Defensive gegen agile Heidenheimer ungewohnt anfällig. Trotz einiger Chancen gelang es den Gästen jedoch nicht, erneut in Führung zu gehen. Es blieb bis zur Pause bei dem für den KSC eher glücklichen Remis.

Nach Wiederanpfiff drückte der KSC. Dennis Kempe marschierte auf seiner linken Seite bis an den Strafraum. Hennings leitete die Hereingabe zu van der Biezen weiter – und der schnürte in der 49. Minute den Doppelpack. Heidenheimer Proteste auf Abseits waren hierbei unbegründet.

Begründet wenig später jedoch die Reklamation auf Handspiel des Doppeltorschützen van der Biezen im Karlsruher Strafraum. Schiedsrichter Rene Rohde sah es ähnlich – und zeigte auf den Punkt. Marc Schnatterer nagelte den Ball ins Tor – 2:2 in der 56. Minute.

Keine fünf Minuten später schon das nächste Tor, Mauersberger köpfte den KSC nach Ecke von Calhanoglu erneut in Führung. Rohde hatte auch hier zunächst auf Handelfmeter entschieden: Da Marc Schnatterer jedoch erst hinter der Torlinie an den Ball kam war das Vergehen nichtig. Jan Mauersberger wird es egal gewesen sein. Der Innenverteidiger entwickelt sich mittlerweile zur Tormaschine, bereits im dritten Spiel in Folge gelang dem Abwehrrecken ein Tor.

Heidenheim beeindruckte weiterhin durch hohe Moral und steckte kein bisschen auf. Umso bitterer das 4:2 nach knapp 70 Minuten: Hakan Calhanoglu verwandelte nach Foul an Hennings den fälligen Strafstoß gewohnt lässig. Dem Elfmeter gingen wütende Proteste der schwäbischen Gäste zuvor, da sich Richard Weil zu Beginn des Karlsruher Angriffs verletzte. Weder der Schiedsrichter noch die Karlsruher Spieler unterbrachen deswegen das Spiel. Ein absolut regelkonformes, zumindest aus Sicht der Heidenheimer jedoch unsportliches Vorgehen.

Selcuk Alibaz bewies nun noch seine technische Extraklasse, ließ zwei Gegenspieler stehen und versenkte den Ball per Außenrist im Kasten der Heidenheimer. Nach 77 Minuten das 5:2 natürlich die Entscheidung.

Dabei blieb es. Etwas zu hoch gewinnt der KSC gegen spielstarke und extrem engagierte Heidenheimer, stellt jetzt die beste Defensive sowie die zweitebeste Offensive der dritten Liga und hat seit acht Pflichtspielen keinen Punktverlust mehr erlitten – man könnte wohl von einem Lauf sprechen.